Lungenkrebs und zielgerichtete Therapien

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Zielgerichtete Therapien – Targeted Therapies – sollen zukünftig für Patienten mit Lungenkrebs bessere Behandlungsergebnisse bringen.

Lungenkrebs die weltweit häufigste Todesursache aller Krebserkrankungen, bei 1,6 Millionen Menschen wird Lungenkrebs diagnostiziert. Das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom NSCLC tritt mit etwa 85 Prozent aller Lungekrebs-Diagnosen dabei am häufigsten auf, die restlichen sind kleinzellige Formen (SCLC). NSCLC werden weiter unterteilt in Adenokarzinome (am häufigsten mit 45 bis 65%), gefolgt von Plattenepithelkarzinomen (20 bis 25%) und den selteneren großzelligen Karzinomen (mit etwa 3,5%). Etwa ein Viertel der nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinome können nicht zugeordnet werden.

 

Lungenkrebs schwer behandelbar

Lungenkrebs zählt nach wie vor zu den sehr schwer zu therapierenden Krebsarten. Das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom verläuft besonders schnell und aggressiv – mit nach wie vor wenigen Therapie-Optionen.

Genomanalysen zeigen, dass bei 2 bis 7 % der Patienten ein so genanntes ALK-Rearrangement vorliegt – die Entdeckung therapeutisch angehbarer onkogener Mutationen wie EGFR und Anaplastic lymphoma kinase (ALK) hat die Diagnose und Therapie fortgeschrittener NSCLC in den letzten Jahren revolutioniert und bietet neue Hoffnung.

Denn aktivierende EGFR-Mutationen und ALK-Rearrangements sind die beiden einzigen in klinischen Studien validierten prädiktiven Marker, für welche zielgerichtete Medikamente beim NSCLC zugelassen sind. Je früher die Mutation pathologisch festgestellt wird, umso zielgerichteter kann die Therapie eingesetzt werden.

 

Genetische Mutationen und Biomarker identifiziert

Beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom konnten mittlerweile mehrere genetische Mutationen und Biomarker identifiziert werden, die für das Tumorwachstum verantwortlich sind und damit mögliche Angriffspunkte für die Entwicklung zielgerichteter Therapien darstellen. Diese Spezifizierung ermöglicht eine gezielte Ausrichtung der Therapie. Mittels targeted therapies – den sogenannten zielgerichteten Therapien – sollen Krebszellen unter größtmöglicher Schonung von normalem Gewebe gezielt angegriffen werden.

 

Nicht nur Raucher erkranken an Lungenkrebs

Speziell ALK+ NSCLC-Patienten sind häufig Nie-Raucher oder Raucher, die bereits seit Jahren aufgehört haben – jung und eher weiblich. Die Diagnose Lungenkrebs ist für diese, meist jungen Patienten sehr schockierend. Da die Diagnose meist sehr spät gestellt wird und das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom bereits in fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert wird, nimmt die Pathologie eine zentrale Funktion ein Dadurch kann die Therapie gezielt auf die spezifische Veränderung im genetischen Aufbau abgestimmt werden und auch bei weiteren Mutationen angepasst werden.

 

Die Rolle der Pathologie bei Lungenkrebs

Onkologie und Pathologie arbeiten heute eng miteinander zusammen, wobei dem Pathologen eine zentrale Stellung im Patientenmanagement zukommt. Speziell seit Einführung der ersten zielgerichteten Therapien in der Onkologie endet die Aufgabe des Pathologen keinesfalls mehr mit der histologischen Diagnose, sondern die Erstellung eines therapierelevanten molekularen Profils ist zum Bestandteil des pathologischen Befundes geworden.

Bei jedem Tumorbefund muss der Pathologe heute evaluieren, welche molekularen Parameter im Tumorgewebe zu bestimmen sind, um für den Patienten eine Behandlungsalternative zu konventionellen Therapieschemata zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang sollen die Prozesse der Gewebeverarbeitung optimiert werden, durch

  • präanalytische Evaluierung der Gewebeprobe,
  • gewebesparende Erstellung der Diagnose und
  • Beurteilung der vorliegenden Tumormenge

Die Pathologie gewährleistet stellt die laufend steigende Zahl an Parametern in kurzer Zeit dem behandelnden Arzt zur Verfügung. Durch die frühe Einbindung der Pathologie und frühen Tests kann zwischen ALK+ NSCLC Tumor unterschieden werden. So kann die optimale Therapie eingeleitet werden.

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MEDMIX Online-Redaktion

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