Mäusedorn für Nieren, Blase und Venen

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Der seit Jahrtausende geschätzte Mäusedorn – Ruscus aculeatus – zeigt gegen Venenschwäche, Nierenschmerzen sowie Blasensteine lindernde Wirkungen.

Bereits seit der Antike wird der Mäusedorn – auch Ruscus aculeatus genannt, aus der Familie Asparagaceae – als Heilpflanze geschätzt. Man verwendete die Pflanze bis in die Neuzeit gegen Nierenschmerzen und Blasensteine sowie später auch gegen Venenschwäche.

Auch hat man eine Wurzelabkochung bei Wassersucht genutzt, um die Wasseransammlungen im Gewebe zu behandeln. Aber auch als Nahrungsmittel wurde Mäusedorn weiland geschätzt: dabei wurden die unterirdischen Sprosse wie Spargel als Gemüse verzehrt. Laut volkskundlichen Überlieferungen wurden die Zweige von Mäusedorn auch zum Fleisch gehängt, um Mäuse abzuhalten. Die Ruscus-Zweige wurden auch als Besen genutzt.

 

Wirkungen von Ruscus aculeatus

Die für seine Wirksamkeit verantwortlichen Inhaltsstoffe sind in der Wurzel enthalten. Dazu gehören die Steroidsaponine Ruscin, Ruscosid und Ruscogenin sowie Phytosterole und Triterpene. Es wurden für Ruscus aculeatus harntreibende, entzündungshemmende und gefäßschützende Effekt beobachtet. Deswegen wurde früher die Heilpflanze auch als harntreibendes Mittel eingesetzt. Weiters kam Mäusedorn durch seine Fähigkeit, den Harnfluss zu erhöhen, gegen Nierenschmerzen, Blasensteine und sogar Gelbsucht zur Anwendung.

Als Nebenwirkungen können durch die Anwendung von Mäusedorn Magenbeschwerden und Übelkeit auftreten. Da es keine dementsprechenden Untersuchungen gibt, sollten Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit vom Einsatz von Mäusedorn absehen.

 

Ruscus aculeatus gegen Venenschwäche

Grundsätzlich erhöht Ruscus aculeatus die Spannkraft der Gefäße und repariert zusätzlich geschädigte Gefäßwände. Schließlich regt die Mäusedorn-Anwendung auch die Durchblutung an und vermeidet einen unerwünschte. Flüssigkeitsverlust. Weiters stimuliert Ruscus aculeatus den lymphatischen Transport, wodurch das Gewebevolumen signifikant abnimmt.

Vor allem Menschen in Frankreich und Italien schätzen den Stechenden Mäusedorn seit langer Zeit als bewährtes Heilmittel. Deswegen setzen sie ihn vor allem gegen Venenschwäche, Schmerzen und oder Schweregefühl in den Beinen sowie nächtliche Wadenkrämpfe gerne ein. Schließlich soll Mäusedorn auch gegen Juckreiz sowie Schwellungen wirken.

Neuesten Studien zufolge schützen die Wirkstoffe der Ruscuswuzel auch die Venenstützfaser Elastin, wodurch die Venen elastisch bleiben.

Forscher haben die Eigenschaften von Ruscus aculeatus gegen Venenschwäche seit den 1950er Jahren wissenschaftlich untersucht. Dabei entdeckten sie die Inhaltsstoffe Ruscogenin und Neoruscogenin, die auch gegen Hämorrhoiden positive Effekte bringen.

 

Ruscus aculeatus bei chronischer Veneninsuffizienz

Eine große 2007 veröffentlichte Studie zeigte, dass durch den Einsatz von Ruscus aculeatus als Fertigarzneimittel schwere Symptome ab der zweiten Behandlungswoche abzunehmen begannen. Letztendlich hatten die Patienten am Ende der Therapie keine Symptome mehr hatten.

Die Studienautoren konnten damals erstmals überhaupt morphologische Veränderungen bei chronischer Veneninsuffizienz durch eine Kapillaroskopie nach einer pharmakologischen Intervention beobachten.

Literatur:

Hirayama Y1, Yamada T, Oya Y, Ito M, Kato M, Imaichi R. Expression patterns of class I KNOX and YABBY genes in Ruscus aculeatus (Asparagaceae) with implications for phylloclade homology. Dev Genes Evol. 2007 May;217(5):363-72. Epub 2007 Apr 12.

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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