Immer mehr Demenzkranke in Europa

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Es gibt immer mehr Demenzkranke, immer mehr Angehörige, welche die Betroffenen rund um die Uhr betreuen müssen – bis zur Unterbringung in Pflegeheimen.

In den kommenden Jahrzehnten wird es in Europa immer mehr Demenzkranke geben. Man vermutet eine Steigerung von 7,1 Millionen im Jahr 2000 auf 16,2 Millionen im Jahr 2050.

Es gibt gewisse Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen in Europa – so leben in Osteuropa anteilsmäßig weniger Demenzkranke –, doch die generelle Tendenz ist überall sehr ähnlich. Es wird zu einem starken Anstieg der Zahl der Betroffenen kommen.

 

Demenzkranke bringen große Anforderungen in der Pflege und der Versorgung

Die große Anzahl der Demenzkranken bedeutet für die Zukunft enorme Anforderungen in der Pflege und der Versorgung. Das gilt für Angehörigen genau so wie für Institutionen.

Die Entwicklung ist in der Altersentwicklung der Bevölkerung begründet. Europa ist eine jener Regionen der Welt, in der die Überalterung der Bevölkerung am weitesten fortgeschritten ist. Der Anteil der älteren Personen von 60 Jahren ist in ­Europa deutlich höher als in Nord­amerika und auf allen anderen Kontinenten. Die wichtigsten Daten, die bei den Gesundheits- und Sozialpolitikern die Alarmglocken läuten lassen sollten:

  • Im Jahr 2000 gab es in Europa 7,1 Millionen Demenz-Kranke. Rund 4,7 Millionen Patienten litten an Morbus-Alzheimer.
  • Im Jahr 2030 werden in Europa rund 11,9 Millionen Personen mit Hirnleistungsstörungen leben, etwa 8 Millionen davon mit der Alzheimer-Krankheit.
  • 2050 sollen es schließlich auf dem Kontinent 16,2 Millionen demente Menschen sein, 11,2 Millionen davon Alzheimer-Patienten.
  • Auch der jährliche Zuwachs an neuen Kranken mit Hirnleistungsstörungen wird stark ansteigen. Im Jahr 2000 waren es 1,85 Millionen (davon eine Million Alzheimer-Kranke). Im Jahr 2030 werden solche Erkrankungen bei rund 3,1 Millionen Personen diagnostiziert werden, davon bei 1,7 Millionen die Alzheimer-Krankheit.
  • Die Daten für 2050: 4,1 Millionen neue Patienten mit Demenz (2,3 Millionen Alzheimer-Patienten). Deutlich wird die Entwicklung auch bei der Relation der Zahl der Menschen mit Hirnleistungsstörungen und der arbeitenden Bevölkerung.

Im Jahr 2000 kamen in Europa 7,1 Millionen Demenzkranke auf 493 Millionen Personen im arbeitsfähigen Alter. Das ergab ein Verhältnis von einem Patienten auf 69,4 werktätige Menschen. Im Jahr 2050 wird dieses Verhältnis bei eins zu 21,1 liegen.

Quelle und weitere Informationen:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15955676

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23305823

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Alfred Felsberger

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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