Kinder-Rückengesundheit im Blickpunkt

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Langes Sitzen, Smartphone einschließlich ständig geneigtem Kopf schadet der Rückengesundheit von Kindern – darum treten auch bei Kindern immer öfter Kreuzschmerzen auf.

Um die Rückengesundheit von Kindern steht es allgemein nicht zum Besten. Schuljahr für Schuljahr erhöht sich das Risiko, dass Kinder von Schmerzen im unteren Rückenbereich betroffen sind. Das ergab unlängst eine US-amerikanische Metaanalyse. Die Gründe dafür sind neben Verletzungen im Rückenbereich und falscher Körperhaltung und Belastung, oft verursacht durch die Nutzung neuer digitaler Geräte, vor allem auch Bewegungsmangel und eine dementsprechende schwache Rückenmuskulatur.

 

Smartphone und Computerspiele statt aktiver Freizeitgestaltung und Sport

Schon mit zarten Alter von sieben Jahren leidet ein Prozent der Kinder an Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich, zeigten die analysierten Daten. Im Alter von zehn Jahren erhöht sich die Zahl der Betroffenen auf sechs Prozent, bei den 14-bis 18-Jährigen zeigen sich bereits bei fast jedem Fünften Beeinträchtigungen der Rückengesundheit. Die US-amerikanischen Wissenschaftler fanden heraus, dass in den meisten Fällen harmlose, gut zu behandelnde Funktionsstörungen,Verletzungen, Wachstumsstörungen oder auch Stress Grund für die Schmerzen sein.

Meist breiten zu schwere oder falsche Belastungen den betroffenen Kindern und Jugendlichen Schmerzen im Rücken. Da das Muskel- und Skelettsystem in jüngeren Jahren noch in der Entwicklung ist, ist die Anfälligkeit für Verletzungen und Verspannungen besonders hoch.

Ein großes Problem unserer Zeit ist aber auch, dass sehr viele Kinder und Jugendliche eine sehr großen Teil Ihrer Freizeit im Sitzen verbringen, dazu kommen noch die Stunden in der Schule. In der Freizeit verdrängen Smartphone und Computerspiele aktive Hobbys wie Fußball, Schwimmen oder Reiten von der Liste der liebsten Freizeitbeschäftigungen und führen zu großem Bewegungsmangel.

Sitzen ist weiters eine sehr einseitige Belastung für den Rücken und führt zum Erschlaffen der Rückenmuskulatur. Deswegen wird grundsätzlich auch empfohlen, dass man sich mindestens eine Stunde am Tag bewegen sollte, um so die Muskeln im Rücken zu stärken, die wiederum die Wirbelsäule unterstützen und möglichen Schmerzen entgegenwirkt.

 

Eltern sind gefordert

Eine wichtige Rolle beim Thema Rückengesundheit von Kindern und Jugendlichen auch den Eltern zu: sie sollten beispielsweise wissen, dass bei Kindern körperliche Aktivitäten in Form von Wandern oder Radfahren ohne zu hohe Intensität sehr beliebt sind. Empfohlen wird aber auch bei Schülern, die sportlich sehr aktiv sind, ausreichende Trainingspausen einzuhalten, um das Risiko für Überbelastungen und Verletzungen zu minimieren.

Wer sein Kind zu mehr Bewegung ermutigen will, sollte auch selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Dies bedeutet, den eigenen Gebrauch moderner Medien wie Fernsehen, Computer oder Smartphone einzuschränken und die Freizeit aktiv mit Spaziergängen, Schwimmbadbesuchen oder Fahrradtouren zu gestalten.

Schule und Schultasche. Zum Lernen und Hausaufgaben machen ist es empfehlenswert, wenn Schulkinder am Schreibtisch auf einem geeigneten Stuhl oder Gymnastikball sitzen, der für ihre Größe geeignet ist, um einen Rundrücken zu vermeiden. Auch sollten Schulkinder nicht mehr als zehn Prozent ihres eigenen Körpergewichts in der Schultasche auf dem Rücken tragen. Wichtig ist auch die richtige Einstellung der Gurte, damit das Gewicht der Tasche gleichmäßig am Rücken verteilt wird.

Literatur:

J MacDonald, E Stuart, R Rodenberg, Musculoskeletal low back pain in school-aged children. JAMA Pediatr. 2017;171(3):280–287 – doi:10.1001/jamapediatrics.2016.3334


Quelle: www.dgou.de; class=“s1″>www.dkou.org

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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