Heuschnupfen ernst nehmen

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Viele Menschen – Patienten und Ärzte – nehmen Heuschnupfen nicht ernst genug, sie ignorieren ihre allergischen Erscheinungen, eine Therapie wird nicht eingeleitet.

Heuschnupfen beeinträchtigt den Alltag. Die subjektive Beeinträchtigung der Patienten durch diesen „banalen“ Heuschnupfen wird oft grob unterschätzt. Das zeigen Studien, die den Einfluss von verschiedenen Erkrankungen auf die Lebensqualität untersuchen. Allergien sind zwar in den seltensten Fällen wirklich lebensbedrohend, in der Bewältigung des Alltags sind Allergiker jedoch tatsächlich sehr beeinträchtigt. Von der beruflichen Leistungsfähigkeit bis hin zu Freizeit und Sport greift die Allergie in alle Lebensbereiche ein. Besonders belastend ist der Mangel an erholsamen Schlaf.

Wie stark sich Allergien auf die Lebensqualität und weitere Lebensbereiche auswirken kann, dokumentiert eine englische Studie bei Schülern. Sie zeigt ein signifikant schlechteres Abschneiden von allergischen Schülern bei Schularbeiten während der Allergiesaison im Vergleich zu nicht allergischen Kindern.

 

Heuschnupfen und Asthma

Den Allergiesymptomen wie juckende Augen oder rinnende Nase liegt eine Entzündung zugrunde. Wenn sich diese Entzündungen bis zur Lunge ausbreiten, kann zum Heuschnupfen Asthma dazukommen. Ein wichtiges Ziel der Allergiebehandlung ist daher immer, diesen sogenannten Etagenwechsel zu verhindern. Dies kann mit Allergie-Immuntherapien (früher Desensibilisierung, Hyposensibilisierung oder spezifische Immuntherapie genannt) erreicht werden, da sie direkt die immunologischen Ursachen angreifen und so langfristig und nachhaltig wirken. „Leider werden Allergen-Immuntherapien in Österreich immer noch viel zu selten verordnet. Von den vielen Patienten, die für diese Therapien in Frage kommen, erhält sie nur ein kleiner Teil“, betont Ao. Univ.-Prof. Dr. Verena Niederberger-Leppin, Leiterin der ARGE Allergologie der Österreichischen HNO-Gesellschaft.

 

Heuschnupfen ernst nehmen

„Viele Patienten – und zum Teil auch Ärzte – nehmen allergische Beschwerden nicht ernst genug und meinen, dieser ‚zivilisatorischen Modekrankheit‘ mit Abhärtung und Nichtbeachtung Herr werden zu können“, warnt Doz. Dr. Wolfgang Luxenberger, niedergelassener HNO Arzt in Frohnleiten und Fachgruppenobmann der HNO-Ärzte Österreichs, „Sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern sollte mit der Einleitung einer entsprechenden Therapie des Heuschnupfens nicht zugewartet werden. Durch eine rechtzeitige Behandlung lässt sich die Lebensqualität der Betroffenen rasch bessern und der gefürchtete Etagenwechsel kann in vielen Fällen verhindert oder zumindest verzögert werden“.

 

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