Herzklappenersatz per Katheter von Vorteil

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Herzklappenersatz per Katheter weist eine niedrigere Krankenhaus-Sterblichkeit auf als die Klappenoperation und könnte laut Experten bald eine Therapieoption für die meisten Patienten mit einer Aortenklappenstenose darstellen.

Immer mehr Patienten mit Herzklappen-Erkrankungen profitieren davon, das ein Herzklappenersatz per Katheter eingesetzt wird. Der sogenannte Transkatheter-gestützte Aortenklappenersatz (TAVI) ist bei Herzklappen-Patienten mit hohem Risiko inzwischen die Therapie der Wahl von hochgradigen Aortenklappen-Verengungen. In den großen Studien PARTNER 2 und SurTAVI zeigte sich, dass auch Patienten mit mittlerem Risikoprofil der minimalinvasive Herzklappenersatz per Katheter der herkömmlichen Klappenoperation ebenbürtig ist. Dementsprechend wurde in den aktuellen europäischen Leitlinien die Indikation für den Herzklappenersatz per Katheter auf größere Patientengruppen erweitert.

Deutsche Qualitätssicherungsdaten: Herzklappenersatz per Katheter versus Klappenoperation

Ein Herzklappenersatz per Katheter wird in Deutschland mittlerweile als 15.000 mal pro Jahr eingesetzt. Eine Auswertung von Qualitätsdaten des verpflichtenden Registers des Gemeinsamen Bundesausschusses zeigt, dass die Sterblichkeit nach interventioneller Therapie günstiger ist als nach einem herzchirurgischen Eingriff.

In Deutschland müssen alle Aortenklappenersatz-Eingriffe – chirurgische wie kathetergestützte – beim Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) registriert werden. „Die Analyse dieser Daten zeigt, dass die Zahl der TV-TAVI Prozeduren im Jahr 2016 weiter anstieg, mittlerweile werden mehr als 15.000 Eingriffe jährlich durchgeführt“, berichtet Dr. Luise Gaede von der Klinik für Innere Medizin, St. Johannes Hospital Dortmund. „Die häufigsten Komplikationen nach einer transvaskulären TAVI-Intervention stellen vaskuläre Komplikationen und postoperative Schrittmacherimplantation dar, diese haben über die Jahre jedoch konstant abgenommen.“

Die Weiterentwicklung der Klappen-Prothesen und die zunehmende Erfahrung der Operateure spiegeln sich in einer immer weiteren Reduktion der intra-hospitalen Mortalität nach TV-TAVI wider. Der Trend der letzten Jahre hat sich auch im Jahr 2016 weiter fortgesetzt, die intra-hospitale Mortalität ist trotz erheblich höherem Risikoprofil der TAVI-Patienten in ihrer Gesamtheit erstmalig niedriger als nach chirurgischem Klappenersatz (2,6 vs. 2,9 Prozent).

Zur Detailauswertung wurden die Patienten mittels des jährlich neu adjustiertem deutschen Aortenklappenscores (AKL-Score) in vier Risikogruppen unterteilt. Die Krankenhaus-Sterblichkeit war bei Patienten mit sehr hohem und mittlerem Risiko nach TAVI signifikant niedriger als bei einem chirurgischen Eingriff (11,3 versus 23,6 Prozent bzw. 4,1 versus 9,2 Prozent). Sogar bei Niedrigrisiko-Patienten war die intra-hospitale Mortalität nach den beiden Eingriffen vergleichbar (1,6% versus 1,4%). Dies ist insbesondere deshalb beachtlich, da auch in dieser Gruppe das gemittelte Risikoprofil bei TV-TAVI behandelten Patienten signifikant höher war.

Dr. Gaede: „Somit setzte sich 2016 eine Entwicklung fort, der bereits über Jahre zu beobachten ist. Die Ergebnisse nach den transvaskulären TAVI-Prozeduren verbessern sich immer weiter. Dies führt zu einer stetig abnehmenden intra-hospitalen Mortalität. Die Real-Life-Daten aus Deutschland zeigen, dass die Ergebnisse der neuesten randomisierten Studien, deren Fokus auf dem Vergleich der TAVI mit dem chirurgischen Klappenersatz bei Patienten mit einem niedrigen Risikokollektiv lag, in die reale Patientenversorgung übertragbar sind. Patienten mit einer hochgradigen Aortenklappenstenose und einem hohen oder intermediären Risikoprofil sollten daher bevorzugt mit einer transvaskulären TAVI behandelt werden.“

Ebenso mehren sich die Langzeit-Daten für die Haltbarkeit der Prothesen. Aufgrund der hier bereits vorliegenden Daten sei anzunehmen, so die Expertin, dass der Herzklappenersatz per Katheter bald eine Therapieoption für die meisten Patienten mit einer Aortenklappenstenose darstellen wird. Die Entscheidung für jeden einzelnen Patienten sollte jedoch weiterhin individuell interdisziplinär im Heart Team – bestehend aus Kardiologen und Herzchirurgen – getroffen werden, um Patienten die für sie jeweils individuell am besten geeignete Therapie zukommen lassen zu können.

Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

L. Gaede et al. Transvascular transcatheter aortic valve implantation in 2016 in Germany: in- hospital mortality numerically lower than for isolated surgical valve replacement. Clin Res Cardiol 107, Suppl 1, April 2018

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