Bei Verätzungen richtig reagieren

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Den Mund mit Wasser spülen – aber nicht hinunter schlucken – und sofort Hilfe holen: das sind grundsätzlich die richtigen Erstmaßnahmen bei Verätzungen.

Verätzungen – Gewebezerstörungen – entstehen meist durch die Einwirkung von Laugen (beispielsweise durch Waschmittel) oder durch Säuren (beispielsweise durch Reinigungsmittel) oder anderen ätzenden Stoffen wie Benzin oder Alkohol. Ärztliche Hilfe ist nach Verätzungen immer notwendig. Der Schweregrad der Verätzung ist abhängig von Menge, Konzentration und der Dauer der Einwirkung des ätzenden Stoffes.

 

Verätzungen von Haut, Augen, Mund- sowie Verdauungsbereich

Am häufigsten treten Verätzungen auf der Haut, in und an den Augen, im Mund- sowie im Verdauungsbereich auf. Verätzungen der Haut sind an deren Rötung und Schwellung zu erkennen. Die Schmerzen durch Verätzungen nehmen zu, solange die ätzende Substanz wirkt. Tiefe Wunden vergrößert die Gefahr von Infektionen, bei großflächigen Wunden droht sogar ein Schock – ein meist plötzlich einsetzendes, lebensbedrohliches Kreislaufversagen.

Auch chemische Substanzen können zu Verätzungen und Vergiftungen führen; sie werden über die Haut aufgenommen, beispielsweise durch Kleidungsstücke. Die mit der Substanz getränkte Kleidung muss sofort entfernt werden, die Haut mit reinem Wasser abgespült werden. Wenn möglich sollte dann ein keimfreier Verband angelegt, gegebenenfalls eine Schockbekämpfung durchgeführt und der Notarzt gerufen werden.

 

Verätzungen des Auges

An krampf­artigem Zukneifen der Augenlider, Tränenfluss, Rötung und Schwellung sind Verätzungen des Auges zu erkennen. Verätzungen können zu Hornhautschädigung bis zur Erblindung führen. Auch bei Verätzungen des Auges sollte über einen längeren Zeitraum mit Wasser ausgespült werden. Wenn man bei einem Verletzten Verätzungen des Auges erstversorgen muss, sollte man diesen auf den Boden legen und den Kopf auf die Seite des verätzten Auges gedreht werden. Sollten sichtbare ­Bestandteile wie Kalkbrösel oder ähnliches vorhanden sein, sollten diese mit einem Taschentuch entfernt werden.

Zum Ausspülen werden mit zwei Fingern die Lider des Auges gespreizt und dann Wasser in den inneren Augenwinkel gespült, damit das Wasser die verätzenden Rückstände über den Augapfel und den äußeren Augenwinkel abfließen lässt. Beide Augen sollen keimfrei abgedeckt werden, dann sollten wiederum notwendige Schockbe­kämpfungsmaßnahmen gesetzt werden – den Schockpatienten in Schocklage bringen, bei Bewusstlosigkeit in stabile Seitenlage. Dann muss der Notarzt gerufen werden.

 

Verätzungen des Verdauungstrakts und im Mund

Grundsätzlich verur­sachen Verätzungen des Verdauungstrakts heftige Schmerzen, vermehrten Speichelfluss, Schluckstörungen, massives Erbrechen und Veränderungen der Schleimhäute durch weißliche Beläge oder Blutungen. Durch die Verätzungen können starke narbige Verengungen in der Speiseröhre entstehen, wodurch die Speiseröhre für Speisen unpassierbar wird. Klares Wasser in kleinen Schlucken verdünnen die verschluckte Substanz, ein Erbrechen sollte vermieden werden. Denn wenn Magensäure erneut in die Speiseröhre und den Mund gelangt, können neue Verätzungen entstehen.

Bei Verätzungen im Mund muss dieser mit Wasser ausgespült werden, wobei das Wasser nicht geschluckt werden darf. Dies passiert manchmal durch Flaschen, in denen sich nicht die gewünschte Flüssigkeit befindet.

Weitere Informationen:

https://www.uniklinikum-leipzig.de/r-erste-hilfe-tipps.html?kategorie_id=7&modus=detail&type=adults

https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/der-kleiner-lebensretter/veraetzungen/

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MEDMIX Online-Redaktion

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