Lichtverschmutzung kann bei Senioren zu Schlafstörungen führen

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Lichtverschmutzung führt laut neuesten Daten zu Schlafstörungen. Künstliche Beleuchtung nachts im Freien und Schlaflosigkeit hängen signifikant zusammen.

Die künstliches Nachtbeleuchtung im Freien wird zunehmend als eine Form der Umweltverschmutzung, der sogenannten Lichtverschmutzung, anerkannt. Demnach soll die übermäßige Lichteinwirkung bei Nacht, egal ob von innen oder außen, zahlreiche schädliche Effekte auf die menschliche Gesundheit verursachen. Dazu gehören vor allem auch negative Auswirkungen wie Schlaflosigkeit sowie Schlafstörungen.

Prinzipiell bezeichnet der Begriff Lichtverschmutzung die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliches Licht. Die Verursachen sind vielfältig. Dazu gehören die Straßenbeleuchtung sowie die Anstrahlung von Denkmälern und Gebäuden. Weiters tragen auch Beleuchtungen von Geschäften, Reklametafeln sowie Lichtquellen aus privaten Gebäuden dazu kräftig bei.

 

Mehr Verschreibungen von Medikamenten gegen Schlaflosigkeit durch die nächtliche Lichtverschmutzung

In einer südkoreanischen Kohortenstudie wurde nun ein möglichen Zusammenhang zwischen dieser nächtlichen Lichtverschmutzung und Schlaflosigkeit bei älteren Erwachsenen untersucht. Dabei verglichen die Forscher das Ausmaß der Lichtverschmutzung mit den Verschreibungen von Medikamenten gegen die Schlaflosigkeit.

Die Autoren gingen grundsätzlich davon aus, dass die unangemessene oder übermäßige Verwendung von künstlichem Außenlicht in der Nacht zu einer starken Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit führen kann.

Schließlich haben ja bereits frühere Forschungen gezeigt, dass künstliche Beleuchtung bei Nacht zu Störungen des zirkadianen Rhythmus beziehungsweise den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinträchtigt. Dadurch könnten möglicherweise Stoffwechsel- und chronische Erkrankungen einschließlich Krebs und Diabetes, Fettleibigkeit sowie Depression begünstigt werden.

 

Studiendetails

Für die Studie wurden die  Daten aus einer südkoreanischen Stichproben-Kohorte (NHIS-NSC) von 2002 bis 2013 ausgewertet. Insgesamt schloss die Analyse über 50.000 60-Jährige und Ältere ein. Die Daten zurLichtverschmutzung basierten auf Satellitenaufnahmen von künstlichem Licht. Weiters wurden die Verschreibungen der beiden Schlfmittel Zolpidem und Triazolam ausgewertet.

 

Schlussfolgerungen

Schließlich zeigte sich, dass übermäßige künstliche Lichtverschmutzung bei Nacht im Freien bei älteren Erwachsenen signifikant mit einem Anstieg der Schlafmittel-Verschreibungen verbunden war. Diese Ergebnisse unterstützen somit auch die Hypothese, dass das künstliche Nachtlicht im Freien grundsätzlich Schlafstörungen verursachen kann.

Quelle:

Min J, Min K. Outdoor artificial nighttime light and use of hypnotic medications in older adults: a population-based cohort study. J Clin Sleep Med. 2018;14(11):1903–1910.

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Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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