Gestationsdiabetes könnte auch Väter betreffen

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Gestationsdiabetes scheint auch ein Warnsignal für werdende Väter zu sein, später an Diabetes Typ-2 zu erkranken, den sie teilen den Lebensstil ihrer Partnerinnen.

Diabetes während der Schwangerschaft gilt für viele Frauen häufig als Vorbote für einen später auftretenden Diabetes Typ-2. Doch auch der Ehepartner ist nicht davor gefeit – wie aus einer aktuellen Studie hervorgeht, sollte die Erkrankung seiner Frau auch für ihn als Warnsignal wahrgenommen werden. Gestationsdiabetes betrifft durchschnittlich etwa 3 bis 20 Prozent aller schwangeren Frauen und hat häufig auch nach der Schwangerschaft gesundheitliche Folgen. So haben betroffene Frauen nach ihrer Schwangerschaft ein siebenfach erhöhtes Risiko an Diabetes Typ-2 zu erkranken. Die Ursache hierfür sind in der Regel Übergewicht und Bewegungsmangel. Eine soeben im Fachjournal Diabetes Care veröffentlichte Studie, die sich mit der relevanten Datenlage der letzten 20 Jahre beschäftigt, warnt nun jedoch auch Väter. Den Wissenschaftern des McGill University Health Centre (RI-MUHC) zufolge, ist Diabetes während er Schwangerschaft nicht nur ein Warnsignal für die Mutter. Auch Väter sind gefährdet, denn in der Regel teilen sie den Lebensstil ihrer Frau, wodurch sich ein Typ-2-Diabetes häufig zu einer Familien-Angelegenheit entwickeln kann. Studienleiterin Kaberi Dasgupta ist Endokrinologin an der McGill University in Montreal – sie spricht von einem sogenannten Ehepartner-Diabetes.

Studienleiterin Dr. Kaberi Dasgupta. © McGill University Health Centre (by Owen Egan)

Studienleiterin Dr. Kaberi Dasgupta. © McGill University Health Centre (by Owen Egan)

„Unseren Beobachtungen zufolge, verfügen Männer, deren Frauen an einem Gestationsdiabetes litten, über ein um 33 Prozent erhöhtes Risiko später an Typ-2-Diabetes zu erkranken,“ so Dasgupta. „Unsere ist die erste Studie ihrer Art, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Gestationsdiabetes und der Diabetesinzidenz bei Männern befasst.“

Dasgupta untersuchte das Phänomen der Ehepartner-Diabetes zuletzt im Jahr 2014 im Zuge einer Meta-Analyse (BMC Medicine 2014, 12:12). Daraus ergab sich, dass ein Gestationsdiabetes ein Warnhinweis für den bevorstehenden gemeinsamen Typ-2-Diabetes sein kann.

„Partner teilen die Risiken einer späteren Typ-2-Diabetes aufgrund einem gemeinsamen sozialen und kulturellen Umfeld, welches sich häufig auf bestimmte Lebensgewohnheiten und Einstellungen auswirkt,“ so Dr. Dasgupta. Auch wenn das Diabetesrisiko des Mannes längst nicht so hoch ist wie das der Frau, gibt es dennoch jeden Grund für den Ehemann nicht nur an der Schwangerschaftsgymnastik vor der Geburt, sondern auch an einer Ernährungsberatung danach teilzunehmen.

Quelle: Kaberi Dasgupta, Nancy Ross, Sara Meltzer, Deborah Da Costa, Meranda Nakhla, Youssef Habel, Elham Rahme. Gestational Diabetes Mellitus in Mothers as a Diabetes Predictor in Fathers: A Retrospective Cohort Analysis. Diabetes Care, 2015; dc150855 DOI: 10.2337/dc15-0855

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About Author

Dipl.-Ing. Alexandra Springler

Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

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