Männergesundheit in den Fokus rücken

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Männergesundheit steht in den letzten Jahren immer stärker im Blickpunkt, wobei Männer noch immer viel zu sorglos mit ihrer Gesundheit umgehen.

Besonders Krankheiten und Probleme im Bezug auf die Sexualität sind für Männer ein Tabuthema beim Arzt. Gründe dafür sind vor allem Unsicherheit und Schamgefühl. Allerdings zeigen verschiedene Befragungen und Untersuchungen – wie die bekannte Sheffield-Studie (2003) –, dass Männergesundheit inklusive Sexualität in höherem Alter durchaus ein wichtiges Thema in der Bevölkerung ist beziehungsweise immer mehr wird.

 

Sexuelle Störung – erektile Dysfunktion

Viele Männer in fortgeschrittenem Alter geben an, dass sie zumindest einmal eine sexuelle Störung gehabt haben. Mit steigendem Alter tritt bei Männern eine sogenannte erektile Dysfunktion – (ED) bzw. Potenzstörung – wahrscheinlicher auf. Hingegen wird die sogenannte Ejaculatio praecox – der vorzeitige Samenerguss –seltener. Schließlich erhöhen auch Herzerkrankungen, Hypertonie, Diabetes sowie Angst und Depression das Risiko für Potenzstörungen.

Auch gewisse Medikamentengruppen, wie bestimmte Antihypertensiva oder Psychopharmaka, können die erektile Funktion beeinträchtigen. 1995 litten etwa 152 Millionen Männer an Erektionsproblemen. Für 2025 vermutet man 322 Millionen, wenngleich dieser beträchtliche Anstieg mit einer höheren Erkennungsrate zusammenhängen könnte. Denn die zunehmenden Thematisierung in den Medien stärkte vor allem auch das Bewusstsein bei Ärzten. Besonders seit der Einführung der so genannten PDE-5-Hemmer (Viagra und Co.) als effektive Behandlung gegen Erektionsprobleme.

 

Untersuchungen zu Männergesundheit und Sex

Eine physikalische Untersuchung bei männlichen Sexualstörungen sollte verschiedene Aspekte berücksichtigen. Erstens untersucht der Arzt die Genitalien einschließlich der Prostata. Zweitens beurteilt er sekundärer Merkmale wie Gynäkomastie (übergroße Brustdrüsen) und Körperbehaarung sowie auch die Fettverteilung. Schließlich rückt er auch kardiovaskuläre Parameter wie Blutdruck, Puls, Fußpulse sowie die Beurteilung von eventuell vorhandenen Ödemen in den Fokus. Zusätzlich empfehlen Experten eine Prüfung der Vibrationsempfindung sowie die Kraft und Koordination der unteren Extremitäten. Zu den Basis-Laboruntersuchungen gehören Lipide, Blutzucker sowie ein umfassendes Blutbild.

 

PDE-5-Hemmer – Viagra und Co – einsetzen

Wenn eine PDE-5-Hemmer-Therapie angezeigt, sollte der behandelnde Arzt zu Beginn eine niedrige Dosis verschreiben. Diese kann der Patient dann abhängig von der Verträglichkeit bis zur maximal verträglichen Menge hochtitrieren. Eine gut geführte, laufende Betreuung ist von großer Wichtigkeit, auch um Behandlungserfolge oder -probleme zu besprechen und den Patienten immer wieder auf die Wichtigkeit einer regelmäßigen Einnahme hinzuweisen.
Auch wenn die kardiovaskuläre Sicherheit der PDE-5-Hemmer besonders in der Anfangsphase häufig diskutiert wurde, so sind alle verfügbaren Wirkstoffe bei genauer Beachtung der Kontraindikationen als sicher anzusehen.
Grundsätzlich sind zur Problematik Männergesundheit die Männer dazu aufgerufen, die jährliche Basis-Gesundenuntersuchung in Anspruch zu nehmen. Weiters sollten sie bei gesundheitlichen und sexuellen Problemen rechtzeitig zum Arzt zu gehen und offen Probleme ansprechen. Denn letztendlich garantiert das meist eine bessere Lebensqualität über einen längeren Zeitraum.

Aktuelle Literatur: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=PDE5

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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