Hoodia gordonii gegen Hunger- und Durstgefühl

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Die südafrikanische, sukkulente, kaktusähnliche Pflanze Hoodia gordonii wurde in unseren Breiten dafür bekannt, das Hunger- und Durstgefühl zu unterdrücken.

Die südafrikanische Heilpflanze Hoodia gordonii wächst in der Kalahari-Wüste. Trotz ihres Äußeren gehört sie nicht zu den Kakteen, sondern ist eine sukkulente Pflanze aus der Familie der Hundsgiftgewächse. In den vergangenen Jahrhunderten dienten die verschiedenen Hoodia-Arten den Menschen vom Stamm der San als Nahrungsmittel. Wegen ihres anhaltend bitteren Geschmacks verwendeten sie die Nahrungspflanze allerdings hauptsächlich in Notzeiten beziehungsweise während der Jagd oder langer Wanderungen.

 

Gegen Hunger und Durst mit auf die Jagd

Grundsätzlich erwarb sich Hoodia gordonii den Ruf, Hunger und Durst zu bekämpfen. Ursprünglich nahmen die nomadisierende Hirten die Nahrungspflanze auf mehrtägige Jagdausflügen mit, um die Entbehrungen besser tolerieren zu können. Grundsätzlich verzehrten sie dabei die geschälten fleischigen Triebe.

 

Von Südafrika in den Westen

Schließlich erkannte ein Forschungsinstitut in Südafrika als erstes das Potenzial von Hoodia gordonii und fand 1997 den Entwicklungspartner Phytopharm. 1998 stieg dann Pfizer in einen Lizenzvertrag mit Phytopharm zur weltweiten Vermarktung als Appetitzügler und bei Typ II-Diabetes ein. Letztendlich startete man eine präklinische Studien, die man dann Ende 1998 erfolgreich beendete.

Tatsächlich verringerte in einem klinischen Studienprogramm von 2001 bis 2003 die Hoodia gordonii tatsächlich die Kalorienaufnahme und senkte den Körperfettanteil. Allerdings zog sich Pfizer 2003 aus dem Vertrag zurück. 2004 räumte Phytopharm Unilever Exklusivrechte ein, und die Entwicklung als Pharmazeutikum wurde endgültig eingestellt.

Beispielweise reduzierte ieiner klinischen Studie mit 60 übergewichtigen Freiwilligen, die 2 x täglich Hoodia oder Placebo anwendeten, die Inhaltsstoffe der Pflanze tatsächlich nach 15 Tagen die durchschnittliche Kalorienaufnahme pro Tag. Weiters konnten sie auch den Körperfettanteil vermindern, ohne unerwünschte Wirkungen zu verursachen.

 

Unterschiedliche Wirkungen

Eine ganze Reihe von Wirkungen gingen aus dem Prüfprogramm hervor, wie positive Wirkung auf die geschädigte Magenschleimhaut, antidiabetische und appetitzügelnde Wirkungen.

Die hungerstillenden Eigenschaften der Hoodia gordonii kommen durch den Inhaltsstoff P57 zustande, der aus der Pflanze extrahiert werden kann. Diese wirksame Verbindung soll zur Unterdrückung des Hungergefühls direkt im Gehirn führen. Die San essen sie daher auf Reisen durch die Kalahari, der Heimat der Hoodia gordonii, als Mittel gegen Hunger. Auch bei Verdauungsstörungen und Infektionen wird die Pflanze genutzt.

In einer aktuellen Studie untersuchten Forscher die spezifischen betroffenen Gewebetypen im Tiermodell. Dabei zeigte sich bei adipösen und übergewichtigen Ratten,, dass der durch den Verzehr von Hoodia gordonii entstandene Gewichtsverlust zu einem Verlust von Fett sowie auch Muskelmasse führte.

Literatur:

Smith C, Krygsman A. Hoodia gordonii extract targets both adipose and muscle tissue to achieve weight loss in rats. J Ethnopharmacol. 2014 Sep 11;155(2):1284-90. doi: 10.1016/j.jep.2014.07.018. Epub 2014 Jul 24.

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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