Lipid-Management der Atherosklerose

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Einen zentralen Stellenwert in der Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen nimmt ein effektives Lipid-Management nimmt.

Die Atherosklerose ist die häufigste Ursache von Herzinfarkt und Schlaganfall. Diese Gefäßverkalkung beginnt sehr früh, man kann sie bereits im frühen Alter durch subintimale Lipideinlagerungen erkennen. Grundsätzlich bestimmt das Verhältnis von LDL zu HDL, wie hoch das Risiko für eine Arteriosklerose ist. Deswegen sollten die Betroffenen mit einem effektiven Lipid-Management eher früher als später beginnen.

Eine subintimale Lipideinlagerung und deren Zunahme führen zu einem vaskulären Remodelling, wobei das Lumen unverändert bleibt, der Außenumfang des Gefässes jedoch zunimmt. Bereits bei diesen atheromatösen Vorstufen der manifesten Atherosklerose sollte dringend eine Therapie einsetzen: den Studiendaten belegen, dass eine Plaque-Stabilisierung, ja auch eine Plaque-Regression bei konsequenter LDL-Cholesterin-Reduktion und gleichzeitiger HDL-Cholesterin-Steigerung, erreicht werden kann.

Die Atherosklerose – als verkalkte Plaque definiert – ist das Endstadium der Plaque-Entwicklung. Die Erkrankung bietet dann keine Möglichkeit mehr, medikamentös einzugreifen, um den Plaque verkleinern zu können. Gerade bei einer »Weltepidemie« wie der Atherosklerose ist die Primärprävention der wichtigste Schritt im Kampf gegen Herzinfarkt und Schlaganfall. Die würde auch sehr, sehr große Einsparungspotentiale für die Gesundheitssysteme bringen.

Diverse internationale Empfehlungen zum Lipid-Management besagen, dass eine intensive LDL-Cholesterin-Senkung für Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko erfolgen sollte. Die europäischen Gesellschaften favorisieren sogar LDL-Cholesterin-Werte von unter 70mg/dL. Bereits Studien aus den 90er Jahren zeigten eindrucksvoll den Zusammenhang zwischen LDL-Cholesterin-Senkung und Verringerung der KHK-Ereignisse.

Dem HDL-Cholesterin wurde früher nicht die nötige Bedeutung als eigenständiger Risikofaktor für die KHK geschenkt. Doch hohes HDL-Cholesterin könnte protektiven Charakter haben und für reversiblen Cholesterinabtransport aus dem Plaquesprechen. Deswegen wird ein hoher HDL-Wert als Schutz vor Arteriosklerose und koronarer Herzkrankheit angesehen.

Atherosklerotische Plaques

Die Entstehung von atherosklerotischen Plaques ist bis heute nicht vollständig geklärt. Rauchen, Übergewicht oder auch zu wenig Bewegung tragen zu ihrer Entwicklung bei. Oft beginnt die Atherosklerose schon in jungen Jahren und ist vermutlich aber auch Teil des natürlichen Alterungsprozesses.

Atherosklerose entsteht also, wenn Ablagerungen in der Gefäßinnenwand – die atherosklerotische Plaques – zu chronischen Entzündungen führen und die Blutgefäße verengen. Plaques behindern den Blutfluss und blockieren ihn schließlich vollständig, was einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslöst. Verursacht werden die chronischen Entzündungen durch eine außer Kontrolle geratene Reaktion des Immunsystems.


Literatur: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/?term=arteriosclerosis

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Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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