Insektizide wie Permethrin auf Moskitonetzen gemessen

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Erstmals konnten Forscher Insektizide auf Moskitonetzen messen. Sie konzentrierten sich dazu zunächst auf Permethrin, eines der häufigsten Insektizide.

Seit den 1980er Jahren werden Moskitonetzen Insektizide beigesetzt. Allerdings muss man nach wenigen Waschgängen die Moskitonetze neu mit Insektizide imprägnieren oder überhaupt gegen neue austauschen. Später wurden auch langlebigere imprägnierte Netze entwickelt. Hier sollen die Insekti

zide bis zu zwanzig Wäschen oder mehr als drei Jahre überdauern können. Nun entwickelten US-Wissenschaftler eine Technik, die eine Messung der tatsächlichen Insektizid-Menge auf der Oberfläche von Moskitonetzen ermöglicht. Im Fokus stand dabei das Permethrin.

 

Menge an Permethrin auf Moskitonetzen gemessen

Seit jeher schützen sich Menschen mit Moskitonetzen vor Insekten und einer möglichen Übertragung von Krankheiten wie Malaria. Die Moskitonetze produziert man vor allem aus einem feinmaschigen Polyester- oder Nylonnetz. Dessen sehr kleine Maschen halten die Insekten vor der menschlichen Haut ab. In diesem Zusammenhang hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die Mindestmaschenweite vor allem gegen Malaria-Mücken mit mindestens 25 Löcher pro Quadratzentimeter betragen. Grundsätzlich sind solche Insektizid-imprignierten Moskitonetze weltweit sehr weit verbreitet eingesetzt.

Forscher der North Carolina State University und des U.S. Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben jetzt eine Technik entwickelt, mit der man tatsächlich messen kann, wie viel Insektizid sich noch auf der Oberfläche von benutzen Moskitonetzen befindet. Damit sieht man auch, wie lange die Netze effektiv sind. „Bislang gab es keine etablierte Methode zur Messung der Verteilung und Konzentration von Insektiziden auf der Oberfläche von Moskitonetzen“, sagt Chuanzhen Zhou, Wissenschaftler der NCIF-Analytical Instrumentation Facility (AIF) und Co-Autor der Studie. „Und das ist wichtig, denn nur die Insektizide an der Oberfläche sind bioverfügbar und können die Moskitos töten.“

 

Mehr als eine Milliarde Netze weltweit im Einsatz

„Unsere Entwicklung wird weltweite Auswirkungen haben“, betont Fred Stevie, leitender Forscher der AIF. „Es gibt mehr als eine Milliarde Netze und unsere neue Technik kann uns sagen, wie lange beispielsweise Permethrin auf den Moskitonetzen hält. Letztendlich könnte die Technik sogar helfen, eine Auswahl idealer Stoffe zu finden – von militärischen Uniformen bis zu hochwertigen Wandertextilien.“ 

Die Forscher konzentrierten sich übrigens auf das Permethrin, eines der am häufigsten verwendeten Insektizide auf Moskitonetzen. Sie analysierten dazu eine Permethrin-Probe mit einem Massenspektrometer, um einen chemischen Fingerabdruck zu erhalten. Weiters setzten sie dieselbe Technik ein, um den chemischen Fingerabdruck des Netzmaterials zu erhalten. Dies gab den Forschern dann die Basisinformationen, die sie zur Unterscheidung nach der Analyse von Permethrin-eingebetteten Netzen benötigten.

Literatur:

Smith SC, Zhou C, Stevie FA, Garcia R (2018). Imaging and quantitative analysis of insecticide in mosquito net fibers using Time-of-Flight Secondary Ion Mass Spectrometry (ToF-SIMS). PLoS ONE 13(12): e0209119. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0209119

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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