Lupus erythematodes schneller erkennen und besser behandeln

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Eine saubere Klassifikation bei systemischen Lupus erythematodes ist gerade für einen so heterogenen Symptomenkomplex dieser systemischen Autoimmunerkrankung entscheidend.

Die neuen Klassifikationskriterien für den systemischen Lupus erythematodes (SLE, Lupus), die ein internationales Projektteam unter Leitung deutscher Rheuma-Experten entwickelt hat, Sollen die Basis für jede weitere Forschungen und die Versorgung auf dem Gebiet des systemischen Lupus erythematodes darstellen. Die systemische Autoimmunerkrankung tritt etwa zehnmal häufiger bei Frauen auf (vor allem bei jungen Frauen) und zählt zu den 15 häufigsten Todesursachen bei jungen Frauen.

 

Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes

Betroffene mit systemischen Lupus erythematodes leiden unter Symptomen wie Hautveränderungen und Gelenkschmerzen oder lebensbedrohlichen Entzündungen – beispielsweise von Nieren oder Gehirn. Hinzu kommen starke Allgemeinsymptome, wie eine unerklärte Müdigkeit, die die Teilhabe der Betroffenen weiter einschränkt und häufig eine berufliche Tätigkeit behindern.

Auch wenn sich die Prognose – die Lebenserwartung – des systemischen Lupus erythematodes in den letzten 30 Jahren durch verbesserte Verfügbarkeit von Laboruntersuchungen und Optimierung bekannter Therapieoptionen deutlich verbessert hat, scheinen die Möglichkeiten dieses Prozesses der internationalen Evidenzgewinnung und -verbreitung weitgehend ausgeschöpft, wie an der fehlenden Verbesserung der Bedingungen für Lupus-Patienten in den letzten 10 Jahren deutlich wird. Jetzt werden neuen Therapieoptionen benötigt, deren Basis eine optimale Klassifikation ist.

Die saubere Klassifikation einer Erkrankung als systemischen Lupus erythematodes ist gerade für einen so heterogenen Symptomenkomplex von entscheidender Bedeutung. Hier bilden die neuen Klassifikationskriterien jetzt das Fundament mit einer bisher nicht bekannten Sensitivität und Spezifität. Damit geben die neuen Kriterien eine deutlich verbesserte Startbasis für klinische Studien, die leider beim systemischen Lupus erythematodes bisher viel zu häufig gescheitert sind.

Zur weiteren Optimierung dieser Studien werden zudem weitere Differenzierungsmerkmale und Ansprechparameter („Biomarker“) benötigt, für die die neuen Klassifikationskriterien jetzt ebenfalls die Basis darstellen, die von einer Projektgruppe unter Leitung von Professor Martin Aringer, Leiter der Rheumatologie an der Medizinischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum der Technischen Universität Dresden, gemeinsam mit Sindhu Johnson, einer Forscherin aus Kanada, in einem komplexen Prozess entwickelt wurden.

Auch wenn diese neuen Kriterien für die Klassifikation und nicht für die Diagnose eines systemischen Lupus erythematodes entwickelt wurden, werden sie auch wie ihre Vorgänger für die Diagnose eingesetzt werden. Die Verknüpfung von klinischen Symptomen und Laborbefunden, wie die Kriterien sie fordern, erleichtern sicher auch eine frühe Diagnose und damit Behandlung. Die hohe Spezifität der Kriterien verhindert weitgehend, dass Menschen fälschlicherweise die nach wie vor schwerwiegende Diagnose systemische Lupus erythematodes bekommen. Zudem erlaubt die neue Wichtung der verschiedenen Symptome und Organbefunde ein einfacheres Erkennen der Schwere des systemischen Lupus erythematodes. So reicht eine gesicherte Entzündung der Nieren teilweise schon zur Klassifikation aus.

Neue Klassifikationskriterien für den systemischen Lupus erythematodes (SLE, Lupus) – von einem internationalen Projektteam entwickelt: Abstract, EULAR 2018: Topic: 16. SLE, Sjögren’s and APS – clinical aspects (other than treatment) Submission N°: EULAR18-3679

VALIDATION OF NEW SYSTEMIC LUPUS ERYTHEMATOSUS CLASSIFICATION CRITERIA M. Aringer* 1, K. H. Costenbader2, R. Brinks3, D. Boumpas4, D. Daikh5, D. Jayne6, D. Kamen7, M. Mosca8, R. Ramsey-Goldman9, J. S. Smolen10, D. Wofsy5, B. Diamond11, S. Jacobsen12, W. J. McCune13, G. Ruiz-Irastorza14, M. Schneider15, M. B. Urowitz16, G. Bertsias17, B. Hoyer18, N. Leuchten 1, C. Tani8, S. Tedeschi2, Z. Touma16, B. Anic19, F. Assan20, T. M. Chan21, A. E. Clarke22, M. K. Crow23, L. Czírják24, A. Doria25, W. Graninger26, S. Hasni27, P. Izmirly28, M. Jung22, B. Kiss24, X. Mariette20, I. Padjen19, J. M. Pego-Reigosa29, J. Romero-Díaz30, I. Rúa-Figueroa31, R. Seror20, G. Stummvoll10, Y. Tanaka32, M. Tektonidou4, C. Vasconcelos33, E. Vital34, D. J. Wallace35, S. Yavuz36, R. P. Naden37, T. Dörner38, S. R. Johnson16

1TU Dresden, Dresden, Germany, 2Harvard Medical School, Boston, MA, United States, 3Hiller Center for Research in Rheumatology, Düsseldorf, Germany, 4University of Athens, Athens, Greece, 5UCSF, San Francisco, CA, United States, 6University of Cambridge, Cambridge, United Kingdom, 7MUSC, Charleston, SC, United States, 8University of Pisa, Pisa, Italy, 9Northwestern University, Chicago, IL, United States, 10Medical University of Vienna, Vienna, Austria, 11Feinstein Institute, Manhasset, NY, United States, 12Rigshospitalet, Copenhagen, Denmark, 13University of Michigan, Ann Arbor, MI, United States, 14UPV/EHU, Bizkaia, Spain, 15Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Germany, 16University of Toronto, Toronto, Canada, 17University of Crete, Heraklion, Greece, 18UKSH, Kiel, Germany, 19University Hospital, Zagreb, Croatia, 20Université Paris Sud, Paris, France, 21University of Hong Kong , Hong Kong, China, 22University of Calgary, Calgary, Canada, 23HSS, New York, NY, United States, 24University of Pécs, Pécs, Hungary, 25University of Padova, Padova, Italy, 26Medical University of Graz, Graz, Austria, 27NIAMS, NIH, Bethesda, MD, 28NYU, New York, NY, United States, 29University of Vigo, Vigo, Spain, 30INCMNSZ, Mexico City, Mexico, 31Hospital Dr Negrin, Las Palmas, Spain, 32University of Occupational & Environmental Health, Kitakyushu, Japan, 33University of Porto, Porto, Portugal, 34University of Leeds, Leeds, United Kingdom, 35Cedars-Sinai, Los Angeles, CA, United States, 36Istanbul Bilim University, Istanbul, Turkey, 37New Zealand Ministry of Health, Auckland, New Zealand, 38Charité University, Berlin, Germany


Quelle.

Statement » Neue Klassifikationskriterien für Lupus: Schneller erkennen – besser behandeln « von Professor Dr. med. Matthias Schneider, Direktor der Poliklinik und des Funktionsbereichs für Rheumatologie am Universitätsklinikum Düsseldorf zum 46. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) und der 32. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh), September 2018, Berlin

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