Ertugliflozin – SGLT2-Hemmer bei Typ-2-Diabetes

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Der Blutzucker senkende  Ertugliflozin ist zur Behandlung von Patienten mit Typ-2-Diabetes entwickelt worden.

Ertugliflozin ist ein sogenannter SGLT2-Hemmer. Dieser Blutzucker senkende und antidiabetische Wirkstoff ist somit ein selektiver Hemmer des Natrium-Glucose-Transportprotein-2 (Sodium dependent glucose transporter). Der SGLT2-Hemmer soll in der Niere die Rückresorption von Glucose aus dem Primärharn verhindern, wodurch vermehrt Zucker, Glucose, ausgeschieden wird.

Verschiedene Phase-III-Studien-Ergebnisse (aus dem sogenannten klinischen Entwicklungsprogramm Vertis der Hersteller MSD Merck Sharp & Dohme und Pfizer) bestätigten, dass in der Therapie von Patienten mit Typ-2-Diabetes Ertugliflozin die Blutglukose verringern kann. Das orale Antidiabetikum zeigte eine signifikant größere Reduktion des glykosyliertem Hämoglobin (A1C) im Vergleich zu Placebo.

 

Zulassung

Im März 2018 hat die europäische Kommission Ertugliflozin als Monopräparat sowie als Fixkombination sowohl mit Metformin als auch mit Sitagliptin zur Typ-2 Diabetes-Behandlung zugelassen. Die Fixkombination aus Ertugliflozin und Sitagliptin kann bei Erwachsenen ab 18 Jahren mit Typ-2 Diabetes zusätzlich zu Diät und Bewegung zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle eingesetzt werden.

 

Sitagliptin mit Ertugliflozin

Daten aus dem VERTIS-Studienprogamm bestätigten, dass die Kombination von Sitagliptin mit Ertugliflozin für für die betroffenen Typ-2-Diabetes-Patienten die Behandlung verbesserte. Beispielsweise konnte in einer doppelblinden 52-wöchigen Phase-II-Studie die kombinierte Gabe dieser beiden Antidiabetika zusätzlich zur nicht ausreichenden Monotherapie mit Metformin eine effektivere glykämische Kontrolle bewirken. Insgesamt ist die kombinierte Gabe von Ertugliflozin und Sitagliptin gut verträglich.

 

Metformin + Sitagliptin + Ertugliflozin

1.233 Patienten mit Typ-2-Diabetes und einem mittleren Alter von 55,1 Jahren, die unter einer Metformintherapie ≥ 1.500 mg/Tag einen HbA1c zwischen 7,5 und 11,0 % aufwiesen, waren in die Studie eingeschlossen. Der primäre Endpunkt war die HbA1c-Senkung nach 26 Wochen.

Nach 26 Wochen hatte die 3er-Kombinationstherapie den HbA1c und die Nüchtern-Glukosespiegel signifikant stärker reduziert als die jeweiligen Einzelsubstanzen mit Metformin gemeinsam. Weiters erreichten signifikant mehr Typ-2-Diabetes-Patienten unter der 3er-Kombination einen HbA1c unter 7,0 %. Auch Körpergewicht und der systolische Blutdruck nahmen durch die 3er-Kombination signifikant stärker ab als unter der Gabe von Sitagliptin + Metformin.

Allerdings traten in allen mit Ertugliflozin behandelten Studienarmen genitale Pilzinfektionen häufiger aus als unter der Therapie mit Metformin und Sitagliptin.

 

Mit SGLT2-Hemmer – Vorteile und assoziierte Risiken

Natriumglucose-Co-Transport-2-Inhibitoren sind eine neue Klasse von Antidiabetika. Diese SGLT2-Hemmer blockieren das SGLT2-Protein, an dem die Glukose-Reabsorption aus dem proximalen Nierentubulus beteiligt ist. Dadurch kommt es zu einer erhöhten Glukoseausscheidung und zu niedrigeren Blutzuckerspiegeln.

SGLT2-Hemmer haben vorteilhafte Wirkungen, die über die Glukosekontrolle hinausgehen. Dazu gehören beispielsweise unterstützende Effekte zum Halten von Körpergewicht und Blutdruck sowie zur Harnsäuresenkung.

Im Gegensatz zu den vielversprechenden Wirkungen bei der Behandlung von Diabetes können aber auch verschiedene unerwünschte Wirkungen auftreten. Hier besteht weiterhin Forschungsbedarf für ein besseres Verständnis des Risikoprofils von SGLT2-Hemmer.

Weitere Informationen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29485006

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25341005

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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