Indischer Weihrauch – Boswellia serrata

0

Bestimmte bislang weniger bekannte Heilpflanzen sind in den letzten Jahren intensiver untersucht worden – dazu gehört unter anderem auch Indischer Weihrauch.

Weihrauch – lat. Olibanum – dient in Kirchen als wohlriechendes, bekanntes Räuchermittel. Gewonnen wird Weihrauch aus verschiedenen Boswellia-Arten: Besonders häufig und bekanntesten ist arabischer Weihrauch, die Boswellia carteri in Südarabien, Somalia und Äthiopien.

Weihrauch gehörte neben Myrrhe und Gold zu den Geschenken der heiligen drei Könige aus dem Morgenland für das Christuskind, sein Geruch ist Ausdruck besonderer Festlichkeit. Seit dem Altertum ist der aromatische Duft, der bei der Verbrennung des verbrennenden Weihrauchharzes entsteht, Teil vieler religiöser Zeremonien.

Wenn man die Äste Einschneidet, fließt ein heller Milchsaft heraus, der an der Luft zu einer karamellartigen, hell- bis dunkelbraunen, unregelmäßig geformten Masse erstarrt.

 

Indischer Weihrauch aus dem Ayurveda

Weniger bekannt, heute aber von zunehmendem Interesse, ist der Indische Weihrauch – Boswellia serrata –, der in Nord- und Mittelindien in gleicher Weise wie der arabische Weihrauch gewonnen wird. Dieser Indische Weihrauch wird in der traditionellen indischen Medizin (dem Ayurveda) unter der Bezeichnung »Salai gugul« seit Jahr­hunderten zur Behandlung entzündlicher Prozesse verwendet.

Vor einigen Jahren haben auch deutsche Wissenschaftler damit begonnen, sich intensiv mit der Wirkung bestimmter Inhaltsstoffe, nämlich den Boswelliasäuren, zu befassen. Dabei wurde herausgefunden, dass die 5-Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure ein starker Hemmstoff der 5-Lipoxygenase (5-LOX) ist. Nun weiß man schon seit längerer Zeit, dass 5-LOX eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Entzündungen spielt, womit die Wirksamkeit von Indischem Weihrauch zumindest eine teilweise Erklärung findet.

 

Bei welchen Erkrankungen Indischer Weihrauch ethno-medizinisch verwendet wird

In verschiedenen klinischen Untersuchungen konnte Indischer Weihrauch gute Ergebnisse bei der Behandlung von Asthma bronchiale, Colitis ulcerosa – der Dickdarmentzündung mit Geschwüren – und Morbus Crohn – der Entzündung der unteren Dünndarmabschnitte – sowie bei rheumatischen Erkrankungen wie Arthritis erzielen.

Weihrauch-Wirkstoffe sind allerdings in unseren geografischen Breiten bisher nicht verfügbar – auch da die pharmakologischen Grundlagen der Wirkung von Weihrauch wenig erforscht sind. ­Deswegen ist man noch auf Importe von indischen Präparaten angewiesen.

Weiterführende Informationen zu Indischer Weihrauch:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22457547

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12622457

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20696559

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21553931

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24667331

Share.

About Author

Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Comments are closed.