Gentherapie bei Mukoviszidose – Cystische Fibrose

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Zukünftig soll vielversprechend mittels Gentherapie bei Mukoviszidose das verantwortliche, fehlende Gen in den Lungen ersetzt werden.

Die Mukoviszidose gilt als eine Krankheit mit traurigem Rekord. Denn von allen Erbkrankheiten stellt sie die häufigste Todesursache bei Kindern bis 15 Jahre dar. Das bekannteste Symptom der Erkrankung betrifft die Lunge. So geben die in den Schleimhäuten befindlichen Zellen einen besonders viskosen Schleim ab, der die Atemfunktion behindert. Die Bakterien und andere Erreger finden im Schleim einen idealen Nährboden. Dementsprechend schädigen gefährliche Infektionen häufig die Lunge.

 

Ein Gen namens CFTR

Hinter der Mukoviszidose stecken Mutationen eines Gens namens CFTR. Wenn dieses Gen ausfällt, so können viele Körperzellen den Wassergehalt der von ihnen produzierten Sekrete nicht mehr regulieren. Bis dato beschränken sich Behandlungen und Therapien lediglich auf die Symptomlinderung. Heilung gibt es jedoch keine, was die Gentherapie bei Mukoviszidose ändern soll. Schließlich haben Menschen mit Mukoviszidose lediglich eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 40 Jahren.

 

Aktuelle Studie mit 136 Patienten zur Gentherapie bei Mukoviszidose

Experten behandelten in einer aktuellen Studie 136 Patienten der Altersgruppe 12+ monatlich mit der gentherapeutischen Ansatz oder mit einem Placebo behandelt. Die Studie zeigte erste vielversprechende Ergebnisse. Denn im Vergleich zu Patienten der Placebo-Gruppe wiesen die mit der Gentherapie behandelten Patienten eine signifikant besser Lungenfunktion auf. An der Studie nahmen Probanden aus ganz England und Schottland teil. Ursprünglich behandelten die Betroffenen Ärzte an zwei spezialisierten Zentren, dem Royal Hospital in London und dem Western General Hospital in Edinburgh.

 

Bei der Gentherapie bei Mukoviszidose ist das Gen CFTR im Visier. © Armin Kübelbeck / Wikimedia / Common CreativeQuelle: Armin Kübelbeck / Wikimedia / Common Creative

Bei der Gentherapie bei Mukoviszidose ist das Gen CFTR im Visier. © Armin Kübelbeck / Wikimedia / Common Creative

 

Die Gentherapie bei Mukoviszidose bringt nun neue Hoffnung

„Patienten die mit der Gentherapie bei Mukoviszidose behandelt wurden, wiesen eine signifikante, wenn auch noch bescheidene Verbesserung ihrer Lungenfunktion auf. Zwar reagierten manche Patienten besser auf die Therapie als andere, dennoch sind diese Ergebnisse vielversprechend und legen den Grundstein für weitere Studien, durch die der bislang beobachtete Effekt möglicherweise verbessert werden kann,“ erklärte Professor Eric Alton vom Konsortium des Imperial College London. „In weiterführenden Studien gilt es die Gentherapie häufiger und in Kombination mit anderen Medikamenten anzuwenden bzw. zu erproben.“

 

Die Gentherapie bei Mukoviszidose konzentriert sich auf den Gendefekt und nicht auf die Symptome der Erkrankung

„Unser Ziel ist es die Behandlung von Mukoviszidose zu revolutionieren und uns dabei auf den eigentlichen Gendefekt – statt auf die Symptome – zu konzentrieren. Es hat über 20 Jahre gedauert, um dorthin zu gelangen, wo wir jetzt sind. Und wir haben noch einen weiten Weg vor uns“, betont Alton. „Unsere Hoffnung ist es, die Lebenserwartung von Mukoviszidose-Patienten zu erhöhen und zudem ihre Lebensqualität zu erhöhen.“

 

Schleim und Mikrobiom bei Lungenerkrankungen

Neueste Erkenntnisse zu pathogenen Mechanismen und krankheitsübergreifenden Ansätzen gegen Lungenerkrankungen sind für die Gentherapie bei Mukoviszidose von größter Bedeutung. Eine wichtige Rolle bei chronischen Lungenerkrankungen spielen der Schleim und das Mikrobiom.

Die Analyse des Mukus – das heisst des organischen Sekrets, dem „Schleim“ – kann wichtige klinische Hinweise auf Erkrankungen geben. Der Mukus schützt beispielsweise die Atemwege vor Austrocknung und vor dem Angriff durch Fremdpartikel. Grundsätzlich spielen Veränderungen der Schleimzusammensetzung und der Schleimfunktion eine wichtige Rolle bei der Diagnose verschiedenster Lungenerkrankungen.

Auch die Erforschung des Mikrobioms kann Aufschluss über die Entstehung von Lungenkrankheiten wie Mukoviszidose geben. Dementsprechend wichtig ist die Untersuchung des Genoms der im Menschen lebenden Mikroorganismen, insbesondere der Bakterien verschiedener Körperregionen und deren Zusammenspiel,

 

Fazit. Die zitierte im Lancet publizierte Studie war die erste ihrer Art, in der die wiederholte Verabreichung einer bestimmten Gentherapie gute Effekte auf die Lungenfunktion betroffener Patienten zeigte. Dennoch bedarf es vor der klinischen Anwendung weiterer Forschung, um die Methode zu optimieren.

Quelle und Literatur:

E.W.F.W. Alton et al. ‚A randomised, double-blind, placebo-controlled trial of repeated nebulisation of non-viral CFTR gene therapy in patients with cystic fibrosis.‘ The Lancet Respiratory Medicine, 3 July 2015.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmedhealth/PMHT0022782/

http://www.dzl.de/index.php/de/presse-und-events/news/246-4-dzl-symposium

https://de.wikipedia.org/wiki/Mukoviszidose

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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