Heuschnupfen erkennen und behandeln

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Um die oder den Auslöser für Allergien oder Heuschnupfen erkennen zu können, sollte bei Beschwerden rasch die Diagnosenstellung von einem Allergie-Experten gemacht werden.

Für die Entstehung von Heuschnupfen oder einer anderen Allergie ist grundsätzlich immer der Erstkontakt mit dem Antigen nötig, allergische Symptome treten aber erst beim Zweitkontakt als Folge einer Antigen-Antikörper-Reaktion auf. Heuschnupfen und Allergien sind nicht angeboren, doch eine erhöhte Bereitschaft zur Sensibilisierung kann das sehr wohl sein. Die Sensibilisierung – das heißt bei der Typ I-Allergie die Bildung von spezifischem IgE – wird vor allem durch hohe Allergenkonzentrationen und durch eine geschädigte Barriere begünstigt. Maßnahmen, um die oder den Auslöser für Allergien oder Heuschnupfen erkennen zu können, sind für eine bestmögliche Behandlung von großer Bedeutung.

 

Wodurch Allergien entstehen können

Ohrläppchen-Stechen und das darauf folgende Einbringen des Metalls kann zum Entstehen einer Nickel-Allergie führen. Darum leiden Frauen wesentlich häufiger darunter. Allgemein begünstigen Piercing diese Erkrankung. Auch die steigende Umweltbelastung und die globale Erwärmung sind mitverantwortlich für steigende Allergiker-Zahlen, weiters tragen gestiegene hygienische Standards tragen dazu bei, da das Immunsystem dadurch öfters seine normale Schutzfunktion zu entfaltet.

Viele Menschen glauben, dass sie durch Blumen allergisch werden und Heuschnupfen bekommen. Doch normalerweise sind Gräserpollen für die allergischen Symptome verantwortlich. Diese blühenden Gräser werden allerdings kaum wahrgenommen. Im Frühjahr machen vor allem die Pollen von ­Birke, Erle und Hasel den Allergikern zu schaffen, im Frühsommer sind es Gräser und Getreide. Pollen von Blumen lösen hingegen keine Allergien und keinen Heuschnupfen aus, da es so genannte Insektenbestäuber sind, deren Pollen zu groß und zu schwer sind, um beim Menschen eine Allergie auszulösen.

Im Spätsommer leiden Pollenallergiker unter der Blütezeit von Beifuß und vor allem Ragweed. Wie bereits in Nordamerika seit längerem werden Ragweed-Allergien auch in Europa zu einem volksgesundheitlichen Problem. Kanadische Briefträger müssen beispielsweise Gartenbesitzer auf Ragweed-Pflanzen aufmerksam machen und deren Entfernung einfordern. Werden die Gräser dann nicht entfernt, drohen hohe Geldstrafen.

Auch pollenassoziierte Nahrungsmittel­allergien sind durchaus häufig. Allergiker sollten wissen, dass auch Pizzagewürze allergische Reaktionen auslösen können.

Weitere gängige Allergie-Auslöser sind die Hausstaubmilbe beziehungsweise deren Ausscheidungen. Schon Matratzen, die älter als zwei Jahre sind, sind voll von Milben. Hilfe biete hier das so genannte Encasing: so bezeichnet man das Überziehen einer Matratze mit einem milben- und allergiendichten Überzug. Im Kampf gegen die Hausstaubmilbe müssen auch Wohnungen von Allergikern dementsprechend saniert werden und unter ­anderem die Teppichböden entfernt oder spezialgereinigt werden. Mitunter kann den Milben auch durch Ausfrieren der Garaus gemacht werden: So kann man die Kuscheltiere der Kinder in die Tiefkühltruhe geben.

Für die Zunahme von ­allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen spielt auch die immer beliebter werdende Haltung von Haustiere eine bedeutende Rolle. 64 Prozent aller Besitzer von Kleinnagern entwickeln eine Tier-Allergie und reagieren allergisch auf den Harn der Tiere. Bei Katzen sind Hautschuppen und Speichel die Auslöser. Viele Lehrer glauben beispielsweise, auf Kreidestaub allergisch zu sein. In den meisten Fällen sind es aber von den Kindern mitgebrachte Katzen-Allergene.

 

Allergien und Heuschnupfen erkennen

Liegt einmal auf Grund entsprechender klinischer Symptomatik der Verdacht auf eine allergische Erkrankung vor, so sollte eine spezifische diagnostische Abklärung erfolgen, um beispielsweise Heuschnupfen erkennen zu können. Ein solcher Verdacht besteht bei rezidivierenden Symptomen unter gleichen Umweltbedingungen wie etwa bei jahreszeitlich abhängige Beschwerden oder Symptomen nach Tierkontakten.

