Koka und der Kokastrauch

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Das pflanzliche Arznei- und Rauschmittel Koka – der Kokastrauch – mit dem aktiven Inhaltsstoff Kokain war das erste Lokalanästhetikum.

Der Kokastrauch stammt ursprünglich aus den Anden und wird in Südamerika seit Jahrtausenden kultiviert. Schon in den präkolumbianischen Kulturen spielte Koka – Erythroxylum coca LAM., Erythroxylaceae – eine wichtige Rolle als öko­nomisches Austauschgut, Aphrodisiakum, pflanzliches Heilmittel und rituelles Rauschmittel. Auch heute noch hat die Pflanze in vielen indianischen Kulturen eine wichtige soziale und religiöse Bedeutung.

In der Volksmedizin wird die Koka – Erythroxylum coca, Erythroxylaceae – als psychisches und körperliches Stärkungs- und Genussmittel bei Ermüdung, Schwäche- und Erschöpfungszuständen, Hunger, Höhen- oder Reisekrankheit, Schmerzen, Asthma, Diabetes oder zur Gewichtsreduktion angewendet. Dabei werden die Blätter gekaut (coca y bica), geraucht, geräuchert, inhaliert oder als wässriger oder alkoholischer Extrakt eingenommen.

Der Kokastrauch ist vor allem in Peru und Bolivien heimisch, er wird aber auch in anderen Gebieten kultiviert. Der Kokastrauch liefert wie auch einige andere Erythroxylum-Arten den Inhaltsstoff Kokain, der ein süchtig machendes Betäubungsmittel ist, das heutzutage in der Medizin praktisch nicht mehr eingesetzt wird. Die KOKA-Blätter werden von den Indogenen Völker der südamerikanischen Anden als Anregungs- und Genußmittel zusammen mit Kalk oder Pflanzenasche gekaut, z.T. bereiten sie aus den Blättern Tee. Auch Touristen bekommen Kokablätter zum Kauen, um eine etwaige Höhenangst zu überwinden.

Wirkung von Koka

Die Wirkung beruht auf den enthaltenen Koka-Alkaloiden, wobei das bekannteste ­sicherlich das Kokain ist. Dem Göttinger Wissenschafter A. Niemand ist es 1860 gelungen, das Kokain aus den Blättern zu isolieren und die chemische Struktur aufzuklären. Die damaligen Wissenschafter waren anfangs überzeugt, eine Wunderdroge gegen Neurasthenie, Depressionen, Opium­sucht und Alkoholismus gefunden zu haben, da Kokain zu Wachheit, Appetitverlust, Wohlgefühl, Euphorie, Konzentrationsanstieg und zu mehr Energie führt. Nach den anfänglichen positiven Wirkungen mussten sie aber schnell erkennen, dass die Droge zu erheblichen Nebenwirkungen und Gewöhnung führt. Eine Überdosierung kann zu zentralnervöser Stimulation, lebensgefährlichen Krämpfen, Herzarrhythmien, Atmungskollaps und Blutungen führen. Auch können Psychosen damit ausgelöst werden. Wird die Zufuhr trotz Nebenwirkungen aufrecht erhalten, kann es zu schwerer körperlicher und geistiger Zerrüttung, starkem Gewichtsverlust, Schlaflosigkeit, Abnahme der Gedächtnisleistung und der Willenskraft bis zu psychischer Verwirrung kommen.

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