Bei Gesichtslähmung Gesichtsmuskulatur mit kleinsten Bewegungen trainieren

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Bei einer Gesichtslähmung ohne irreversiblen Nervenschaden, wird neben einer Kortisontherapie auch intensives Training der Gesichtsmuskulatur empfohlen.

Eine Gesichtslähmung ist in der Regel mit einer geschwächten beziehungsweise gelähmten Gesichtsmuskulatur vergesellschaftet, wobei sie in beide Gesichtshälften auftreten kann, meistens aber nur eine Gesichtshälfte betroffen ist. Oft ist der Gesichtsnerv ohne erkennbare Ursache geschädigt. Glücklicherweise verschwinden die Beschwerden nach einiger Zeit wieder, doch es kann auch dauerhaft zu Beeinträchtigungen kommen.

Bei einem Training der Gesichtsmuskulatur sollten Patienten mit Gesichtslähmung auf kleinste Bewegungen achten. Ein neu entwickelter Biofeedbackspiegel mit Lupenfunktion von Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) mit Informatikern der FH Dortmund ermöglicht das.

 

Gesichtslähmung behandeln mit Kortisontherapie und Gesichtsmuskulatur-Training

Zur Behandlung einer Gesichtslähmung ohne irreversiblen Nervenschaden kommen neben einer Kortisontherapie auch intensive Trainingseinheiten der Gesichtsmuskulatur zum Einsatz. Selbstständige Übungen vor einem Spiegel sind schon länger als Therapie etabliert – Experten schätzen – insbesondere in der Regenerationsphase – den positiven Einfluss auf die Patienten.

Der neu entwickelte Biofeedbackspiegel – die Biofeedbacklupe – spiegelt einerseits das Bild des Patienten wider, und filmt gleichzeitig die Gesichtsbewegungen und vergrößert sie in Echtzeit. „Verstärkt wird das Ganze mit einer Lupe, mit der auch kleinste Bewegungen sichtbar gemacht werden“, so Dr. Anke Schlüter von der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik des Universitätsklinikums Essen (UKE).

 

Sogar kleinste Bewegungen exakt messen

Gleichzeitig kann die neue Biofeedbacklupe die Bewegung exakt messen. „Das steigert die Motivation, die Gesichtsmuskeln täglich zu trainieren. Die Patienten trainieren drei Tage bei uns in der Klinik bevor sie zu Hause allein weitermachen.“ Die Mediziner haben dabei die Bewegungen des Mundes und des Auges gemessen und konnten feststellen, wie ausgeprägt die Gesichtslähmung ist. Diese Messungen stimmen mit der gängigen klinischen Einteilung der Schweregrade überein.

Derzeit werden weitere Daten zum Gesichtsmuskulatur-Training mit dem Biofeedbackspiegel ausgewertet und mit bestehenden Therapiemaßnahmen verglichen, wobei verschiedene positive Tendenzen erkennbar werden. Wenn es nach den Entwicklern geht, sollen zukünftig Patienten auch zu Hause mit dem Biofeedbackspiegel ihre Gesichtsmuskulatur tranieren und so eine bestehende Gesichtslähmung effektiv behandeln können.

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