Gutartige Knoten in der Brust schonend behandeln

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Gutartige Knoten in der Brust können mit dem hochintensiven fokussierten Ultraschall (HIFU) mittels Wärme schonend und ambulant behandelt werden.

Fibroadenome sind gutartige Knoten in der Brust, die typischerweise bei circa zehn Prozent aller Frauen im Laufe des Lebens vorkommen. Sie müssen nur behandelt werden, wenn sie im zeitlichen Verlauf wachsen, (zyklusabhängige) Schmerzen verursachen oder der tastbare Knoten kosmetisch störend beziehungsweise psychisch belastend empfunden wird. Nach einer feingeweblichen minimalinvasiven Sicherung stellt der therapeutische Goldstandard die operative Entfernung dar.

 

Gutartige Knoten in der Brust mit HIFU schonend behandeln

Der hochintensiv fokussierte Ultraschall (HIFU) bietet dafür alternativ die Möglichkeit, mittels Wärme den Knoten ambulant ohne äußerlich sichtbare Narbe zu behandeln und den Zellabbau einzuleiten. HIFU im Bereich der Brust wird unter Ultraschall oder MR-Kontrolle durchgeführt – die Bildgebung dient Therapieplanung, Erfolgskontrolle und zur Erkennung von Bewegungen während der Behandlung. US-geführtes HIFU hat den Vorteil der Echtzeitkontrolle und ist ein schnellerer Eingriff als unter Magnetresonanztomografie (MRT). Zur Behandlung von Fibroadenomen ist das Echopulse-Gerät in 22 Zentren weltweit zugelassen. In Tübingen wurden bereits mehr als 60 Patientinnen hiermit behandelt.

Wissenschaftliche Studien zeigen:

  • Die Behandlung ist gut in Lokalanästhesie durchführbar (1, 3)
  • erfolgreiche langfristige Größenabnahme nach sechs (circa 60 Prozent) sowie bis zu 84 Prozent nach zwölf Monaten (1, 2)
  • deutliche Schmerzabnahme nach zwölf Monaten (63 Prozent) (1, 2)
  • Initial tastbare Befunde sind in circa 70 Prozent der Fälle nach zwölf Monaten nicht mehr tastbar (1)
  • 100-prozentige Patientinnenzufriedenheit mit der Kosmetik (1) – da äußerlich keine sichtbare Narbe und kein zusätzlicher Volumenverlust!
  • Weiterempfehlungsrate um die 96 Prozent (1)
  • effektive Reduktion der vitalen Fibroadenomzellen (1)
  • sehr seltene Nebenwirkungen/Komplikationen (Hautverbrennungen, Hyperpigmentierung) (1–4)

 

Die aktuelle Literatur zeigt, dass die Technik der reinen Thermodestruktion bei den Fibroadenomen sehr effektiv ist, aber zur alleinigen Behandlung bei Brustkrebs nicht ausreicht (5). Wissenschaftlich hochinteressant ist jedoch, ob durch HIFU die Wirksamkeit der Immuntherapie verbessert werden kann (6).

Professor Dr. Markus Hahn vom Forschungsinstitut für Frauengesundheit an der Universitäts- Frauenklinik Tübingen sowie Privatdozent Dr. Hans-Christian Kolberg aus dem Marienhospital Bottrop sind aktuell dabei, Partner zu finden, die die Immuntherapie in Kombination mit HIFU bei Brustkrebs in klinischen Studien untersuchen möchten. Ähnliche Studien laufen bereits in den USA (7).

Ausgewählte wissenschaftliche Studien

Hahn M et al (2018). High-intensity focused ultrasound (HIFU) for the treatment of symptomatic breast fibroadenoma. Int J Hyperthermia.

Kovatcheva R et al (2017). Long-term efficacy of ultrasound-guided high-intensity focused ultrasound treatment of breast fibroadenoma. J Ther Ultrasound.

Peek MC et al (2016). High-intensity focused ultrasound in the treatment of breast fibroadenomata: results of the HIFU-F trial. Int J Hyperthermia; 32(8).

Böer B et al (2018). Symptomatische Fibroadenome – multimodales Therapiekonzept als Alternative zur operativen Exstirpation. Der Gynäkologe.

Peek MC et al (2018). High-intensity focused ultrasound in the treatment of breast tumours. Ecancermedicalscience.

Cirincione R et al (2017). High-intensity focused ultrasound – and radiation therapy – induced immuno-modulation: comparison and potential opportunities. Ultrasound in Med. & Biol.

Brenin DR et al (2018). Focused Ultrasound Therapy Combined with Pembrolizumab in Metastatic Breast Cancer, ASCO-SITC.


Quelle:

Statement » Gutartige Knoten in der Brust schmerzarm und ohne Operation behandeln – hochintensiver fokussierter Ultraschall macht’s möglich «. Dr. Bettina Böer, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Department für Frauengesundheit am Universitätsklinikum Tübingen. Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

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