Kopfweh bei Kindern immer häufiger

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Kopfweh bei Kindern betrifft immer jüngere Kinder und gehört zu den häufigsten Kinderkrankheiten. Zum Erkennen der Ursachen empfiehlt sich ein Kopfschmerztagebuch.

Bereits im Vorschulalter leidet jedes fünfte Kind zumindest hin und wieder unter Kopfschmerzen, am Ende der Grundschulzeit sind es weit mehr als die Hälfte aller Kinder, wobei Mädchen häufiger betroffen sind als Jungen. Dazu kam die MUKIS-Studie 2013 zu folgenden Ergebnissen:

  • Kopfweh bei Kindern betraf innerhalb der letzten sechs Monate vier von fünf der 12 bis 19 Jahre alten Kinder und Jugendlichen (83,7% hatten mindestens einmal Kopfschmerzen).
  • 11,4% der Befragten musste im letzten Jahr wegen Kopfschmerzen zum Arzt.
  • Gegen Kopfweh bei Kindern werden regelmäßig Medikamente eingenommen (jeder vierte Betroffene).
  • Kopfweh bei Kindern war an Mädchen-Gymnasien besonders häufig.
  • Jedes zehnte Kind (10,9%) klagte bereits im Alter von acht Jahren mindestens einmal im Monat über Kopfschmerzen, bei 3,8 Prozent der Zweitklässler traten die Kopfschmerzen sogar mindestens einmal pro Woche auf.
  • Mit zwölf Jahren hatte bereits mehr als die Hälfte (54%) der Kinder Erfahrungen mit Kopfschmerzen gehabt, 6,9 Prozent litten jede Woche, 18,5 Prozent mindestens einmal im Monat darunter.

 

Auslöser von Kopfweh bei Kindern

Hektik, Zeitdruck, Überforderung in der Schule, Familienstreit und besonders zu langes Sitzen vor dem PC oder Fernsehgerät sind die wichtigsten Auslöser von Kopfweh bei Kindern. Wobei es zum Teil deutliche Unterschiede in der Reaktion von Jungen und Mädchen: Für die Jungen waren das familiäre Klima, die Streithäufigkeit und die verfügbare Freizeit als Auslöser bedeutend. Bei Mädchen hatte das elterliche Verhalten wie Lob oder Nachgiebigkeit einen Einfluss auf die Entstehung von Kopfschmerzen.

 

Was hinter Kopfweh bei Kindern steckt

Die Diagnose Kopfweh bei Kindern ist nicht einfach. Bei kleinen Kindern, die noch nicht sprechen können, sind Kopfschmerzen nur schwer zu erkennen.Einigermaßen verlässliche Angaben sind von den Kindern erst etwa vom fünften Lebensjahr an zu erwarten.

Häufige Anzeichen für Kopfschmerzen bei Babys können Reizbarkeit, Unruhe und Überempfindlichkeit gegen Berührungen sein. Ein drücken der Hände an den Kopf oder vor die Augen, auffälliges Runzeln der Augenbrauen oder Ziehen an den Haaren können ebenfalls Hinweise sein.

 

Kopfweh bei Kindern als Begleiterkrankung

Gelegentlich verbergen sich organischen Störungen hinter dem Kopfweh bei Kindern. So werden fieberhafte Krankheiten wie grippale Infekte häufig von Kopfschmerzen begleitet. Auch Infektionen im Kopfbereich wie Kieferhöhlenentzündungen, entzündliche Krankheiten der Ohren, Halsentzündungen, Mandelentzündungen oder eine Hirnhautentzündung (Meningitis) führen zu Kopfweh bei Kindern. Weitere organische Ursachen können Kreislaufstörungen oder eine Gehirnerschütterung sein. Auch zu viel Sonne löst Kopfschmerzen aus.

Auch ist es wichtig zu wissen, dass für das Kopfweh bei Kindern häufig ein Sehfehler – zum Beispiel latentes Schielen – verantwortlich sein kann, eine Brille kann da sofort helfen. Je eher eine Sehschwäche erkannt wird, umso leichter und erfolgreicher lässt sie sich behandeln, rund sechzig Prozent der Sehschwächen werden allerdings zu spät erkannt.

 

Kopfschmerztagebuch führen

Zum Erkennen der eigentlichen Ursachen von unspezifischen Kopfschmerzen und um individuellen Auslösern auf die Spur zu kommen, sollte von Kind und Eltern zunächst getrennt voneinander für vier bis sechs Wochen ein Kopfschmerztagebuch geführt werden – empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit. Darin sollten Dauer und Stärke der Schmerzen, die Begleitsymptome, mögliche Auslöser und auch die eingenommenen Medikamente festhalten.

 

Spannungskopfschmerz und Migräne

Die häufigste Form von Kopfweh ist der Spannungskopfschmerz mit Übelkeit, unangenehm sind helles Licht und laute Geräusche. In den letzten Jahrzehnten hat aber auch die Häufigkeit von Migräne bei Kindern zugenommen.

Typisches Zeichen für Kopfschmerzanfälle ist das plötzliches Auftreten. Die beschwerdefreie Periode dazwischen kann von einer Woche bis zu mehreren Monaten dauern. Die Schmerzen sind meistens einseitig, manchmal auch zweiseitig und der Anfall wird häufig von Erbrechen, oft auch von Sehstörungen begleitet. Bei vielen Kindern liegt eine familiäre Belastung vor.

 

Hilfe bei Kopfweh bei Kindern

Vorbeugend empfiehlt sich, dass betroffene Kinder sich viel im Freien bewegen, regelmäßig Sport treiben und viel Wasser trinken. Sie sollten außerdem weniger Zeit mit Computerspielen und Fernsehen verbringen, auf geregelte Mahlzeiten und auf ausreichenden Schlaf achten.

Das Erlernen von Entspannungsmethoden wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, autogenes Training oder Biofeedback-Verfahren wird ebenfalls empfohlen. Zur medikamentösen Behandlung kann vom Arzt bei jüngeren Kindern Zäpfchen, bei Älteren Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol verordnen. Acetylsalicylsäure (ASS, „Aspirin“) darf wegen der Gefahr einer zwar seltenen aber gefährlichen Komplikation („Reye-Syndrom“) erst ab zwölf Jahren eingesetzt werden.

Eine pflanzliche Alternative zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Kopfschmerzen vom Spannungstyp bietet die äußere Anwendung einer zehnprozentigen Pfefferminzöl-Lösung aus der Apotheke. Nach dem Auftragen auf Stirn und Schläfen kommt es zu einer Stimulierung von Kälte- und Druckrezeptoren in der Haut. Durch das entstehende Kältegefühl lassen die Kopfschmerzen schon nach 15 Minuten deutlich nach.

Quelle und weitere Informationen: www.kindergesundheit.de

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