Hallux valgus – Ballenzeh – Osteotomie

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Nahezu jeder dritte Mensch über 65 Jahre leidet an Hallux valgus. Um einem Ballenzeh vorzubeugen, sollte bevorzugt bequemes, flaches Schuhwerk getragen werden.

Sehr oft kommt es in höherem Alter zu Veränderungen an den Füßen. Ein häufiges Problem ist, dass der große Zeh Richtung der benachbarten Zehen drängt und sich dabei der Ballen immer mehr nach vor wölbt. Hier spricht man von Hallux valgus oder einem Ballenzeh. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer – vermutlich, weil sie oft ein schwächeres Bindegewebe im Fuß haben und häufiger hohe enge Schuhe tragen. Man schätzt, dass etwa jeder dritte Mensch über 65 Jahre einen mehr oder weniger ausgeprägten Hallux valgus hat.

Fachlich gesehen ist der Hallux valgus ist häufigste Zehendeformität, die in den meisten Fällen mit einem Spreizfuß assoziiert ist. Es kommt zu einer Fehlstellung der Großzehe mit Abweichung nach fibular und Varusstellung des Metatarsale 1, des Mittelfußknochens. 

 

Nichtchirurgische Behandlungsmöglichkeiten bei einem Ballenzeh

Ein Ballenzeh kann mit der Zeit immer stärker ausgeprägt sein. Doch eine Behandlung ist nur nötig, wenn es zu Beschwerden kommt. Die verschiedenen Therapien sind von den Beschwerden, aber auch von der Verformung und von Begleiterkrankungen wie Rheumaabhängig.

Zur Linderung von Beschwerden kommen zunächst nichtchirurgische Methoden zum Einsatz. Hier können beispielsweise Schienen – meist nur nachts getragen – den großen Zeh in der Mitte halten. Dies soll auch das Fortschreiten des Ballenzeh verlangsamen, kann aber die Fehlstellung selbst nicht beheben.

Wichtig ist auch ein geeignetes Schuhwerk wie flache Schuhe, die allen Zehen genug Raum lassen, gegebenenfalls sollen Zehen oder Ballen auch gepolstert werden können.

Bei Schmerzen am Mittelfußknochen solle mit stützenden Einlagen und auch einer Ballenrolle an der Schuhsohle entgegengewirkt, indem so die Zehen entlastet werden. Auch viel barfuß laufen soll helfen. Weiters können mit gezieltem Training die Fußmuskeln gestärkt und gedehnt werden.

Als Schmerzmittel kommen vor allem nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) in Tabletten- oder Salbenform zum Einsatz, wobei systemisch wirkende oralen NSAR-Analgetika wegen der möglichen Nebenwirkungen nur für einen kurzen Zeitraum angewandt werden sollten. Bei topischen Formen muss bezüglich Behandlungsdauer und Dosierung auch die Gebrauchsanleitung beachtet werden.

Alles in allem zeigen Ergebnisse der Studien zu diesen konservativen Therapien, dass die zitierten Maßnahmen wie Training, passendes Schuhwerk und Schienen die Beschwerden kaum helfen. Bei starken Beschwerden kann nur eine Operation Linderung bringen. Mit chirurgischen Methoden können Fehlstellungen korrigiert und so die Ursache der Beschwerden beseitigt werden. Eine Garantie auf Beschwerdefreiheit und ohne Nebenwirkungen kann ein OP aber natürlich nicht geben. Schmerzen und Schwellungen, die nach der OP auftreten können, können aber grundsätzlich mit Schmerzmitteln und Bandagen gut behandelt werden.

 

Hallux valgus operieren

In fortgeschrittenen Fällen kann eine Ballenzeh-Operation in Frage kommen. Hier kommen zur chirurgischen Therapie eines Hallux valgus verschiedene Gelenk-erhaltende und Gelenk-resezierende Eingriffe sowie Korrekturen von Begleitdeformitäten in Frage.

Da es bei der sogenannten Osteotomie zur Knochendurchtrennung kommt, muss diese oft mit einem Bohrdraht oder einer Schraube stabilisiert werden. In leichten Fällen wird meist die sogenannte Chevron Osteotomie durchgeführt. Die sogenannte Scarf Osteotomie kommt vor allem bei starken Fehlstellungen zum Einsatz.

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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