Fentanylpflaster zur transdermalen Schmerztherapie

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Wenn ein Schmerzpatient mit einem bestimmten Fentanylpflaster gut eingestellt ist, sollte diese wirkungsvolle Behandlung möglichst nicht geändert werden.

Opioidhaltige Pflaster­systeme wie Fentanylpflaster bieten eine exakte zeitliche Steuerung der Dosierung des jeweiligen Wirkstoffs. Deswegen besitzen mittlerweile Transdermalpflaster einen großen Stellenwert in der Therapie chronischer Schmerzen.

Die transdermale Darreichung von Wirkstoffen durch die Haut in die systemische Zirkulation des Körper hat sich als zuverlässig und sicher erwiesen. Schließlich stehen auch gerade deswegen heutzutage verschiedene Pflasteralternativen den Ärzten und Patienten zur Verfügung.

Bei den alten Reservoirsystemen war der Wirkstoff zusammen mit einem Lösungsvermittler in einem gelhaltigen flachen Reservoir gelöst. Eine Kontrollmembran steuerte die Freisetzung. Im Gegensatz dazu kommen moderne Matrixpflaster ohne Reservoir, Kontrollmembran oder Permeationsverbesserer aus.

 

Verschiedene Fentanylpflaster

Zunehmend kommen flache, flexible Matrixpflaster mit sehr unterschiedlicher Feinstruktur bei handelsüblichen Transdermalpflastern vor. Schließlich muss deren Bioäquivalenz als Voraussetzung für die Zulassung nachgewiesen werden. Neben Beurteilungsgrößen wie »area under the curve« (AUC), Maximalkonzentration (cmax) und tmax ist für die Bioäquivalenz zusätzlich der jeweilige individuelle Verlauf der Plasmakonzentration von Bedeutung. Schwankungswerte der Fentanyl-Plasmakonzentrationen zwischen dem Original und einem Fentanyl-Generikum von 80 bis 125% sind somit möglich.

Auch wenn es sich allgemein um den gleichen Wirkstoff handelt, sollte schließlich der behandelnde Arzt aufgrund der unterschiedlichen Bioverfügbarkeiten den Präparatewechsel klinisch kontrollieren und gegebenenfalls eine Neueinstellung der Dosis vornehmen.

Grundsätzlich sollte von einem Fentanylpflaster auf eine anderes nicht ohne Retitration und klinische Beobachtung umgestellt werden. Das Fehlen sowohl der Arzneimittelbezeichnung als auch der Fentanyl-Dosis am Pflaster kann bei Fentanylpflaster problematisch sein.

Diese aus Sicht der Arzneimittelsicherheit wichtige Deklaration sollte bei allen Transdermalpflastern gegeben sein. Damit kann man im Notfall zu erkennen, welches Pflaster der Patient gerade anwendet.

 

Pflaster-Wechsel kann kontraproduktiv sein

Die Herssteller müssen ihre Fentanylpflaster unmissverständlich kennzeichnen. Denn schließlich kann ein Wechsel zwischen verschiedenen Pflastersystemen durchaus Probleme machen. Wenn ein Patient mit einem bestimmten Pflaster gut eingestellt ist, sollte daher die Therapie möglichst nicht geändert werden.

Deswegen sollten auch sowohl Patienten als auch Ärzte und Apotheker die Pflaster nicht all zu oft wechseln. Das ist eher kontraproduktiv.

Weitere Informationen:

Fentanyl-related compounds and derivatives: current status and future prospects for pharmaceutical applications

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4137794/

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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