Familienorientierte Kinderrehabilitation in Österreich

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In St. Veit im Pongau (Salzburg) ist heute, Freitag, der offizielle Startschuss für familienorientierte Kinderrehabilitation gefallen.

Dieses in Österreich erstmalige Angebot wird in einer Kompetenzpartnerschaft vom führenden Gesundheitsdienstleister VAMED und den Salzburger Landeskliniken (SALK) realisiert. Bei einer Festveranstaltung am Freitag wurde der Leistungsvertrag gemeinsam mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger unterzeichnet. Beim anschließenden Spatenstich haben VAMED und SALK erste Pläne für die neue Kinder- und Jugendrehabilitation präsentiert.

Die beiden Partner investieren rund 13 Mio. Euro in die neue Einrichtung. Ab dem Frühjahr 2018 werden in St. Veit im Pongau Rehabilitationsplätze für 32 Kinder und Jugendliche mit Krebs- und Stoffwechselerkrankungen sowie für bis zu 50 Angehörige im Rahmen der familienorientierten Rehabilitation zur Verfügung stehen.

Salzburgs Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer: „Die Kinder- und Jugendmedizin hat für Salzburg immer schon einen besonderen Stellenwert. Mit der neuen familienorientierten Kinderrehabilitation in St. Veit sorgen wir für eine dringend notwendige Erweiterung des österreichischen Gesundheitsangebots und setzen zugleich einen wichtigen Impuls für die Region. Alleine in den drei Sonnenterrassen-Gemeinden St. Veit, Schwarzach und Goldegg sind in den vergangenen Jahrzehnten bereits 1.700 Arbeitsplätze im Gesundheitssektor entstanden. Durch die Kinder-Reha kommen noch einmal 40 Vollzeitarbeitsplätze dazu.“

Dr. Ernst Wastler, Vorstandsvorsitzender der VAMED AG: „Die neue familienorientierte Kinderrehabilitation in St. Veit liegt mir persönlich sehr am Herzen. Wir arbeiten dabei gemeinsam mit unseren Partnern laufend auf der Suche nach noch besseren Lösungen. Ich freue mich, dass wir unsere weltweite Kompetenz als führender Gesundheitsdienstleister hier gemeinsam mit der SALK zum Wohle unserer kleinen Patientinnen und Patienten zur Anwendung bringen können.“

Dr. Alexander Biach, Vorsitzender des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger: „Die Einführung der Kinder-Reha in Österreich ist ein besonderer Meilenstein für die Sozialversicherungen und ihre Versicherten. Ab dem nächsten Jahr müssen betroffene Familien endlich nicht mehr ins Ausland ausweichen, wenn sie Rehabilitation für ihr Kind benötigen. Kinder und Jugendliche haben das größte Potenzial, auch nach einer schweren Erkrankung oder Operation wieder teilweise oder vollkommen zu genesen und später in ein normales Arbeitsleben einzutreten. Deshalb haben wir sichergestellt, dass sie für die optimale Nachbehandlung rasch und unbürokratisch eine Bewilligung erhalten werden.“

LH-Stv. und Gesundheitslandesrat Dr. Christian Stöckl: „Personalisierte Medizin und die erfolgreiche Nachbehandlung werden durch den raschen Fortschritt im Gesundheitswesen immer wichtiger. Mit dem Spatenstich zur neuen familienorientierten Rehabilitation in St. Veit stellen wir die medizinische Versorgung Salzburgs optimal auf diese neuen Anforderungen ein. St. Veit im Pongau erhält nach der medizinisch-psychiatrischen und onkologischen Rehabilitation seine bereits dritte Rehabilitationseinrichtung und steigt damit zum größten Rehabilitationsstandort Salzburgs auf.“

Eine der modernsten Kinder- und Jugend-Rehakliniken Europas entsteht

Die neue Kinderrehabilitation wird allen betroffenen Kassenpatientinnen und -patienten aus ganz Österreich offen stehen. Jährlich erkranken fast 300 Kinder und Jugendliche in Österreich an Krebs. Ihr oft monatelanger Aufenthalt im Krankenhaus kann nicht nur das Kind, sondern auch Eltern und Geschwisterkinder gesundheitlich beeinträchtigen. Bei Onkologie-Patienten ist deshalb vorgesehen, dass die ganze Familie in die Rehabilitation eingebunden wird und damit das Konzept der familienorientierten Rehabilitation umgesetzt wird.

Die neue Einrichtung wird sowohl in architektonischer als auch in medizinischer und therapeutischer Hinsicht eine der modernsten Kinder- und Jugend-Rehakliniken Europas sein. Das umfassende Therapieprogramm wird sowohl körperliche als auch psychische und soziale Aspekte berücksichtigen. Dazu gehören auch Kindergartenbesuch oder Schulunterricht sowie umfassende Freizeitgestaltungsmöglichkeiten bis hin zu einem angeschlossenen Sportplatz und Parkareal. VAMED und SALK schaffen damit eine achtsame Umgebung, die es den betroffenen Familien ermöglichen soll, den Start zurück ins Leben mit neuer Kraft anzutreten.

