Gallengangskarzinom – eine recht seltene ­Krebsart

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Das Gallengangskarzinom ist eine recht seltene Tumorart, bei der nur eine kurative Resektion – die operative Entfernung – dem ­Patienten eine Heilungschance gibt.

Das Gallengangskarzinom – auch als Cholangiokarzinom oder cholangiozelluläres Karzinom bezeichnet – ist ein seltener, bösartiger Tumor der Gallenwege (zwei Fällen auf 100.000). Risikofaktoren für das Gallengangskarzinom sind vor allem die primär sklerosierende Cholangitis. Eine operative Entfernung des Tumors ist die einzige Möglichkeit für eine Behandlung mit Heilungsaussicht. Allerdings wird der Tumor in den meisten Fällen erst diagnostiziert, wenn die Patienten bereits in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung sind, in dem die Patienten meist nur noch eine Chemotherapie bzw. eine palliative Therapie bekommen. Die palliative Therapie soll beim nicht-operablen fortgeschrittenen Gallengangskarzinom durch eine adäquate Behandlung der Cholestase und der Cholangitis ­eine Verbesserung der Lebensqualität der Patienten erreichen.

 

Das Gallengangskarzinom

Das Gallengangskarzinom stellt mit einem Auftreten von 1 bis 3 Patienten pro 100.000 jährlich eine relativ seltene Tumorentität dar. In den letzten Jahren ist weltweit ein Anstieg der Inzidenz zu beobachten, wobei unklar ist, ob der Anstieg nur auf die verbesserte Diagnose zurück­zuführen ist oder die Krankheit tatsächlich häufiger wird.

Da die Inzidenz auch mit dem Alter ansteigt, ist die steigende Lebenserwartung ein potenzieller Grund für die Zunahme der Erkrankung. Neben dem Alter gibt es noch andere wichtige Risikofaktoren: Dazu gehört in unseren Breitengraden in erster Linie die primär sklerosierende Cholangitis, die in 10–15% der Fälle als Komplikation zu einem cholangiozellulären Karzinom führen kann. Auch andere chronische Lebererkrankungen wie die Virushepatitis und generell die Leberzirrhose erhöhen das Risiko für ein Gallengangskarzinom.

Auch Patienten mit biliären Anlageanomalien wie das Caroli-Syndrom oder Choledochuszysten weisen ein hohes Lebenszeitrisiko für die Entwick­lung dieses Tumors auf. Aufgrund der Lokalisation wird der Tumor in proximal extrahepatische = hiläre Gallengangskarzinome (Klatskin-Tumoren), distale extrahepatische und intrahepatische Gallengangskarzinome unterteilt. Mehr als die Hälfte der Karzinome sind Klatskin-Tumoren, etwa ein Drittel distale extrahepatische und der Rest intrahepatische Tumoren.

Nur eine kurative (R0) Resektion ermöglicht dem Patienten eine Chance auf Heilung, wobei die R0 Resektionsrate beim hilären Karzinom bei etwa 30% liegt, während sie beim distalen Gallengangskarzinom bis zu 80% beträgt. Die 5-Jahres-Überlebensraten liegen bei operablen Patienten zwischen 20 und 40%. Demgegenüber versterben inoperable Patienten oft nach drei bis neun Monaten, meist an rezidivierenden bakteriellen Cholangitiden, Leberversagen oder Tumorprogression. Die Palliative Therapieverfolgt das Ziel, eine Verbesserung der Lebensqualität durch eine adäquate Behandlung der Cholestase und der Cholangitis zu erreichen.

 

Palliative Therapien

Trotz großer Fortschritte in der medikamentösen onkologischen Therapie konnte mit den bisher verwendeten Medikamenten keine überzeugende Lebensverlängerung erzielt werden, da die Ansprechraten auf Chemotherapien im Allgemeinen nur bei etwa 30% liegen. Gleiches gilt für die Strahlentherapie, die vor allem in Form der Brachytherapie immer wieder in kleineren, meist unkontrollierten Studien zum Einsatz kommt.

Quelle:

Update: Palliative Therapie vom inoperablen fortgeschrittenen Gallengangs­karzinom. A.o. Univ. Prof. Dr. Andreas Püspök. MEDMIX 11/2008.

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Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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