Im Schlaf das Gedächtnis verbessern

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Neuro-Enhancement heisst ein neues Schlagwort, das bedeutet, dass man sich schlau schlafen beziehungsweise im Schlaf sein Gedächtnis verbessern kann.

Lernen im Schlaf ist fast zu schön, um wahr zu sein,. Dennoch ist es mittlerweile wissenschaftlich erwiesen: Schlaf kann nicht nur das Gedächtnis verbessern, sondern dies kann mit verschiedenen Methoden und Technologien auch noch verstärkt werden.

 

Neuro-Enhancement, im Schlaf das Gedächtnis verbessern

Neuro-Enhancement heißt diese Möglichkeit, Lern- und Gedächtnisprozesse im Schlaf noch fördern bzw. das Gedächtnis verbessern zu können. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass eine Gedächtnisverstärkung während des Schlafs möglich ist. Wie wichtig es ist, dass wir ein Drittel unseres Lebens im Schlaf verbringen, zeigt die Forschung der letzten Jahre: Während wir schlafen und das Bewusstsein ausgeschaltet ist, verarbeitet das Gehirn das, was wir am Tag erlebt und gelernt haben.

Neue Lernerfahrungen werden im Schlaf noch einmal wiederholt, sortiert, geordnet und schließlich fest im Langzeitgedächtnis gespeichert – wodurch man das Gedächtnis verbessern kann. Schlaf spielt eine entscheidende Rolle, dass wir uns an neu erworbenes Wissen, Erfahrungen und erlernte Fähigkeiten erinnern. Es gibt auch aktuelle Untersuchungen, die zeigen, dass positive Effekte des Schlafs für das Gedächtnis mit Hilfe verschiedener Methoden und Technologien noch verstärkt werden können. Dieser Effekt des Neuro-Enhancement ist ein aktiver Prozess, bei dem die Gedächtnisspuren im zentralen Nervensystem reaktiviert und reorganisiert werden. Dadurch befördert Schlaf die Abspeicherung von Lerninhalten und auch die Einsicht in ungelöste Probleme.

 

Von welchen Faktoren positive Effekt des Schlafs, um unser Gedächtnis zu verbessern, abhängen

Neuere Forschungsarbeiten konnten zeigen, inwieweit sich der Schlaf beeinflussen lässt und wie sich Gedächtnisspuren am besten verfestigen. So ist es zum Beispiel möglich, Lerninhalte durch externe Reize wie zum Beispiel Gerüche oder Töne während des Schlafes zu reaktivieren, wodurch die Lerninhalte gefestigt und sogar qualitativ verändert werden können.

Auch die elektrische oder auditorische Stimulation bestimmter Hirnoszillationen kann die im Schlaf das Gedächtnis verbessern. Schließlich wirken sich bestimmte Medikamente, die entweder den Schlaf und/oder die Gedächtnisverarbeitung beeinflussen, positiv auf die spätere Erinnerungsleistung aus.

Mit Hilfe dieser Erkenntnisse ist die Funktion des Schlafs für die Bildung von Gedächtnis besser zu verstehen, um den Schlaf für die Erhaltung und Verbesserung der Lernfähigkeit bestmöglich zu nutzen und die Leistungsfähigkeit nachhaltig zu steigern, aber auch um neue geeigneter therapeutischer Maßnahmen für Patienten mit Schlafstörungen und Gedächtnisbeeinträchtigungen zu entwickeln.

 

Im Schlaf sind wir besonders anfällig für äußere Einflüsse und Manipulationen

Allerdings ist Schlaf ein sehr besonderer Zustand, in dem der Mensch keine Kontrolle darüber hat, was mit ihm geschieht, so dass man im Schlaf besonders anfällig für äußere Einflüsse und Manipulationen ist. Dementsprechend weisen Experten auf ethische und gesellschaftspolitische Fragen des Neuro-Enhancements im Schlaf hin. Es stellen sich Fragen, wie welchen Einfluss es auf uns und auf unsere Gesellschaft, wenn wir individuelle Erinnerungen im Schlaf beeinflussen, festigen und möglicherweise sogar verändern können. Oder wie und von wem diese Methode angewendet werden darf. Weiters stellen sich Fragen unerwünschter Nebeneffekte oder Risikofaktoren. Mit Sicherheit entstehen Gefahren, dass dadurch auch ein Missbrauch entstehen kann.

Quelle: www.dgsm-kongress.de 2015.

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Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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