Konstantin Hering und die Homöopathie: vom Saulus zum Paulus

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Konstantin Hering – enthusiastischer Verfechter der Homöopathie – war vor allem in den USA tätig und Mitbegründer der American Institute of Homoeopathy (1844).

Konstantin Hering – Neujahrskind am 1. Jänner 1800 in Oschatz, Kurfürstentum Sachsen – war ein deutsch-US-amerikanischer Arzt und glühender Anhänger der Homöopathie (gestorben im 81. Lebensjahr am 23. Juli 1880 in Philadelphia). Die von ihm aufgestellt Hering’sche Regel ist ein Beurteilungskriterium für die symptomatische, homöopathische Behandlung chronischer Krankheiten. Man therapiert dabei von „oben nach unten“ und von „innen nach außen“: von „lebenswichtigeren zu den weniger lebenswichtigen Organen“,. Die Hering’sche Regel ist neben dem Ähnlichkeitsgesetz eine der wichtigsten homöopathischen Theorien.

 

Als alles begann: Hering von Hahnemann beeindruckt

Weiland Ende 1833 wurde die Zeitschrift »Hygea – Zeitschrift für Heilkunst « von Ludwig Griesselich – einem deutschen Mediziner und Stifter des „Homöopathischen Vereins des Großherzogtums Badens“ – als Publikationsorgan in monatlichen Heften herausgegeben. 1847 wurde die Zeitschrift  zum „Zentralorgan für die homöopathisch-spezifische Richtung in der Heilkunst“ erweitert.

Eben dort erschien 1847 auch ein erster Artikel von Konstantin Hering. Ungefähr 25 Jahre zuvor hatte ein Rektor der Leipziger Universität den jungen Medizinstudenten beauftragt, ein Buch gegen Samuel Hahnemann und dessen von diesem begründeter neuer Heilmethode zu schreiben. Damals war Konstantin Hering ein viel versprechende Student der Leipziger Medizinuniversität. Wegen dieses Auftrags begann er sich notgedrungen mit Hahnemann und dessen damals neuen Homöopathie zu beschäftigen.

Nachdem er sich zwei Jahre lang mit der Materie auseinandergesetzt hatte, begann er schließlich auch eigene Experimente durchzuführen. Letztendlich wurde er ein überzeugter und glühender Anhänger von Hahnemann und seinen Theorien. Auch später ist es so manchem Naturwissenschafter ähnlich ergangen. Denn im Zuge von Studien zur Homöopathie wandelten sich viele Kritiker vom „Saulus zum Paulus“.

 

Einer der Väter der Homöopathie in den Vereinigten Staaten von Amerika und Verehrer Hahnemanns

Konstantin Hering half mit seinen Forschungen und Theorien mit, dass sich die Methode der Homöopathie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika etablieren konnte. Schließlich war er dadurch – nicht zuletzt auch wegen seiner Lehrtätigkeit – auch mitverantwortlich für den damals bestehenden Hype der Homöopathie. Dabei war Hering auch Mitbegründer des American Institute of Homoeopathy (1844), des Homoeopathic Medical College of Pennsylvania (1848) und des Hahnemann Medical College of Philadelphia (1867).

In dem anfangs erwähnten Artikel, der den Namen „Requisits to a correct estimate of Hahnemann“ trug, beschreibt er Voraussetzungen der Homöopathie, die man kenn muss, um dem Charakter Hahnemanns gerecht zu werden und ihn richtig einschätzen zu können.

Mit dem Beitrag wollte er die außergewöhnlichen geistigen Eigenschaften von Hahnemann festhalten. Er wollte auch dessen besondere Fähigkeiten und auch seinen ungewöhnlichen Lebensweg in groben Zügen nachzuzeichnen. Denn das war notwendig, um die einmalige Konstellation von Licht und Schatten in Hahnemanns Leben begreifen zu lernen. Schließlich ermöglichte es diese Kombination, gegen Zeitgeist, heftigste Opposition und Gegnerschaft, gegen das Elend seiner Zeit und gegen Missgunst und Unverständnis eine neue Medizinische Methode zu entdecken. Hahnemann entwickelte die nicht nur in allen wichtigen Grundvoraussetzungen, sondern vollendete sie auch weitgehend in seinen letzten Lebensjahren.

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Alfred Felsberger

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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