Gebärmuttertransplantation bei uteriner Infertilität

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Gebärmuttertransplantation ist eine Alternative zur Leihmutterschaft, dass Frauen mit absoluter uteriner Infertilität genetisch eigene Kinder bekommen können.

Eine sogenannte uterine Infertilität kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören geringfügige Fehlbildungen, gutartigen Veränderungen des Cavum uteri, die operativ durch Dissektion, Resektion, beseitigt werden können, sowie das komplette Fehlen des Uterus:

  • von Geburt an – die sogenannte kongenitale Aplasie –,
  • oder dessen notwendigen Entfernung bei benignen oder malignen gynäkologisch-geburtshilflichen Indikationen.

Diese absolute uterine Infertilität betrifft 3 bis 5% aller Frauen und war bis vor kurzem eine praktisch unheilbare Ursache der weiblichen Unfruchtbarkeit.

 

Gebärmuttertransplantation, um eigene Kinder zu bekommen

Früher waren die einzigen Möglichkeiten für betroffene Frauen, Mütter zu werden bzw. sogar genetisch eigene Kinder zu bekommen, die Adoption bzw. für letzteres die Leihmutterschaft. Die Kinderlosigkeit belastet die Psyche der betroffenen Frauen extrem. Vor dem Hintergrund der deutschen Gesetzgebung stellt die Gebärmuttertransplantation die einzig machbare und zukünftige Alternative zum sogenannten „Befruchtungstourismus“ dar und eine Möglichkeit, die psychische Belastung der Patientinnen mit absoluter uteriner Infertilität zu mildern.

Mittlerweile gelang es mehrfach, durch eine Gebärmuttertransplantation eine absolute uterine Infertilität erfolgreich zu behandeln. Beispielsweise wurden in Schweden seither 9 Uterustransplantationen durchgeführt, 7 Frauen haben noch die Gebärmutter und bereits 5 Kinder sind nach Gebärmuttertransplantation geboren, eine erfolgreich in Deutschland. Bislang wurde weltweit bei insgesamt 12 Patientinnen eine Uterustransplantation durchgeführt. Bei 2 Patientinnen in den USA und Türkei erhileten die Patientinnen eine post-mortem Spende, die Transplantationen waren dann nicht erfolgreich. Auch die erste Gebärmuttertransplantation in Saudi-Arabien im Jahre 2000 war nicht erfolgreich.

 

Schweden ist Vorreiter bei Gebärmuttertransplantation

Die zitierten Ergebnisse der schwedischen Arbeitsgruppe haben gezeigt, dass bei richtig ausgewählten Spenderinnen und Empfängerinnen und nach intensiver Vorbereitung, bisher keine besonderen Risiken und Komplikationen aufgetreten oder zu erwarten sind. Lebendspende-Transplantationen scheinen sich für die Gebärmuttertransplantation besser zu eignen als post-mortem Transplantationen aufgrund der Vorteile der besseren Planbarkeit des Eingriffes, der Möglichkeit der genaueren Anamnese (z. B. Z. n. unkomplizierter Schwangerschaft und Spontangeburt) und präoperativen Diagnostik der Spenderin (v. a. hinsichtlich Morphologie des Uterus und Gefäßversorgung, mikrobielle Besiedlung der vaginalen Flora, Zytologie, HPV-Testung), sowie der vorhandenen immunologischen Vorteile, wenn die Tochter den Uterus der eigenen Mutter erhält. Voraussetzung für dieses Verfahren ist es deshalb derzeit, dass es eine gesunde Verwandte (Mutter, Schwester, Tante) mit den entsprechenden Kriterien gibt, die bereit ist, ihre Gebärmutter zu spenden. Die erfolgreiche Behandlung der absoluten uterinen Infertilität mittels Gebärmuttertransplantation eröffnet neue spannende Horizonte in der modernen Frauenheilkunde. Sie bringt allerdings auch eine Reihe von neuen medizinischen und ethischen Herausforderungen mit sich, welche im Rahmen anderer Transplantationsvorgänge nicht vollständig aufgeklärt worden sind. Nichtsdestotrotz, sind die Vorteile, die dadurch für unsere Patientinnen entstehen, unzählig.

Quelle:

Prof. Dr. Sara Y. Brucker, Department für Frauengesundheit Tübingen

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