Johanniskraut: Wechselwirkungen sind nicht selten, aber oft unbekannt

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Dass Johanniskraut Wechselwirkungen verursachen kann, ist oft nicht bekannt. Johanniskraut wird gerne zur alternativen Behandlung von Depressionen eingesetzt.

Unlängst haben Wissenschafter des Wake Forest Baptist Medical Center berichtet, wie Johanniskraut Wechselwirkungen verursacht. Sie zeigten, dass die Inhaltsstoffe der Heilpflanze die Konzentration anderer Medikamente und Substanzen im Körper reduziert. So beeinflusst Johanniskraut beispielsweise die Wirkung der Anti-Baby-Pille, von Medikamenten zur Blutverdünnung und Blutdrucksenkung sowie gegen Krebs. Letztendlich können solche Wechselwirkungen die Wirksamkeit bestimmter Therapien vermindern, oder sogar gänzlich aufheben.

 

Patienten unterschätzen häufig pflanzliche Präparate beziehungsweise Phytopharmaka

Bedauerlicherweise haben viele Patienten häufig ein falsches Bild von pflanzlichen Wirkstoffen. Denn sie denken nicht daran, dass hinsichtlich naturgewonnener Substanzen Wechselwirkungen ebenfalls auftreten können. Deswegen ist es entscheidend, dass sowohl Ärzte als auch Apotheker solche Gefahren von Phytopharmaka kennen und ihre Patienten dementsprechend informieren.

 

Negative Konsequenzen von Wechselwirkungen in Studie gezeigt

Wie eingangs erwähnt ermittelten unlängst Forscher im Zuge einer retrospektiven Analyse die Auswirkungen von Johanniskraut auf anderen Medikamenten. Schließlich zeigte die Studie, dass die gleichzeitige Einnahme von Johanneskrautextrakt mit anderen Medikamenten in 28 Prozent der analysierten Fälle Risiken verursachten.

Grundsätzlich zählten zu den möglichen Konsequenzen von Johanniskraut-Wechselwirkungen einerseits die bedrohliche Ansammlung hoher Konzentrationen von Serotonin im Körper. Anderseits traten dadurch auch mögliche Herzkreislauf-Erkrankungen durch die gestörte Wirksamkeit von Blutdrucksenkern auf.

Im Zuge der Analyse konnten allerdings nur jene Wechselwirkungen festgestellt werden, die bei den innerhalb der Studie eingenommenen Medikamenten auftraten. Weitere Wechselwirkungen von Johanniskrautextrakt mit anderen, in dieser Studie nicht erfassten Medikamenten, können nicht ausgeschlossen werden. Dazu gehören beispielsweise ungeplante Schwangerschaften durch das Versagen der Anti-Baby-Pille.

 

Die Notwendigkeit, über potenzielle Gefahren von Wechselwirkungen bei Johanniskraut zu informieren

“Es ist essenziell, Patienten ausgiebig über potenzielle Gefahren und Risiken in Zusammenhang mit der Einnahme von Johanniskrautextrakt zu informieren“, erklären die Studienautoren. Dementsprechend raten sie Ärzten und Apothekern allgemein, ihre Patienten stets nach der potenziellen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu fragen. Egal ob das Vitamine und Mineralien sowie Kräutermischungen betrifft. Dies gilt speziell auch bei der Verschreibung jener Medikamente, bei denen Wechselwirkungen bei Johanniskraut zu erwarten sind.

Literatur:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1874438/

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14663455 

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK92750/

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1016/j.clpt.2003.08.009/abstract


Quelle: https://www.wakehealth.edu/

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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