Gesundes Altern der Gefäße

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Verschiedene Untersuchungen in den letzten Jahren ergaben, dass gesundes Altern – auch im Zusammenhang mit den Gefäßen – bereits in jungen Jahren beginnt.

Pathohistologische und biochemische Untersuchungen an Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben ein lange bekanntes Prinzip bestätiget: Gesundes Altern beginnt in der Jugend! Bereits Jahrzehnte vor der klinischen Manifestation sind atherosklerotische Gefäßveränderungen nachweisbar. Schon bei jungen Menschen sind dieselben Faktoren wie bei älteren Erwachsenen, nämlich Körpergewicht, Blutdruck, Cholesterin, Glucosestoffwechsel und Rauchen entscheidend für das Auftreten und Ausmaß solcher Veränderungen.

 

Strategien für ein gesundes Altern der Gefäße

Daraus lassen sich zwei Strategien zur Senkung des kardiovaskulären Risikos ableiten: Um Atherosklerose zu stoppen, sind frühe Maßnahmen am wirksamsten und Kurskorrekturen zur Risikoreduktion müssen umso tiefgreifender sein, je später sie eingeleitet werden.

Pharmakologische Interventionen für gesundes Altern der Gefäße. Der Stellenwert von konzentrierten Nahrungsergänzungsmitteln wie antioxidativen Vitaminen, Vitamin B und Folsäure ist nach wie vor nicht endgültig geklärt. Ein sicherer Effekt zur Vermeidung ischämischer Ereignisse oder gar ein Vorteil gegenüber einer ausgewogenen Ernährung konnte bisher weder bei Gesunden noch an Patienten mit Gefäßerkrankungen oder ausgeprägtem Risikoprofil eindeutig belegt werden. Der Nutzen einer Supp­lementation von Omega-3-Fettsäuren in der Primär- und Sekundärprävention scheint deutlich besser belegt, wobei viele Experten bezweifeln, ob die zusätzliche Gabe dem regelmäßigen Konsum von ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche überlegen ist.

Die Hormonersatztherapie bei Frauen kann das KHK-Risiko senken, wenn damit innerhalb von zehn Jahren nach Einsetzen der Menopause begonnen wird. Später sind nachteilige Folgen zu befürchten. Die Frage, ab wann die Verordnung von Medikamenten bei klinisch asymptomatischer arterieller Verschlusskrankheit gerechtfertigt ist, wird uns in den nächsten Jahren nicht zuletzt wegen der zunehmenden Verfeinerung der bildgebenden Diagnostik auf diesem Gebiet beschäftigen.

Zu einer individuellen Risikoreduktion sollten verschiedene, auch in der kardiovaskulären Primärprophylaxe eingesetzte Wirkstoffe überlegt werden. Zu diesen zählen wegen ihrer pleiotropen Wirkungen Statine und Antihypertensiva mit Angriffspunkten am Renin-Angiotensin-System.

Quellen und weitere Informationen:

Die Gefäße und ihre Feinde – Gesundes Altern der Gefäße. Univ.-Ass. Dr. Markus Haumer. MEDMIX 10-2008

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About Author

Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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