Humane Papillomavirus und Kopf-Hals-Tumoren

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Das Humane Papillomavirus kann auch die Schleimhäute im Mund, Rachen und Kehlkopf infizieren und dort sogenannte Kopf-Hals-Tumoren auslösen.

Das Humane Papillomavirus – abgekürzt und bekannt als HPV – ist im Zusammenhang mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, den Zervixkarzinomen, und der Diskussion rund um die HPV-Impfung recht gut bekannt. Weniger bekannt ist bisher jedoch, dass die HPV-Typen 16 und 18 auch sehr oft Kopf-Hals-Tumoren auslösen können.

Grundsätzlich schützt auch hier die Impfung. Deswegen sollten Aktionen wie in Österreich, wo die Kosten der HPV-Impfung für Mädchen und Buben im Schulalter übernommen werden, auch eine geringere Rate von Kopf-Hals-Tumoren bringen.

 

Kopf-Hals-Tumoren: Humane Papillomavirus als einer der Hauptrisikofaktoren

Zu den Kopf-Hals-Tumoren gehören unter anderem Krebserkrankungen in Mund und Rachen, der Rachenmandeln sowie des Kehlkopfs. Das Humane Papillomavirus gilt heutzutage durch seinen Befall der Schleimhäute im Mund, Rachen und Kehlkopf als einer der Hauptrisikofaktoren für bestimmte Plattenepithelkarzinome im Kopf-Hals-Bereich.

Betroffen sind allerdings nicht Hirntumoren oder Hautkrebs im Gesicht oder am Kopf. Stattdessen beinhalten Kopf-Hals-Tumoren vor allem die Tumoren des Mundes und des Rachens (Oropharynx), der inneren Nase sowie der Rachenanteile zur Nase hin (Nasopharynx). Weiters zählen dazu Gaumenmandelnkrebs, Krebs des Schlundes, Kehlkopfkrebs sowie Krebs der Luftröhre.

 

Humane Papillomavirus-Infektion weit verbreitet

Schätzungen zufolge, kommen rund 80 Prozent aller Frauen und vermutlich auch der Männer im Laufe ihres Lebens mit HPV in Kontakt. Humane Papillomavirus-Ansteckung erfolgt dabei ausschließlich über Hautkontakt oder Geschlechtsverkehr.

Normalerweise eliminiert das Immunsystem das Humane Papillomavirus. Wenn aber die Viren eines der Hochrisiko-Typen dauerhaft im Körper überleben, dann kann das in Folge zu Krebserkrankungen kommen.

 

Rund 50 Prozent der Rachentumoren sind HPV-positiv

In unseren Breiten hat das Humane Papillomavirus derzeit etwa 50% aller Rachenkrebs-Erkrankten infiziert, wobei diese Rate nach wie vor ansteigt. Hierbei ist es ein kleiner Trost, dass HPV-positive Karzinome des Oropharynx, des Rachens, eine wesentlich günstigere Prognose haben als solche, die nicht durch das Humane Papillomavirus ausgelöst wurden. Denn die typischen Therapien – wie Chirurgie oder Bestrahlung mit Chemotherapie – sprechen bei HPV-positivem Krebs deutlich besser an.

Als Oropharynx wird der Bereich des Mund- und Rachenraumes ab dem weichen Teil des Gaumens, der Mandeln und des Zungengrunds, also dort wo die Zunge angewachsen ist, bezeichnet.

Quelle:

Statement » Die HPV-Epidemie im Kopf- und Halsbereich «. Univ.-Prof. Dr. Dietmar Thurnher. Vorstand der Univ. Klinik für HNO-Heilkunde, Leiter der Klinischen Abteilung für allgemeine HNO, Medizinische Universität Graz zum HNO 2018 der Österreichischen HNO-Gesellschaft.

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Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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