Lippenherpes – Juckreiz und Kribbeln an der Lippe

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Lippenherpes wird durch Herpes-simplex-Viren verursacht. Geschwächte Abwehrkräfte, Stress und Umweltfaktoren begünstigen eine Erkrankung.

Lippenherpes wird auch als Herpes labialis oder auch Herpes simplex labiales bezeichnet. Der gebräuchlichste Name ist aber Fieberblasen. Dabei kommt es zur Bildung von schmerzhaften Blasen an den Lippen, die in Folge aber auch auf umliegenden Hautstellen in der Mundhöhle entstehen können. Verursacher sind Herpes-Viren.

 

 

Herpes simplex-Virus Typ 1 als Verursacher von Lippenherpes

Lippenherpes wird vom sogenannten Herpes simplex-Virus Typ 1 verursacht, wobei die Herpes-Viren-Familie hunderte Vertreter hat, wobei neun von ihnen beim Menschen auftreten. Zu diesen sogenannten Humanen Herpes-Viren gehören das Herpes simplex-Virus Typ 1 und Herpes simplex-Virus Typ 2, das Varizella-Zoster-Virus, die Humane Herpes-Viren 6A, 6B, 7, das Epstein-Barr-Virus, das Cytomegalie-Virus sowie das Kaposi Sarkom-assoziierte Herpes-Virus.

Herpes-Viren sollen die Menschheit seit Anbeginn begleiten. Ab Erstinfektion verbleiben Herpes-Viren ein Leben lang im Körper – häufig unbemerkt in einem Latenz-Zustand, ohne sich weiter zu vermehren. Erst wenn sie aktiviert werden beginnen sie im Körper mit der Vermehrung und es kommt im Normalfall zu Symptomen der jeweiligen Erkrankung. Doch die Vermehrung kann auch ohne merkbare Symptome geschehen. In diesem Zustand ist die Gefahr einer Übertragung auf andere Menschen größer.

Humane Herpes-Viren verursachen Lippenherpes, Genitalherpes, Windpocken, Herpes Zoster (Gürtelrose), Pfeiffersches Drüsenfieber. Sie können aber auch an der Entstehung verschiedene Krebserkrankungen beteiligt sein. Mittlerweile lassen sich zwar die Symptome vieler dieser Krankheiten effektiv behandeln, die Herpesviren kann man allerdings nicht außer Gefecht setzen. Allein gegen das Varizella-Zoster-Virus kann man sich durch Impfungen schützen.

Speziell bei Lippenherpes können Herpes-Viren durch ein geschwächtes Immunsystem, psychische Faktoren wie Stress und Müdigkeit sowie Umfeltfaktoren wie starke UV-Strahlung aktiviert werden, wandern dann aus ihrer Warteposition entlang von Nervenbahnen an die Oberfläche und befallen die Epidermis. Als erste Anzeichen treten leichtes Kribbeln, ein Spannungsgefühl und Juckreiz meist am Lippenrand auf. Es entstehen schmerzhafte Blasen oder Hautschädigungen auf gerötetem Untergrund.

 

Behandlung von Lippenherpes

 

Es existieren verschiedene symptomatische Therapieoptionen gegen die schmerzhaften Blasen. Die topische Lokaltherapie sollte der aktuellen Erkrankungsphase angepasst werden. Substanzen der Virustatika-Gruppe sind vor allem in der Anfangsphase beziehungsweise in der Bildungsphase der Bläschen wirksam, um die virale Vermehrung einzudämmen.

Bekannte Wirkstoffe sind hier Aciclovir und Penciclovir, die topisch zur Anwendung kommen. In der Austrocknungs- sowie Heilphase sollte wiederum entzündungshemmende, schmerzlindernde sowie lokal desinfizierende Maßnahmen angewandt werden.

Pflanzliche Behandlungen bekämpfen die Erkrankung mit anderen Mitteln. So sollen Trockenextrakte aus Melisse das Eindringen der Herpesviren in die Zelle und somit dessen rasante Ausbreitung verhindern.

Alternativ soll Zink die Herpes-Viren frühzeitig inaktivieren. Besonders in der Akutphase der Herpes-Infektion kann oral eingenommenes Zink mit täglich 50 mg eine Heilung positiv unterstützen. Heparin soll die virustatische Wirkung von Zink verstärken können. Es gibt auch äußerliche Anwendungen mit Zinkionen, die die Bindung der Viren an die Wirtszelle verhindern sollen. Zink-hältige Salben, Cremen beziehungsweise Gels wirken mehrmals täglich angewandt ein Austrocknen der Blasen und das Ausbreiten des Erregers auf gesunde Hautpartien. Vor allem wenn sich eine Fieberblase geöffnet hat beziehunsweise aufgeplatzt ist, so ist die Anwendung einer Zink-hältigen Heilsalben zu empfehlen, wobei wie oben erwähnt zusätzliches Heparin die positive Wirkung verstärken soll. Neben der Förderung der Wundheilung besitzen sie zusätzlich eine antiseptische Wirkung gegen das Entstehen begleitender bakterieller Superinfektionen.

Selen soll durch seine antioxidativen Eigenschaften eine schnelle Linderung bei Lippenherpes unterstützen. Es gibt Anwendungen, die ein mehrmals tägliches Aufsprühen von Selen auf Blasen sowie in der Mundschleimhaut ermöglichen. Schon lange bekannt und effektiv gegen entzündliche Fieberblasen ist die Anwendung von Carbenoxolon, das ebenfalls der Virusvermehrung entgegenwirken soll.

 

Die Aminosäure L-Lysin bei Lippenherpes hungert den Virus praktisch aus und wirkt der Aminosäure L-Arginin, die Vermehrung und Wachstum von Herpes-Viren begünstigt, entgegen. L-Lysin kann sowohl zur Behandlung als auch zur Vorbeugung von Lippenherpes eingesetzt werden. L-Lysin fördert auch die sogenannte Kollagensynthese, die eine rasche Wundheilung unterstützt.

Die Behandlung mit Fieberblasen-Pflastern beruht auf dem Prinzip der feuchten Wundheilung. Die durchsichtigen Fieberblasen-Pflaster werden bei den ersten Anzeichen auf den betroffenen Stellen angebracht. Sie wollen ebenfalls eine Virusvermehrung verhindern, weitere Infektionen verhindern und die Schmerzen lindern. Weiters verringern sie Rötungen und Schwellungen und wirken dem unangenehmen Juckreiz entgegen.

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Dr. Reinhold Lautner

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