Feuchte Wohnungen fördern Neurodermitis, Asthma und Allergien

0

Feuchte Wohnungen erhöhen bei Kindern, die unter solchen Bedingungen aufwachsen, das Risiko für Neurodermitis, Asthma und Allergien beträchtlich.

Im Zuge der weltweiten Erhebung „International Study of Asthma and Allergies in Childhood“ (ISAAC) konnten Wissenschaftler nachweisen, dass feuchte Wohnungen ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Neurodermitis, Asthma und Allergien für Kinder bringen, wobei das sogar für Mädchen und Jungen gilt, die nur im ersten Jahr unter feuchten Wohnbedingungen aufwachsen mussten.

In den 1990er Jahren wurde ISAAC gestartet – eine weltweit gigantische Langzeitstudie zu Neurodermitis, Asthma und Allergien mit über zwei Millionen Kindern und Jugendlichen in über 100 Ländern.

 

Wie sich feuchte Wohnungen auswirken

Die ISAAC-Studie prüfte unter anderem auch den Zusammenhang feuchte Wohnungen, Neurodermitis, Asthma und Allergien. Mit einem standardisierten Fragebogen überprüften Wissenschaftler zum Beispiel den Gesundheitszustand des Kindes beziehungsweise ob an Wänden und Decken der elterlichen Wohnung Feuchtigkeitsflecken oder Schimmel sichtbar waren – und zwar aktuell oder während des ersten Lebensjahres des Kindes. Außerdem wurden die sonstigen Wohnumstände, der Lebensstil sowie etwa allergische Erkrankungen der Eltern abgefragt. In einem zweiten Schritt haben die Wissenschaftler bei über 26.000 Kindern Allergietests durchgeführt und Staubproben aus den Wohnzimmern von mehr als 1100 Familien auf Hausstaubmilben untersucht.

Das klare Ergebnis war, dass feuchte Wohnungen eindeutig in Zusammenhang Asthma, Rhinitis sowie Neurodermitis stehen – unabhängig von der allergischen Disposition des Kindes. Es handelt sich um den stärksten und konsistentesten Zusammenhang mit einem Umgebungsfaktor, der im Laufe der ISAAC-Studie festgestellt wurde.

Damit sind feuchte Wohnungen mit Feuchtigkeit und Schimmel noch mehr als Hausstaubmilben Hauptauslöser von asthmatischen Erkrankungen. Der Gesundheitszustand von Mädchen und Jungen, die bereits unter Asthma litten, verschlechterte sich unter feuchten Wohnbedingungen weiter. Überraschenderweise galt die nachgewiesene Relation einheitlich für fast alle untersuchten Länder – von westeuropäischen Staaten und Neuseeland über Albanien und China. In weniger entwickelten Weltregionen war der Zusammenhang zwischen Feuchtigkeit und Asthma allerdings besonders stark: Gemäß der ISAAC-Studie kamen feuchte Wohnungen in Brasilien auffällig häufig vor. Tatsächlich gab es in dem südamerikanischen Land auch die meisten asthmakranken Kinder.

Literatur:

Weinmayr G, Gehring U, Genuneit J, Büchele G, Kleiner A, Siebers R, Wickens K, Crane J, Brunekreef B, Strachan DP; ISAAC Phase Two Study Group. Dampness and moulds in relation to respiratory and allergic symptoms in children: results from Phase Two of the International Study of Asthma and Allergies in Childhood (ISAAC Phase Two). Clinical Experimental Allergy. 2013 Jul;43(7):762-74. doi: 10.1111/cea.12107.

Share.

About Author

Rainer Müller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

Comments are closed.