Fruchtbarkeit und Gene

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Fruchtbarkeit und Gene stehen im Zusammenhang. Möglicherweise verfügen manche Frauen über eine genetische Veranlagung, früher Kinder zu bekommen als andere.

Im Zuge des sogenannten SOCIOGENOME Projektes, analysierte ein internationales Expertenteam Daten von 4.300 in den Niederlanden lebenden Frauen. Das Projekt, unter der Leitung von Professor Melinda Mills, ist eine 5-jährige Studie, in der soziogenetische Einflüsse auf das Fortpflanzungsverhalten und die Fruchtbarkeit untersucht werden. Mills zufolge könnte die moderne Gesellschaft Frauen dazu verhelfen, die natürliche Selektion außer Kraft zu setzen – bedingt durch soziale Faktoren und die immer größer werdende Auswahl an Lebensmodellen.

Neben den Frauen die an Mills‘ Projekt teilnahmen, umfasst die aktuelle Untersuchung auch Daten von 2.400 Frauen die an der TwinsUK Studie teilnahmen. Den Wissenschaftern zufolge, waren Gene für etwa 15 Prozent aller Unterschiede hinsichtlich des Zeitpunktes einer Schwangerschaft verantwortlich. Auch die Anzahl der Kinder, die eine Frau bekommt, können Gene bis zu einem gewissen Grad beeinflussen. Den Wissenschaftern zufolge ist dies die erste Untersuchung, die molekulare genetische Information nicht verwandter Frauen untersucht.

 

Epigenetischer Einfluss von Verhütungsmethoden und späterem Kinderwunsch

Laut Mills neigen Frauen bedingt durch soziale Faktoren dazu, immer später Kinder zu bekommen oder eine Familie zu gründen. Dabei nehmen viele Frauen in Kauf, dass es mit zunehmendem Alter immer schwieriger wird, schwanger zu werden. „Frauen verschieben ihren Kinderwunsch nach hinten,“ so Felix Tropf, Leiter der Studie an der University of Groningen in den Niederlanden.

„Zwar spielen Fruchtbarkeit und Gene eine wichtige Rolle, aber soziale Veränderungen sowie die Verfügbarkeit effektiver Verhütungsmethoden haben den stärkeren Effekt, wenn es darum geht zu ergründen, warum Frauen immer später schwanger werden.

Weibliche Fruchtbarkeit nimmt ab 20 ab

Bei regelmäßigem Geschlechtsverkehr hat ein junges gesundes Paar eine Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft von 25 bis 35 Prozent. Grundsätzlich nimmt ab dem 20. Lebensjahr die Fruchtbarkeit bei der Frau statistisch gesehen ab.

Quelle: Tropf FC, Stulp G, Barban N, Visscher PM, Yang J, et al. (2015) Human Fertility, Molecular Genetics, and Natural Selection in Modern Societies. PLoS ONE 10(6)

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About Author

Dipl.-Ing. Alexandra Springler

Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

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