Im Unterschied zu einer pharmakologischen Reaktion ist die allergische Reaktion nicht dosisabhängig. Schon geringste Penicillin-Spuren im Schweiß eines ­Patienten, dem das Antibiotikum zuvor intravenös verabreicht wurde, können beispielsweise bei einem Allergiker nach dem Händeschütteln Haut­reaktionen hervorrufen. Und fünf einzelne winzigste Beifuß-Pollen in ­einem Kubikmeter Luft sind in der Lage, eine Heuschnupfen-Attacke auszulösen, wobei zur Blütezeit von Beifuß bis zu 2000 Pollen in einem Kubikmeter Luft gemessen werden.

Bei der Diagnosenstellung setzt der Allergie-Experte vor allem auf den Prick-Test, bei dem verschiedene Allergene unter die Haut injiziert werden, sowie auf Serumuntersuchungen. Bei Typ IV-Allergien, den allergischen Ekzemen, wird der so genannte Patch-Test, ein Pflastertest, verwendet. Die Diagnose kann aber erst dann gestellt werden, wenn die Testresultate mit der klinischen Symptomatik übereinstimmen.

 

Allergien und Heuschnupfen behandeln

Die einfachste Form der Behandlung stellt die Allergenkarenz dar. Oft ist dafür allerdings nahezu kriminalistisches Kleinstarbeit notwendig, um die oder den Verursacher von Heuschnupfen erkennen zu können.

Eine kausal wirksame Therapie ist die Hyposensibilisierung. Das Prinzip dieser Behandlungsform besteht darin, das bei Menschen mit IgE-Pro­duktion bestehende Ungleichgewicht zwischen TH2- und TH1-Zellen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Behandlungsdauer beträgt mindes­tens drei Jahre. Da diese Therapie auch mögliche unerwünschte Wirkungen zur Folge haben kann, sollte dies nur von einem erfahrenen Arzt mit entsprechender Zusatzausbildung durchgeführt werden. Neben der bekannten Form, bei der das Antigen injiziert wird, kommen auch sublinguale ­Applikationen zur Anwendung.

Heuschnupfen erkennen und Mikronährstoffe einsetzen. Mehr dazu unter: http://www.medmix.at/heuschnupfen-mit-mikronaehrstoffen-lindern/

Zur symptomatischen Behandlung von Allergien und Heuschnupfen stehen in erster Linie Glukokortikoide und ­Antihistaminika zur Verfügung. Der ­systemische Einsatz von Glukokorti­koiden sollte jedoch der Überwindung von Krisensituationen vorbehalten bleiben, meinen zahlreiche Allergologen. Auch bei lokaler Anwendung sei neben der Frage der Resorption die zunehmende Skepsis auf Seiten der Patienten zu bedenken.

Zur Stabilisierung der IgE-produzierenden Mastzellen eignet sich Cromoglykat, allerdings muss die Anwendung von Beginn der Pollensaison an in vierstündigen Abständen erfolgen. Bestehen bereits Symptome, so kann eine wirksame Behandlung nur mit Anti­histaminika, die über eine kompetitive Inhibition an den Rezeptoren wirken, erfolgen. Sedierende Antihistaminika sollten nur bei Patienten mit Neurodermitis, die unter nächtlichem Juckreiz leiden, eingesetzt werden.

Antihistaminika der neueren Generation zeichnen sich durch eine fehlende Sedierung aus. Als Sofortmaßnahmen können daher nicht-sedierende und nicht-kardiotoxische Antihistaminika eingesetzt werden.

Verhaltensregeln bei Heuschnupfen

Mit verschiedenen Maßnahmen können Patienten mit Heuschnupfen sich die Pollenbelastung gering halten. Im Zusammenhang mit der Körperpflege ist mehrmals täglich das Waschen des Gesichts empfohlen – ebenso wie Nasenduschen. Auch das Haarwaschen am Abend vor dem Schlafengehen reduziert die Belastung.

Im Zusammenhang mit den eigenen vier Wänden können Patienten mit Heuschnupfen ebenfalls einiges Sinnvolles tun. So sollte die Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer ausgezogen und die Bettwäsche regelmässig gewaschen werden. Gegebenenfalls ist auch hilfreich, wenn man auf Teppiche völlig verzichten kann, Laminat oder Parkett ist zu empfehlen.

Zwei gängige Tipps bei Heuschnupfen sind das Aufhängen von nassen Handtüchern in der Wohnung, da so Pollen abgefangen werden können. In diesem Sinn sollte man auch die Fenster geschlossen lassen. Lüften kann man am Land zwischen 19 und 24 Uhr, in der Stadt besser zwischen 6 und 8 Uhr Früh.

Während der jeweiligen Belastungssaison sollten sich Patienten mit Heuschnupfen nicht zu lange im Freien aufhalten, außer nach Regen: danach kann man die pollenfreie Luft genießen.

Beim Autofahren sollten Patienten mit Heuschnupfen stark befahrene Straßen vermeiden, da die durch Abgas verunreinigten Pollen noch aggressiver sind. Weiters sollte man auch hier die Fenster geschlossen halten und – wenn nicht vorhanden –  Pollenfilter in die Lüftungsanlage des Autos einbauen lassen.

 

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