Ivosidenib bei akuter myeloischer Leukämie mit IDH1-Mutation zugelassen

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Die neue Substanz Ivosidenib wurde nun in den USA zur Behandlung von Patienten mit akuter myeloischer Leukämie und einer IDH1-Mutation zugelassen.

Der Wirkstoff Ivosidenib ist ein oral verfügbarer Inhibitor der mutierten cytosolischen Isocitrat-Dehydrogenase 1 (IDH1). IDH1 und IDH2 sind wichtige metabolische Enzyme, die die Umwandlung von Isocitrat zu α-Ketoglutarat (αKG) katalysieren und gleichzeitig das Nicotinamidadenindinucleotidphosphat (NADP) zu NADPH reduzieren. In verschiedenen Studien zeigte sich, dass Patienten mit einer fortgeschrittenen AML oder nach einem Rückfall mit AML mit Mutation des IDH1-Gens sehr gut auf eine Behandlung mit Ivosidenib ansprachen.

Orale eingenommenes Ivosidenib wird sehr schnell resorbiert und erreicht den Steady-State innerhalb von 14 Tagen nach Verabreichung. Die empfohlene Dosierung von Ivosidenib beträgt 500 mg einmal täglich bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder inakzeptabler Toxizität.

 

Akute myeloische Leukämie (AML)

Die akute myeloische Leukämie (AML) betrifft etwa 8 von 10 erwachsenen Patienten mit akuten Leukämien. Sie ist eine heterogene Gruppe hämatologischer Malignome und die häufigste akute Leukämie bei Erwachsenen, insbesondere bei älteren Menschen über 65 Jahre, auf die mehr als die Hälfte der Fälle entfallen.

Typischerweise besteht die Standardtherapie in ­einer Induktionstherapie (Anthrazyklin, ­Cytosinarabinosid), um eine komplette Remission zu erreichen. Damit können Remissionsraten von 70–80% bei Patienten unter 60 Jahren und 60–70% bei jenen über 60 Jahren erreicht werden. Wegen der Merkmale der Patienten – beispielsweise Komorbiditäten – und der Krankheit wie zytogenetische und molekulare Anomalien sind die Behandlungsergebnisse bei älteren Menschen sehr schlecht. Mmit vollständigen Remissionsraten von 40 bis 50% und einer kürzeren Remissionsdauer.

Bei der Akuten Myeloischen Leukämie entstehen anstelle von gesunden reifen Blutkörperchen unreife „myeloische Blasten“. Diese stören die Blutbildung im Knochenmark und verursachen dadurch lebensbedrohliche Infektionen und Blutungen. Grundsätzlich werden die Patienten mit einer Chemotherapie und gegebenenfalls einer Stammzelltransplantation behandelt, wobei die Heilungschancensehr stark variieren. In den letzten Jahren hat sich an der Standardtherapie der AML nichts wesentlich geändert. Der Einsatz von neuen Therapiestrategien mit zielgerichteten Substanzen eröffnet sicher neue therapeutische Optionen.

Literatur: Dhillon, S. Ivosidenib: First Global Approval. Drugs (2018) 78: 1509. https://doi.org/10.1007/s40265-018-0978-3

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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