Hypertonie und Sport

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Im Zusammenhang mit Hypertonie und Sport hängt die Blutdrucksenkung von Dauer, Häufigkeit, Intensität und Langfristigkeit der sportlichen Aktivität ab.

Bewegung hat ein immenses Potential für die Hypertonie:

  • A. Prävention, insbesondere in jungem Alter: Altersbedingter Blutdruck-Anstieg kann kompensiert und somit einer Hypertonie-Entwicklung entgegen gesteuert werden.
  • B. Therapie: Als alleinige Maßnahme, beziehungsweise kombiniert mit anderen nichtmedikamentösen Strategien (Ernährung, Gewichtskontrolle) bei milder Hypertonie. Auf Dauer so gut wie eine medikamentöse Monotherapie. Langfristig durchgeführt: Blutdrucksenkungen wie bei einer medikamentösen 2er-Kombination.
  • C. Als adjuvante Maßnahme bei medikamentöser Therapie. Kann bei regelmäßiger, adäquater Durchführung bis zu zwei blutdrucksenkende Medikamente einsparen.

Angaben in Leitlinien, was durch Bewegung erreicht werden kann, sind nicht adäquat. Die mögliche Blutdrucksenkung hängt immer von Dauer, Häufigkeit, Intensität und Langfristigkeit der sportlichen Aktivität ab. Blutdrucksenkung bei zweimal wöchentlichem Training nach mehreren Jahren bis zu 22/20 mmHg.

Unterschiede medikamentöse Therapie versus Bewegungstherapie:

Ein blutdrucksenkender Effekt tritt bei der medikamentösen Therapie sofort ein. Der blutdrucksenkende Effekt bei Bewegungstraining tritt erst mit deutlicher Verzögerung ein. Das heißt, hier muss in den meisten Fällen zunächst einmal mit einer medikamentösen Therapie begonnen werden, die dann reduziert werden kann, sobald der Blutdruck durch das Bewegungstraining zusätzlich gesenkt wird.

Durch Bewegungstraining ergeben sich zugleich günstige Effekte auf weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren (Blutfette, Blutgerinnung, Harnsäure und Kohlenhydratstoffwechsel (Diabetes mellitus), Vermeidung von Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern). Das leistet keine medikamentöse Therapie!

Hypertonie und Sport: Nicht nur Ausdauer- sondern auch Krafttraining

Bisher wird – außer in den USA (ACSM) – nur Ausdauertraining empfohlen. Krafttraining (Kraftausdauer) und HIIT (hochintensives Intervalltraining) sind jedoch ebenfalls erfolgreich. HIIT ist dabei eher noch motivationsfördernd und weniger zeitaufwendig.

Wie sieht es mit Sport bei zusätzlichen Erkrankungen wie Koronarer Herzkrankheit (KHK) und Herzinsuffizienz aus?

Natürlich Sport! Und: Alle Sportformen (auch HIIT!). Hierzu gibt es bereits gute Daten bei Koronarer Herzerkrankung und auch bei Herzinsuffizienz (HIIT ist hier sogar effektiver als Ausdauertraining).

Professor Dr. med. Dr. rer. nat. Professor h. c. Reinhard G. Ketelhut

Professor Dr. med. Dr. rer. nat. Professor h. c. Reinhard G. Ketelhut

Quelle:

Statement » Hypertonie in Bewegung – Was bringt der Sport? « von Professor Dr. med. Dr. rer. nat. Professor h. c. Reinhard G. Ketelhut, Kongresspräsident des 40. Wissenschaftlichen Kongresses der DHL® in Berlin, 2016

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MEDMIX Online-Redaktion

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