Hirnleistungstraining im Alter

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Da gegen das kognitive Altern bzw. Gedächtnisverlust keine bestätigte Pharmakotherapie bekannt ist, wird oft vorbeugendes Hirnleistungstraining empfohlen.

Das sogenannte kognitive Altern verläuft entweder physiologisch ohne pathologische Verluste der Hirnleistung oder es kann sich über Vorstufen, die heute als Mild Cognitive Impairment – abgekürzt MCI bezeichnet werden, eine Demenz-Erkrankung im Alter entwickeln. In verschiedenen Untersuchungen wurden vor allem zwei Formen vorbeugender Maßnahmen wurden in Studien genauer untersucht: eine körperliches Training und ein Hirnleistungstraining.

 

Vorbeugung durch Hirnleistungstraining und körperliches Traning

Körperliches Training. Präventive Methoden mittels Steigerung der physischen Fitness gehen vor allem davon aus, dass körperliches Ausdauertraining wie Yoga, Stretching, Wandern, Schwimmen aber auch Ausdauertraining im Fitnessstudio, knieschonende Ausdauersportarten etc. zu einer Verbesserung der sogenannten Hirnperfusion führt und vaskuläre Risken reduziert. In diesem Zusammenhang zeigten sich positive, wenngleich oft nicht sehr große Trainingseffekte in etwa einem Drittel der Studien mit hirngesunden und zwei Dritteln der Studien mit MCI-Patienten. Am stärksten wirkte sich aerobes Training auf die Hirnleistung aus, wobei sich Leistungszuwächse vor allem beim Arbeitstempo sowie exekutiven und Langzeitgedächtnisleistungen.

Hirnleistungstraining. Präventive Methoden mit kognitivem Training gehen davon aus, dass die Hirnleistung in allen Lebensaltern trainierbar ist und dadurch eine Neurodegeneration verhindert bzw. verlangsamt werden kann. Erklärungsansätze für einen positiven Trainingseffekt von Hirnleistungstraining kommen aus dem experimentellen Bereich und basieren auf dem Konzept der zerebralen Plastizität und Neogenese. Zahlreiche Studien erfassten den Effekt von systematischem Hirnleistungstraining im Alter. Die dabei angewendeten Intervention bestanden meist in einem Hirnleistungstraining, dem Erlernen kognitiver oder Problemlösestrategien, dem Gebrauch externer Hilfsmittel oder effizienterer Informationsverarbeitung. Der Trainingsumfang variierte zwischen 10 und 540 Stunden. Hilfsmittel zum Hirnleistungstraining waren unter anderem Papier-und-Bleistiftmaterialien, Lernunterlagen oder computerbasierte Übungsprogramme, wobei sehr oft in Gruppen trainiert wurde. Der Trainingseffekt wurde in Form psychometrischer Messverfahren überprüft – als Parameter wurden Gedächtnis, Psychomotorik, Aufmerksamkeit, Reaktionskontrolle, Raumverarbeitung etc. herangezogen. Mehrere Studien zeigten einen signifikanten Übungseffekt des angewandten kognitiven Trainings. Das Hirnleistungstraining wirkte teilweise auch noch nach Monaten, wobei positive Trainingseffekte sowohl bei gesunden Probanden als auch bei Personen mit MCI beobachtet werden konnten.

 

Hirnleistungstraining zeigt langanhaltende Traingseffekte

Hirnleistungstraining kann also – beobachtet in zahlreichen Studien – bei Gesunden und Personen mit Mild Cognitive Impairment MCI positive, oft auch langanhaltende Traingseffekte bringen. Die Studien haben sich aber im Zusammenhang mit zahlreichen Parametern unterscheiden und hatten teilweise viel zu kleine Stichproben, um allgemeingültige Aussagen zuzulassen. Auch wurde nicht immer zwischen gesundem Altern und MCI unterschieden. Bei vielen Untersuchungen ist es daher fraglich, ob es sich bei den beobachteten Leistungssteigerungen um einen psychometrischen Übungseffekt oder um eine Verbesserung alltagsrelevanter Fähigkeiten handelt.

Völlig unklar ist, welche Form des kognitiven Trainings am effizientesten ist, und ob individuelles kognitives Hirnleistungstraining bessere Ergebnisse bringen kann.

Grundsätzlich kann aber die Sinnhaftigkeit eines körperlichen oder kognitiven Trainings für alternde Menschen generell gut geheißen werden, wobei es aber nahezu unmöglich ist, dem einzelnen patienten individuell angepasste Empfehlungen hinsichtlich der Trainingsart bzw. der Erfolgsaussicht zu machen. Jüngste Untersuchungen lassen auch vermuten, dass nicht nur Ausdauertraining sondern auch Krafttraining positive Effekte auf das kognitive Altern bringt.

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Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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