Hagebutte als altbekannte Heilpflanze bei Gelenkbeschwerden

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Am bekanntesten ist der Hagebutten-Tee, der auch die körpereigenen Abwehrkräfte stärken soll. Bei Arthrose-Erkrankungen soll Hagebutte unterstützend wirken.

Hagebutte wächst am Strauch der Heckenrose, die man auch Heinzerlein und Hiefenstrauch sowie Wilde Heide-Hain-Hag- und vor allem Hundsrose nennt. Als Hagebutten bezeichnet man die ungiftigen Sammelnussfrüchte dieser Rosenarten, die als Urformen der zahlreichen Zuchtrosen gelten.

Heckenrosen blühen im Juni und im Juli, gesammelt wird Hagebutte zur Herbstbeginn im September und Oktober. Man trocknet Hagebutte-Früchte schonend in dünnen Schichten und lagert sie etwa ein Jahr lang.

Am bekanntesten ist wie oben erwähnt der Hagebutte-Tee, den mann vor allem präventiv gegen zahlreiche Erkrankungen – vor allem in der kalten Jahreszeit – einsetzt. So soll die Hagebutte das körpereigene Immunsystem kräftigen und unterstützen und deswegen zur Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten angewendet wird.

Hagebutte – hier die getrocknete Schale der Hagebutte, aus der ein vitaminreicher Aufguss gemacht wird – soll weiters die Blutbildung unterstützen und eine schwache harntreibende und abführende Wirkung haben. Dafür sollen großen Mengen an Pflanzensäuren und Pektiden verantwortlich sein.

Topisch – sprich äußerlich – angewendet wird der Absud von Hagebutten in der Zahngesundheit: bei Zahnschmerzen und auch Zahnfleischbluten.

Zu den Inhaltsstoffe der Hagebutte zählt man Flavonoide, Vitamine – vor allem Vitamin C, aber auch Vitamin A, B1 und B2 –, Pflanzensäuren, Pektin, Gerbstoffe, Zucker sowie das Galaktolipid GOPO®.

Die frischen Früchte der Hagebutte werden zu Mus, Marmeladen und Gesundheitsweinen verarbeitet und sollen so auch Appetit anregend wirken. Neben klassischen Mehlspeisen und süßem Gebäck kommt die Hagebutte im Lebensmittelbereich auch als Bestandteil von Saucen zu Wildgerichten zur Anwendung, in Skandinavien wird eine süß-saure Hagebutten-Suppe serviert.

 

Mit Hagebutte Gelenkbeschwerden lindern

Arthrose ist die mit Abstand häufigste Gelenkserkrankung – mit schmerzhaften Abnutzungserscheinungen der Gelenke und der Wirbelsäule. Alltägliche Arbeiten sowie Hobbys fallen den Betroffenen immer schwerer. Sie können sie oft auch nicht mehr schmerzfrei ausführen. Diese Probleme vermindern die Lebensqualität und häufig auch die Lebensfreude. Oftmals gehen mit der Krankheit auch Steifheit am Morgen sowie Schlafstörungen einher.

Je früher Patienten diese Prozess ­stoppen beziehungsweise verlangsamen, umso größer ist der zu erwartende Therapieerfolg. Viele glauben sich mit den Folgen von Arthrose – Gelenkschmerzen, Unbeweglichkeit, Schlafstörungen, Steifheit am Morgen und zunehmender Inaktivität – als Alters­erscheinung abfinden zu müssen. Obwohl bis heute nicht vollständig heilbar, verbessern sich die Arthrosesymptome durch verschiedene Behandlungsmethoden. Schließlich wirken diese positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken und unterstützen Lebensqualität sowie Vitalität bis ins hohe Alter.

Die Behandlungspalette reicht von Knorpelschutzpräparaten, Antirheumatika, über physikalische Therapien bis hin zu Massagetechniken, Packungen, Ultraschall, Magnetfeld- sowie Elektrotherapien. Für viele Menschen interessant sind aber auch pflanzliche Behandlungs­alternativen durch den Einsatz von Heilpflanzen, die als pflanzliche Entzündungshemmer wirken.

 

Hagebutten-Pulver – Galaktolipid

Mittlerweile gibt es einige wissenschaftlich belegte Untersuchungsergebnisse zur unterstützenden Wirkung von Hagebutten-Pulver. Vor allem eine Reduktion von Schmerzmitteln soll damit erreicht werden. Die Studien bestätigen die Verbesserung bei schmerzhaften Gelenksarthrosen und daher bietet das Hagebutten-Pulver durchaus eine pflanzliche Ergänzung zu herkömmlichen Arthrosetherapien. 

Dänische Forscher entdeckten vor mehr als 10 Jahren (2003) den in wilder Hagebutte vorkommenden aktiven Inhaltsstoff Galaktolipid, der bei Temperaturen über 40 Grad Celsius nicht überleben kann. In zwei Studien wurde nach Einnahme von 5 g Hagebuttenpulver eine Senkung des C-reaktiven Protein festgestellt, weiters erhöhte sich die Beweglichkeit des Hüftgelenks und die erwähnte Reduktion des Schmerzmittelverbrauchs (um 44 %) wurde beobachtet.

Dadurch werden Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit verbessert. Sehr positiv war der erzielte Langzeiteffekt. 2004 wurden die positiven Effekte durch die Anwendung von Hagebutten-Pulver bestätigt. Schließlich sollen allgemein große Mengen an Leukozyten in das betroffene Gelenk einwandern, um dort den gesunden Knorpel zu schützen. 

Literatur:

Inés Mármol, Cristina Sánchez-de-Diego,2 Nerea Jiménez-Moreno, Carmen Ancín-Azpilicueta, María Jesús Rodríguez-Yoldi. Therapeutic Applications of Rose Hips from Different Rosa Species. Int J Mol Sci. 2017 Jun; 18(6): 1137. Published online 2017 May 25. doi: 10.3390/ijms18061137

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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