Kinderrehabilitation und Jugendrehabilitation in St. Veit im Pongau

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl betont: „Die Salzburger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde ist eine universitäre Schwerpunkteinrichtung mit allen Subspezialitäten – insbesondere denen, die im Rahmen der Kinderrehabilitation und Jugendrehabilitation in St. Veit im Pongau für die Indikationsgruppen Hämatologie / Onkologie und Stoffwechsel notwendig sind. Unsere Klinik kann sich daher umfassend ins Versorgungskonzept einbringen bzw. ein medizinisches Backup bieten. Im Bereich der angeborenen Stoffwechselerkrankungen ist sie eine der vier pädiatrischen Stoffwechselzentren mit überregionaler Kompetenz. Das spezielle Know-how des gesamten Stoffwechselteams der Kinderklinik Salzburg und auch der Orphan-Disease-Schwerpunkt – zusammen mit dem Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) Institut für seltene Krankheiten – stehen damit für die Stoffwechselpatienten in St. Veit zur Verfügung.

An der Klinik gibt es zudem gute Erfahrungen in der Kinderrehabilitation, denn die Frühneurorehabilitationseinrichtung reKIZ an der Salzburger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde wurde vor sieben Jahren eingerichtet und versorgt Kinder und Jugendliche nach schweren Erkrankungen und Unfällen mit Verletzungen des Gehirns und des Nervensystems. Ein Erfahrungsaustausch und auch Rotationen zum Beispiel im Pflegebereich sind mit der neuen Einrichtung in St. Veit geplant.“

Im Bereich der Hämatologie/Onkologie ist das Kinderzentrum in Salzburg eines der fünf österreichischen pädiatrisch Hämatologie-onkologischen Zentren und ist mit dem St. Anna Kinderspital/AKH Wien in Diagnostik und Therapie inhaltlich vernetzt.

Kooperation mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU)

PMU Rektor, Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch: „Die Paracelsus Medizinischen Privatuniversität hat eine Kooperation mit der Kinderrehabilitation St. Veit vorgesehen. Im Rahmen der universitären Lehre besteht die Möglichkeit für PMU-Studenten der Pädiatrie bzw. auch als Wahlfach im 5. Studienjahr ein Praktikum in der Rehabilitationseinrichtung zu absolvieren. Wesentlich ist auch die Vernetzung mit der Rehabilitationswissenschaft, wobei hier regelmäßig Dissertationsthemen angeboten werden sollen. Besondere Aspekte ergeben sich hier im Rahmen des PMU-Institutes für “Rehabilitation, Palliation und Transition im Kindes- und Jugendalter“ (Stiftungsprofessur mit PD. Dr. Gerhard Kluger, Schön Klinik Vogtareuth seit 2014“). Außerdem ergeben sich hier zudem zu Themen der Rehabilitationswissenschaft zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten mit der Onkologischen Rehabilitation im Erwachsenenbereich am Standort St. Veit im Pongau.

Kooperation mit der Österreichischen Kinderkrebshilfe

Die Österreichische Kinderkrebshilfe unterstützt seit Jahren das Anliegen einer qualitativen familienorientierten Rehabilitation für Kinder- und Jugendliche mit onkologischen Erkrankungen. Derzeit wird nur einem ganz geringen Teil der betroffenen Familien eine familienorientierte Rehabilitation in Deutschland ermöglicht. Ein wichtiges Anliegen der Kinderkrebshilfe ist die kontinuierliche Versorgungskette von stationärem Aufenthalt, Rehabilitation und psychosozialer Nachsorge sowie deren adäquater Finanzierung. Mit der Errichtung des Rehabilitationszentrums für Kinder- und Jugendliche St. Veit im Pongau und der familienorientierten Rehabilitation für onkologische Patienten und deren Angehörigen wird  ein neuer Meilenstein gesetzt.

Initiative Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation in Österreich

Durch das große Engagement des Elternverbandes „Initiative für Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation in Österreich“ unter Markus Wieser wurde sowohl auf ministerieller aber auch auf landespolitischer Ebene sehr viel Unterstützung für die Umsetzung einer Kinderrehabilitationseinrichtung gemäß der Qualitätskriterien, die in der Arbeitsgruppe 4 des Österr. Gesundheitsdialoges für Kinder erarbeitet wurden, erreicht. Die „Initiative Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation in Österreich“ hat auch besonderen Wert darauf gelegt, dass besonders Familien mit hämatologisch-onkologischen Erkrankungen in einer österreichischen Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitationseinrichtung familienorientiert adäquat versorgt werden können. Die Initiative für Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation in Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, zukunftsweisende Rehabilitationseinrichtungen zu unterstützen. Die dafür erforderlichen Qualitätskriterien wurden auch in der AG 4 entsprechend in den Vordergrund gestellt.

VAMED und SALK – Vorreiter in der Rehabilitation und Onkologie

Mit dem 2009 eröffneten Sonnberghof in Bad Sauerbrunn (Burgenland) und der 2014 eröffneten onkologischen Rehabilitation St. Veit im Pongau leistete VAMED Pionierarbeit in der Nachbehandlung von Krebspatientinnen und -patienten. Die Salzburger Landeskliniken (SALK) sind mit dem Salzburger Universitätsklinikum österreichweit Vorreiter in der Krebsforschung und -therapie. Seit 2010 betreibt das Uniklinikum auch eine Kinderneuro-Rehabilitationsstation, die österreichweit eine einzigartige Nachsorge für Kinder- und Jugendliche nach schweren Erkrankungen und Unfällen mit Verletzungen des Gehirns und des Nervensystems bietet.

An der Errichtungs- und Betreibergesellschaft der neuen Kinder- und Jugendrehabilitation in St. Veit sind VAMED mit 76 Prozent und SALK mit 24 Prozent beteiligt. VAMED und SALK investieren rund 13 Mio. Euro in die neue Einrichtung. Finanzierungspartner ist die Raiffeisen-Leasing GmbH. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2018 geplant.

Weitere Informationen:

www.vamed.com

www.salzburg.gv.at/

www.salk.at/

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