Gesunde Ernährung und kognitive Leistungen

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Eine gesunde Ernährung scheint bei Herz-Kreislauf- und Schlaganfall-Patienten das Risiko für kognitive Einschränkungen deutlich reduzieren zu können.

Durch eine gesunde Ernährung können vermutlich Patienten mit einem hohen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen vor kognitivem Abbau geschützt werden. Die Auswertungen zweier großer Untersuchungen mit fast 30.000 Teilnehmern durch kanadische Forscher konnten unlängst zeigen, dass gesunde Ernährung das Risiko kognitiver Einschränkungen und demenzieller Erkrankungen im Alter tatsächlich verringern kann.

Somit können zukünftig solide wissenschaftliche Empfehlungen gemacht werden, um das Demenzrisiko für betroffene Patienten zu senken, aber auch um Gesunde vorbeugend zu unterstützen. Welche speziellen Nährstoffe für den positiven Effekt verantwortlich sind beziehungsweise ob auch andere Faktoren wie eine verminderte Kalorienzufuhr positiv auf das Gehirn wirken, wird derzeit weltweit intensiv untersucht.

 

Gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Nüssen oder Eiweiß aus Soja sowie mehr Fisch als Fleisch

Für die zitierte Studie hatte ein Forscherteam um Andrew Smyth von der McMaster University im kanadischen Hamilton die Daten von zwei großen Untersuchungen zur Wirkung blutdrucksenkender Medikamente neu ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass die Studienteilnehmer, die sich am gesündesten ernährten, ein um 24 Prozent geringeres Risiko für geistigen Abbau im Vergleich zu denen hatten, die sich besonders ungesund ernährten.

Als gesunde Ernährung wurde dabei vor allem eine Diät mit viel Obst, Gemüse, Nüssen oder Eiweiß aus Soja definiert. Im Zusammenhang mit tierischen Nahrungsmitteln galt die Formel mehr Fisch als Fleisch. Im Gegensatz stand der Konsum von beispielsweise viel frittiertem Essen oder Alkohol.

Prinzipiell legen die Studienergebnisse legen nahe, dass gesunde Ernährung nicht nur das Herz-Kreislauf-Risiko sondern auch das Risiko für kognitive Störungen senken kann. Dabei haben die Forscher insbesondere auch Aufmerksamkeits- und Kontrollfunktionen sowie Gedächtnisstörungen fokkussiert. Der deutliche Unterschied von 24 Prozent zwischen dem besten und dem schlechtesten Fünftel der Teilnehmer war bemerkenswert.

Allerdings wiesen einige Kommentatoren darauf hin, dass die errechnete Risikoreduktion nicht allein auf gesunde Ernährung zurückgehen müsse, sondern auch eine Folge der verminderten Kalorienzufuhr sein könnte.

 

Gesunde Ernährung steigert kognitive Leistungen

Die 27.860 Teilnehmer der Studie aus 40 Ländern waren mindestens 55 Jahre alt. Prinzipiell litten die Probanden an Herzerkrankungen oder hatten ein hohes Diabetesrisiko.

Die geistige Leistung der Patienten wurde anhand des Mini-Mental-Status-Test (MMST) – einem Standardtest zur Diagnose von Demenz und Alzheimer – eruiert. Der Mini-Mental-Status-Test wird ausschließlich als Interview durchgeführt, wobei er anhand fester Aufgabenkomplexe zentrale kognitive Funktionen überprüft. Dazu zählen zeitliche und räumliche Orientierung, Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Sprachverständnis, Lesen, Schreiben, Zeichnen sowie Rechnen.

Schließlich führten die Wissenschaftler im Rahmen der Analyse den Mini-Mental-Status-Test zu Beginn der Untersuchung und nach fünf Jahren durch. In diesem Zeitraum beobachteten sie etwa bei jedem sechsten Studienteilnehmer eine Verschlechterung der kognitiven Leistungen. Diese Informationen stellten die Wissenschaftler dann den Ergebnissen aus einer Befragung zu den Essgewohnheiten der Studienteilnehmer gegenüber.

Quellen und Literatur:

http://www.dgnkongress.org

Smyth A, et al: Healthy eating and reduced risk of cognitive decline: A cohort from 40 countries. Neurology. 2015 Jun 2;84(22):2258-65

Witte AV, et al: Caloric restriction improves memory in elderly humans. Proc Natl Acad Sci U S A. 2009 Jan 27;106(4):1255-60

Witte AV, Kerti L, Margulies DS, Flöel A. Effects of resveratrol on memory performance, hippocampal functional connectivity, and glucose metabolism in healthy older adults. J Neurosci. 2014;34(23):7862-70.

Witte AV, Kerti L, Hermannstädter HM, Fiebach JB, Schreiber SJ, Schuchardt JP, Hahn A, Flöel A. Long-chain omega-3 fatty acids improve brain function and structure in older adults. Cereb Cortex. 2014;24(11):3059-68.

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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