Junge Erwachsene haben immer öfter Kopfschmerzen

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Alarmierende Daten für Jüngere: bei  18- bis 27-Jährigen ist die Zahl der Patienten mit Kopfschmerzen beim Vergleich von 2005 und 2015 um 42% angestiegen.

Aufgrund ihrer Daten konnte die Barmer Krankenkasse, die 10,3% aller Versicherten in Deutschland betreut, für den Zeitraum 2005 bis 2015 eine solide Hochrechnung für die Gesamtbevölkerung vornehmen. Junge Erwachsene standen im Fokus, der Schwerpunkt der Analyse waren Kopfschmerzen. Im Verlauf von 11 Jahren waren rund 50% der Bevölkerung wegen Kopfschmerzen mindestens einmal in ärztlicher Behandlung. Das belegt, wie häufig und wie beeinträchtigend Kopfschmerzen sind und steht im Einklang mit epidemiologischen Daten.

 

Junge Erwachsene leiden häufiger an Kopfschmerzen als zu Beginn des Jahrtausends

Die Daten für junge Erwachsene sind alarmierend. In der Altersgruppe der 18 bis 27-Jährigen ist die Zahl der Kopfschmerzpatienten beim Vergleich der Jahre 2005 und 2015 um 42% angestiegen. Anders als in epidemiologischen Studien wurde jedoch kein Anstieg der Kopfschmerzdiagnosen bei Kindern nachgewiesen. Man kann nur spekulieren, worauf diese Diskrepanz zur beruht. Möglicherweise ist die Versorgungslandschaft für Kinder mit Kopfschmerzen bereits so ausgelastet, dass keine Zuwächse erfasst werden.

Es wurden nur Patienten mit Kopfschmerzen verglichen, die von der Krankenkasse erfasst werden. Denn die ersaetzt dann die Kosten für die ärztliche Hilfe. Patienten, bei denen Kopfschmerzen nicht im Fokus standen, wurden nicht erfasst, ebenso nicht die weniger schwer Betroffenen, die sich ausschließlich mit Selbstmedikation aus der Apotheke versorgen oder schwer Betroffene, die im Gesundheitssystem keine Hilfe mehr erwarten, weil sie annehmen, schon alles versucht zu haben. Die Zahl der von Kopfschmerzpatienten ist also in der Realität wohl deutlich höher, gerade junge Erwachsene – die grundsätzlich seltener zum Arzt gehen – könnten noch stärker betroffen sein.

Die Barmer Analyse zeigt auch, dass Kopfschmerzen häufig mit psychischen Begleitdiagnosen einhergehen. Dies entspricht nicht nur der der klinischen Erfahrung und wissenschaftlichen Daten, sondern belegt die Qualität der Datenauswertung. Die Daten zeigen, dass die Behandlung zu mehr als 80% beim Hausarzt erfolgt, gefolgt von Neurologen.

Quellen:

BARMER Krankenkasse – Arztreport 2017

http://www.dmkg.de/

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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