Jodmangel bei Kindern und Schwangeren

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Bei Kindern und Schwangeren auf die richtige Ernährung zur Vermeidung von Jodmangel zu achten, da diese Gruppen ja wenig Salz zuführen.

Trotz optimaler Jodsalzprophylaxe ist bei Kindern und Schwangeren auf eine ausreichende Jodzufuhr durch die Ernährung zu achten, da nach Empfehlung diese Gruppen wenig Salz zu sich nehmen, wodurch eine nur marginale Jodversorgung und häufig Jodmangel resultiert.

Jodhältige Mineralwässer, österreichische Eistees, Kiwi (ca. 80 μg J/Frucht) bzw. Meeresprodukte (Fischstäbchen etc.) sollten in deren Speiseplan aufscheinen! Eine Schwangere muss optimal mit Jod versorgt werden – ca. 250 Mikrogramm täglich.

 

Jodmangel in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft braucht man relativ mehr Jod, weil die Mutter vermehrt Jod (über den Harn) ­ausscheidet und vermehrt Thyroxin synthetisieren muß:

  • um das SDH-Depot im Blut (wichtigstes Transporteiweiß= TBG= Thyroxin bindendes Globulin) der Mutter aufzufüllen (TBG steigt im ersten Schwangerschaftsdrittel um das 3fache an!)
  • um für den Stoffwechsel der fetoplazentaren Einheit genügend Thyroxin zur Verfügung stellen zu können. Das Thyroxin der Mutter ist dabei für die frühfetale Hirnentwicklung unbedingt notwendig (»Hirn braucht Thyroxin«); die fetale Schilddrüse kann ja erst ab der 18. Schwangerschaftswoche ihr eigenes Thyroxin produzieren; bis dahin ist der Fetus vom Thyroxin der Mutter abhängig, das die Plazenta passiert. Bei Jod- bzw. Hormonmangel (Unterfunktion) der Mutter wird der Fetus auch enzymatisch auf eine Art »Thyroxin-Vorrangschaltung« für das fetale Gehirn umgestellt, um dessen Reifung zu sichern. Im Gegensatz zur den peripheren Organen (z.B. der Leber) braucht das fetale Gehirn für die Thyroxindejodierung (zum Aktivhormon Trijodthyronin) auch kein Selen. Daher möglichst keine isolierten Selengaben in einer Schwangerschaft, soferne nicht vorher der Jodmangel behoben ist.

In der 2. Schwangerschaftshälfte braucht der Fetus vermehrt Jod zur eigenen Schilddrüsenhormonsynthese; ab nun wird ja die Plazenta für das mütterliche Thy­roxin immer weniger durchgängig. ­Andererseits sind aber Jodüberladungen tunlichst zu vermeiden, da Jod in hoher Dosis hemmend auf die fetale Schilddrüsenhormonsynthese wirkt (mögliche Folge: neonataler Kropf und / oder Unterfunktion).

Die Mutter braucht auch in der Stillperiode vermehrt Jod, da die laktierende Mamma (ebenso wie die Schilddrüse) eine »Jodidpumpe« besitzt und daher Jod anreichert. Im Falle eines Reaktorunfalls werden große Mengen radioaktiven Jods frei. Die Jodidpumpe bewirkt natürlich auch eine vermehrte Anreicherung des (vom »fall-out« inhalierten) Radiojods in der Muttermilch; dieses ­radioaktive Jod wird dann von der Schilddrüse des Säuglings nochmals auf das 50–100fache konzentriert. Säuglinge sind daher immens strahlengefährdet. Dazu kommt noch eine (gegenüber dem Erwachsenen) signifikant vermehrte Strahlenempfindlichkeit des Säuglings. Derselbe Anreicherungsmechanismus für Radiojod gilt natürlich auch für die Kuhmilch, die dann nicht verabreicht und nur zu Käse verarbeitet werden darf: denn nach radioaktivem Zerfall des Jods kann ein solcher Käse wieder gegessen werden.

Da die beschriebene vermehrte Syntheseleistung der Schilddrüse auch bei nur marginalem Jodmangel zum »Schwangerschaftskropf« führt, wurde schon bei den Ägyptern und Römern die Messung der Zunahme des Halsumfanges (Kropfband) als bekannter Schwangerschaftstest eingesetzt.

 

Jodmangel durch geringe Salzzufuhr

Für Experten gilt vor allem die Sorge um Gruppen mit (auch ärztlich empfohlener) geringer (Jod)-Salzzufuhr. Marginaler Jodmangel in der Gravidität, beim Stillen, beim Säugling bei und Kleinkindern ist grundstäzlich möglich. Auch bei ­einem nur marginalen Jodmangel­-Gebiet kann es bei den Risikogruppen ohne zusätzlich Jodzu geben zu einer deutlichen Vermehrung des SD-Volumens kommen. Bei diesen Gruppen (Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kleinkinder) muss durch intensivierte Beratung und folglich verändertem Ernährungsverhalten – vermehrtem Verzehr von Meeresprodukten, jodhältigen Mineralwasser, Kiwi etc. – eine ausreichende Jodversorgung sicherzustellen.

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Lena Abensberg

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