Mit dem Magnesiumspiegel steigt die Belastbarkeit

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Leistung und Magnesium-Status: Wird Magnesium bei niedrigem Magnesiumspiegel substituiert, so steigt mit dem Magnesiumspiegel auch die Belastbarkeit.

Magnesium wirkt zum einen direkt auf die Stresshormone produzierenden Drüsen via Kalzium-Regulation. Weiterhin reguliert Magnesium den Kalzium-Einstrom in die Zellen, wobei – abgesehen von Erschöpfungssituationen – die hemmenden Effekte dominieren. Daher sollte unter Stress der Magnesium verfügbar sein, damit der Kalzium-Einstrom limitiert werden kann. Denn Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin haben die Aufgabe, möglichst viel Kalzium in das Gewebe zu transportieren und dort „action“ zu machen. Wenn nun aber der Magnesiumspiegel zu niedrig ist, kommt es zum circulus vitiosus: es werden mehr Stresshormone freigesetzt, mehr Kalzium mobilisiert, was den erneuten Ausstoss der Stresshormone begünstigt.

 

Kohlenhydratmetabolismus

Ein zweiter wesentlicher Aspekt betrifft den Kohlenhydratmetabolismus. Wenn man zu wenig Magnesium hat, läuft die Energiegewinnung aus Glukose suboptimal. Der Magnesium-Mangel bewirkt, dass die oxidative Phosphorylierung in der Peripherie auf Sparflamme abläuft, dass nur etwa ein Zwanzigstel der Energie gewonnen wird, verglichen mit einer intakten Phosphorylierung. Die Folge ist, dass für den gleichen Energie-Output ungleich höhere Mengen an Glykogen aus der Leber freigesetzt werden müssen. Und der rasche Verlust an Leberglykogen ist einer der wichtigsten Trigger der Adrenalin-Sekretion im Magnesium-Mangel-Zustand. Da die Magnesium-Messung jedoch unverändert aufwendig ist, wird empfohlen, dass sich der Hausarzt auf die definitiven Risikogruppen für den Magnesium-Mangel konzentriert. Und das sind junge Frauen, die sehr auf ihr Gewicht achten und dabei in eine Unterversorgung hineinkommen.

Dasselbe gilt für regelmässige Fast food-Konsumenten und für die meisten älteren Menschen, die sich oft sehr einseitig ernähren. Eine wichtige Gruppe sind die Hobbysportler, die den Magnesium-Nachschub nicht vergessen sollten, da die üblichen isotonischen Getränke keine ausreichende Magnesium-Versorgung gewährleisten.

Wenn sich bei Menschen die Serumelektrolytspiegel und Kennwerte des Blutpuffersystems, der Blutgase und des Kohlenhydratumsatzes ändern, spricht man von Katecholamineffekten. Mag­nesium wird bei körperlicher oder auch mentaler Belastung durch erhöhte Katecholamine aus dem Gewebe ins Blut verlagert, weswegen man den aktuellen Belastungszustand einer zu messenden Person kennen muss. Denn sonst wird durch die Magnesiumspiegel-Bestimmung der Stresszustand und nicht der Magnesiumstatus charakterisiert. Die Veränderung eines dieser Werte, des Sauerstoffpartialdruckes (pO2) – also quasi des Sauerstoffanteils im Blut – ist ein gutes Maß für die Belastung, die für eine bestimmte sportliche Leistung aufgewendet werden muss. Je stärker der pO2 nach 10-minütiger mittlerer Belastung von 80 Watt steigt, desto größer ist die Anstrengung die dabei notwendig ist, wie Untersuchungen ergaben.

Studiendaten zeigen, dass zum Beispiel Frauen unter 50 eine um so größere pO2-Differenz zur gleichen Leistung benötigten, je schlechter ihre Magnesium-Ausgangswerte sind. Damit zeigt sich ein direkter Zusammenhang zwischen niedrigem Magnesiumspiegel und schlechter Belastbarkeit.

 

Niedrige Magnesiumspiegel in der Bevölkerung bei beiden Geschlechtern

Der Magnesiumstatus der Bevölkerung ist allgemein eher schlecht, das gilt für Frauen und Männer. Die positive Wirkung einer Magnesiumsubstitution nicht nur auf den Magnesiumspiegel sondern auch auf die Belastbarkeit von Menschen mit vorher schlechter Magne­siumversorgung wurde in verschiedenen Untersuchungen belegt. Besonders bei niedrigen Magnesium-Ausgangswerten ist eine schnell sichtbare Zunahme des Serum-Magnesiumspiegels schon nach kürzerer Substitution zu sehen. Gleichzeitig mit dem Magnesiumspiegel steigt auch die Belastbarkeit der substituierten Personen signifikant an.

Quellen:

Wichtige Mineralstoffe für die Muskulatur: Magnesium und Kalium. Expertenkommentar von Prof. Dr. Sepp Porta. MEDMIX-Gesundheitsratgeber 1. Auflage, Juni 2013.

Leistung und Magnesiumspiegel. MEDMIX 8/2006.

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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