Früherkennung der Arthrose durch neue Methoden ermöglicht

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Neue bildgebende Verfahren wie die Nah-Infrarot-Spektroskopie und die dGEMRIC-Technik erleichtern die Früherkennung der Arthrose. Das ermöglicht eine rasche Behandlung.

Die Früherkennung der Arthrose spielt für den Erfolg der Behandlung eine sehr wichtige Rolle. Doch häufig wird die Gelenkerkrankung erst bis zu zehn Jahre später erkannt, wenn der Verschleiß der Gelenke bereits fortgeschritten ist. Denn Knorpelabbau verursacht zunächst keine Schmerzen und eine Diagnose im Anfangsstadion ist derzeit noch nicht möglich. Zwei noch junge bildgebende Verfahren versprechen in den letzten Jahren, Knorpelschäden bereits in einer frühen Phase – der Präarthrose – zu erkennen. Zu diesem Zeitpunkt können Rheumatologen die Entstehung der Arthrose effektiv entgegenwirken.

 

Bei Diagnose Arthrose kann die Knorpelschicht bereits nicht mehr reproduziert werden

Wenn Patienten mit Knie-, Rücken- oder Gelenkschmerzen bei einem Experten vorstellig werden, so stellt dieser eine bestehende Arthrose meist bereits anhand einer Röntgenaufnahme fest – im Röntgenbild zeigt sich in solchen Fällen dann ein kleinerer Gelenkspalt zwischen zwei Knochen auf, als es bei Gesunden üblich ist. Die Knorpelschicht ist zu diesem Zeitpunkt bereits abgebaut und kann nicht wieder hergestellt werden. Für eine präventive Therapie sei es daher zum Zeitpunkt der Diagnose schon zu spät.

 

Früherkennung der Arthrose durch Nah-Infrarot-Spektroskopie (Near Infra Red/NIR)

Sehr oft kündigt sich eine Arthrose auf molekularer Ebene in Form einer abnormalen Knorpelzellorganisation bereits sehr viel früher an – lange noch bevor der Patient aufgrund von Schmerzen zum Arzt geht. Derartig beschädigte Areale, die in einer Röntgenaufnahme noch als gesund eingestuft werden, können durch die Nah-Infrarot-Spektroskopie – der sogenannten Near Infra Red/NIR – entdeckt und als Präarthrose identifiziert werden. Zu diesem frühen Zeitpunkt kann noch verhindert werden, dass es überhaupt zu einem Gelenkverschleiß kommt. Dementsprechend kann die Nah-Infrarot-Spektroskopie sehr viel zur Früherkennung der Arthrose bei betroffenen Patienten beitragen, um in Folge die Ursache unklarer Knie- und Rückenschmerzen zu finden und effektiv behandeln zu können.

 

dGEMRIC (delayed gadolinium-enhanced MRI of cartilage) – eine spezielle MRT-Form

Der Knorpel zeigt bekanntlich in der Präarthrose beziehungsweise der frühen Arthrose-Phase typische Veränderungen, die den Knorpelabbau ankündigen. Es kommt unter anderem zum Verlust von sogenannten Glykosaminoglykanen (GAG), die als Biomarker dienen. Seit mehreren Jahren steht eine MRT-Technik zur Verfügung, die anhand des GAG-Gehalts eine Präarthrose erkennt: dGEMRIC (delayed gadolinium-enhanced MRI of cartilage). Diese vielversprechende Methode ist eine spezielle Form der Magnetresonanztomografie (MRT), mit der Fachleute die biochemische Zusammensetzung des Knorpels analysieren können.

Quelle: http://www.dgrh-kongress.de

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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