Frühere Diagnose bei Endometriose

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Vor allem Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren sind von einer Endometriose betroffen. Leider vergeht häufig zu viel Zeit bis zur richtigen Diagnose.

Jahrelange Schmerzen, ohne zu wissen, woran man erkrankt ist: So erging es Anett Knakowski. Im Alter von elf Jahren beginnen die Probleme. Schwächeanfälle, starke Schmerzen und Ohnmachtsanfälle treten ständig auf. „Frauenärzte sagten mir immer nur, dass es normale Regelschmerzen sind und ich mich einfach abfinden solle. Ich fühlte mich hilflos, weil kein Arzt mich ernst nahm“, erzählt Anett Knakowski. Erst zehn Jahre später erhält sie schließlich die Diagnose Endometriose. Doch da war ihr Körper bereits enorm vom chronischen Verlauf gezeichnet. Seitdem hat die 34-jährige neun Endometriose-Operationen durchlebt, ist heute Patientin des Jenaer Endometriosezentrums.

Bei einer Endometriose tritt die Gebärmutter-Schleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle auf. Das Gewebe kann sich an den Eierstöcken, den Eileitern, dem Darm, der Blase oder auch dem Bauchfell ansiedeln. Es kommt zur Blutung an den falschen Stellen des Körpers. „Vor allem Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren sind von einer Endometriose betroffen. Leider vergeht oft zu viel Zeit bis zur Diagnose. Oft sind es Zufallsbefunde, die etwa bei einer Blinddarmentfernung entdeckt werden und noch immer ist nicht geklärt, wie Endometriose entsteht“, erklärt Dr. Kristin Nicolaus, Funktionsoberärztin und Koordinatorin des Endometriosezentrums am UKJ.

Anett Knakowski ist beim Endometrioseabend auch vor Ort, um über ihr Herzensprojekt zu informieren. Denn mit Unterstützung des UKJ-Endometriosezentrums möchte sie eine Selbsthilfegruppe gründen. „Ich habe sieben verschiedene Ärzte aufgesucht, bis die Diagnose feststand. Damals fehlten die Informationsquellen. Ich möchte in der Selbsthilfegruppe anderen Frauen, die mit Endometriose konfrontiert sind, Mut machen, meine Erfahrungen weitergeben und natürlich aufklären. Auch kann ich ihnen Tipps geben, wie sie im Alltag mit der Endometriose leben und umgehen können.“ „Es ist zudem wichtig auf die Partner und Familienmitglieder der Betroffenen einzugehen, damit sie lernen mit dieser Erkrankung umzugehen“, ergänzt sie.

Das bestätigt auch Dr. Kristin Nicolaus. „Einen solch schweren chronischen Verlauf beobachten wir selten. Das Tückische der Endometriose ist, dass sie viele Gesichter hat.“

Je früher die Diagnose erfolgt, umso besser können die Behandlungserfolge ausfallen, so Nicolaus. „Schmerzen während der Menstruation, beim Stuhlgang, Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr und ungewollte Kinderlosigkeit sind mögliche Alarmzeichen. Es gibt aber auch Patientinnen, die keine Beschwerden haben. Bei jeder Frau tritt Endometriose anders auf. Eine 15-minütige Bauchspiegelung kann bereits Gewissheit bringen.“

Operative und medikamentöse Verfahren

Wenn Endometrioseherde gefunden werden, können diese operativ entfernt werden. Nach einer OP ist eine gute Nachbehandlung durch den Frauenarzt, als auch eine Anschlussheilbehandlung unerlässlich. Denn dadurch werden Folge-OPs vermieden.

Bei Anett Knakowski kamen zur Endometriose auch Myome, Zysten und eine Gebärmutterentfernung. Sie leidet zudem heute an Gelenkerkrankungen, Rheuma, Osteoporose und Nervenschädigung.  „Jeder Tag ist natürlich anstrengend für mich. Ich bin froh, dass meine Eltern, mein Mann und meine engen Freunde so starke Stützen für mich sind. Denn nicht jeder kann es verstehen und hält zu einem. Außerdem schöpfe ich Kraft aus meinem Ziel, eine Selbsthilfegruppe aufzubauen. Denn ich möchte anderen Frauen einen solchen langen und schweren Leidensweg ersparen. “

Quelle und: www.uniklinikum-jena.de

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