Fenchel besonders für Kinder gut geeignet

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Um Beschwerden wie Blähungen bei Ernährungsumstellung von Säuglingen mit Fenchel zu lindern, kommen häufig Fencheltee bzw. Fenchelhonig zum Einsatz.

Der Fenchel – Foeniculum vulgare – ist häufig das erste Heilmittel, das ein Mensch in seinen ersten Säuglingsmonaten einnimmt – nicht nur in Europa, sondern auch in vielen anderen Regionen der Welt. Fenchel gehört deshalb zu den weltweit bekanntesten Arzneipflanzen und ist wie Anis, Kümmel und Liebstöckel der Familie der Doldenblüter zugehörig.

Die Heilpflanze Fenchel stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet, da sie warme, feuchte, kalkhaltige Böden bevorzugt. In heutigen Zeiten wird die weltweit verbreitete Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze vor allem in den EU-Staaten Bulgarien, Ungarn und Rumänien sowie in Ägypten und China angebaut.

Fenchel hat vor allem in der Kinderheilkunde große Bedeutung und ist wegen seiner milden Wirkung für Kinder sehr gut geeignet.

 

Fenchel als Phytotherapeutikum

In der Pflanzentherapie werden ausschließlich die Früchte des Fenchel verwendet, die umgangssprachlich auch als Samen bezeichnet werden. Das wirksame ätherische Öl sollte zu mindestens 60 Prozent aus dem süßlich schmeckenden trans-Anethol und aus dem eher bitteren Fenchon bestehen.

Diese Inhaltsstoffe des Fenchel fördern die Beweglichkeit des Magen-Darmtraktes und sind in höherer Konzentration krampflösend. Für Anethol und Fenchon ist außerdem eine schleimlösende Wirkung nachgewiesen.

Fenchel wird angewendet gegen unspezifische Verdauungsprobleme – wie etwa leichte krampfartige Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl und Blähungen sowie gegen Entzündungen von Hals und Rachen. Bei Kindern wird hier oft Fenchelhonig eingesetzt.

 

Fenchel als uralte Heilpflanze und Nahrungsmittel

Schon in den frühen Hochkulturen Ägyptens oder Chinas schätzten die Menschen den Fenchel als Gemüse und Heilpflanze. In Mitteleuropa beschrieb erstmals der bekannte Benediktiner-Abt des Klosters Reichenau, Walahfrid Strabo – Dichter und Botaniker –, in der Mitte des 9. Jahrhunderts n. Chr. die Heilwirkungen von Fenchel. Strabo, wie er genannt wurde, empfahl den Verzehr gemeinsam mit Wein oder Ziegenmilch, um die Blähungen zu lösen, eine träge Verdauung zu verbessern und auch bei Husten Linderung zu bringen – und lag damit sehr nahe an den heutigen Anwendungsgebieten.

 

Fencheltee und Fenchelhonig

Gegen Husten bei Kindern werden häufig die bewährten Naturheilmittel Fencheltee und Fenchelhonig – mit bitterem Fenchelöl versetzter Honig – angewendet. Das in den Fenchelsamen enthaltene ätherische Öl steigert die Bewegung der Flimmerhärchen in der Lunge und in den Atemwegen, so dass Schleim leichter abgehustet werden kann.

Die Hauptkomponenten von Fenchelöl sind die oben erwähnten Inhaltsstoffe Anethol und Fenchon, die in einem bestimmten Verhältnis enthalten sein müssen, damit sie ihre schleimlösende Wirkung im Bereich der Atemwege zur Geltung kommt.

Um bitteres Fenchelöl – wie für Fenchelhonig – zu gewinnen, sollten Fenchelpflanzen hohe Ölgehalte enthalten und große Fenchelsamen haben. Zur Erzeugung von Fencheltee werden hingegen kleine Früchte mit niedrigerem Ölgehalt bevorzugt.

 

Fenchelhonig selber machen

Das traditionelle Hausmittel Fenchelhonig wird bei Erkältung und bei Störungen des Magen-Darmtraktes eingesetzt. So wird der traditionelle Fenchelhonig zur Unterstützung der Schleimlösung im Bereich der Atemwege bei Erkältung mit Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Heiserkeit angewendet. Fenchelhonig wirkt auf die Atemwege Auswurf fördernd, antiseptisch, krampflösend und auf den Magen-Darm-Trakt blähungstreibend.

Fenchelhonig selbst zu produzieren, ist günstiger als ihn fertig zu kaufen, ausserdem kann man so gut die Qualität kontrollieren. Man benötigt dafür beispielsweise 500 Gramm hochqualitativen flüssigen Honig, getrocknete, bittere Fenchelsamen oder ätherisches Öl vom bitteren Fenchel. Somit wird ein Glas Honig einfach mit einem Spritzer ätherischem Öl vom bitteren Fenchel verrührt. Alternativ kann man einen intensiven Fenchelhonig aus 12 Gramm Fenchelsamen pro 500 Gramm Honig herstellen.

Bei Kindern ab dem zweiten Lebensjahr sind 1 mal täglich etwa 5 Milliliter Fenchelhonig anwendbar. Erwachsene und Schulkinder nehmen zweimal täglich 5 Milliliter ein. Keinesfalls darf der Fenchelhonig Säuglingen gegeben werden.

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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