Hämorrhoiden in der Schwangerschaft und Stillzeit

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Dass eine Vergrößerung beziehungsweise Erkrankungen der Hämorrhoiden Schwangerschaft und Stillzeit oft beeinträchtigen, hat verschiedene Ursachen.

Hämorrhoiden Schwangerschaft Stillzeit. Bei Hämorrhoiden handelt es sich um eine normale anatomische Struktur, die jeder Mensch hat und bestimmte Funktionen erfüllt. Hämorrhoiden sind keine Krankheit. Erst, wenn sich der Plexus hämorrhoidalis erweitert und nach unten sinkt, kann es zu Beschwerden kommen – in diesem Fall spricht man von einem Hämorrhoidalleiden. Frauen sind – bedingt durch Schwangerschaft und Entbindung – besonders gefährdet; Erkrankungen der Hämorrhoiden in der Schwangerschaft und Stillzeit kommen dementsprechend oft vor.

 

Hämorrhoiden Schwangerschaft Stillzeit – mögliche Ursachen und therapeutische Grundprinzipien

Die Entstehung von Hämorrhoiden in der Schwangerschaft und Stillzeit aber auch allgemein kann durch folgende Faktoren verursacht werden:

  • Verstopfung, häufig bedingt durch die Gabe von Eisenpräparaten (!) in der Schwangerschaft
  • dadurch bedingtes übermäßiges und langes Pressen beim Stuhlgang
  • überwiegend sitzende Tätigkeit
  • allgemeine Bindegewebsschwäche (angeboren oder erworben) Häufige Beschwerden
  • hellrote Blutung beim Stuhlgang (muss unbedingt abgeklärt werden, da sie auch andere, bedrohlichere Ursachen haben kann!)
  • Juckreiz, Nässen, Brennen und Schmerzen beim Stuhlgang
  • ertastbare und verschiebbare Wölbungen und Knoten (können auch ein störendes kosmetisches Problem darstellen)

Ein Hämorrhoidalleiden muss nur dann behandelt werden, wenn die Symptome Leidensdruck verursachen. Die erste Therapie sollte immer eine konservative Behandlung sein. Die Therapie des Hämorrhoidalleidens richtet sich nach dem Erkrankungsstadium und den auftretenden Beschwerden. Die möglichen Maßnahmen reichen von Veränderungen im Bereich des Lebensstils bis hin zu operativen Eingriffen.

 

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft natürlich behandeln

Während der Schwangerschaft ist der Körper einer Frau großen Belastungen ausgesetzt. Hormonell bedingte Veränderungen des Bindegewebes und der venösen Gefäße begünstigen Probleme mit den Hämorrhoiden in der Schwangerschaft und dem Entstehen eines hämorrhoidalen Leidens.

Gängige Erklärungen hierfür sind die verminderte Spannkraft in den Venen, die gesteigerte Blutzirkulation im Beckenbereich, die Gefäßerweiterung, die Bindegewebsschwäche und eine Blutstase, die insgesamt – auch durch schwangerschaftstypische Veränderungen im Blutgerinnungssystem – das thrombotische Risiko erhöht.

Zunehmender Bewegungsmangel und Darmträgheit führen in der Schwangerschaft häufig zu Obstipationsbeschwerden, die durch übliche Eisengaben noch verstärkt werden.

Dass Beschwerden der Hämorrhoiden Schwangerschaft und Stillzeit beeinträchtigen und hämorrhoidale Erkrankungen entstehen, passiert allerdings meist nicht von einem Moment zum anderen. Während der Schwangerschaft oder der Geburt steigt jedoch das Risiko, dass sich die Hämorrhoiden vergrößern und plötzlich zu schmerzen beginnen. Schwangere bemerken Hämorrhoiden oft erst im Rahmen der Entbindung – bedingt durch starkes Pressen – und des Wochenbettes.

Im Rahmen der nachgeburtlichen Kontrolle begutachten GynäkologInnen mögliche Probleme, die durch die Geburt entstanden sein könnten. Neben Beckenbodenproblemen mit Inkontinenzbeschwerden (Stuhl und Harn) spielen auch Hämorrhoidalleiden eine große Rolle. Da diese Leiden typischerweise immer noch mit Tabus belegt sind, sollten FrauenärztInnen anlässlich der ersten postpartalen Kontrolle aktiv nachfragen. Besonders während der Schwangerschaft und Stillzeit ist es wichtig, Erkrankungen wie Hämorrhoiden mit natürlichen Mitteln zu behandeln. Rasche Linderung kann zum Beispiel mit pflanzlichen, kortisonfreien Cremen erreicht werden.

Quelle:

Statement »Warum Frauen besonders in der Schwangerschaft und Stillzeit unter Hämorrhoiden leiden« von Dr. Michael Elnekheli, Präsident des Berufsverbandes österreichischer GynäkologInnen (BÖG), Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Wien

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MEDMIX Online-Redaktion

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