Ernährung und Bewegung gegen Diabetes Typ-2

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Ernährung und Bewegung gegen Diabetes Typ-2 sind vorbeugende Maßnahmen, die diabetesbedingten und kardiovaskulären Risikofaktoren entgegenwirken.

Eine gesunde Ernährung und Bewegung bzw. viel Sport können das Risiko, an Diabetes Typ-2 zu erkranken, tatsächlich senken, so lautete die Schlussfolgerung eines Berichts aus dem Vorjahr der Community Preventive Services Task Force (CPSTF), ein Komitee unabhängiger, nichtbundeseigener, unbezahlter Experten in punkto Gesundheitswesen und Prävention.

 

Ernährung und Bewegung als effektiver Kostenfaktor

Programme mit Ernährung und Bewegung sind kosteneffektiv, senken den Blutzucker und wirken anderer diabetesbedingter bzw. kardiovaskulärer Risikofaktoren entgegen – darunter Übergewicht, Bluthochdruck und Hypercholesterinämie. Zu diesem Ergebnis kam der Community Preventive Services Task Force (CPSTF) nach Durchsicht und Analyse einer Vielzahl bereits veröffentlichter Studien, die sich mit der Wirkung von Ernährungs- und Bewegungsprogrammen, zur Prävention und Kontrolle von Diabetes Typ-2, beschäftigten. Der Bericht, der sich mit dem klinischen und ökonomischen Nutzen dieser Programme auseinandersetzt, wurde unlängst im Journal Annals of Internal Medicine veröffentlicht. Basierend auf die Analyse empfahl das CPSTF kombinierte Programme aus Ernährung und Bewegung für Diabetes gefährdete Personen.

 

Wirkungsvolle Programme zur Reduktion des Diabetes-Risikos

Laut CPSTF sollten Ernährungs- und Sport-Programme zur Reduktion des Diabetes-Risikos folgende Elemente enthalten:

  • Ausgebildete Instruktoren, die für eine Mindestdauer von 3 Monaten direkt mit den Teilnehmern arbeiten

  • Beratung, Coaching und weitreichende Unterstützung

  • Seminare zum Thema Ernährung und Bewegung

Die Experten analysierten 53 Studien, die sich insgesamt mit 66 Ernährungs- bzw. Bewegungsprogrammen auseinandersetzen. Dreißig dieser Studien verglichen die Wirkung von Ernährungs- und Bewegungsprogrammen mit jener, konventioneller Behandlungen. Weitere 12 Studien verglichen die Auswirkung intensiver und weniger intensiver Programme. Schließlich beschäftigten sich 13 der von den Experten ausgewählten Studien mit Einzelprogrammen.

Dabei stellte sich heraus, dass nahezu alle Ernährungs- und Bewegungsprogramme die Diabetesinzidenz, sowie das Körpergewicht und den Nüchternblutzucker reduzierten. Auch andere Risikofaktoren – beispielsweise zu hoher Blutzucker oder Cholesterin – konnten durch die jeweiligen Programme entsprechend reduziert werden.

Zudem zeigte sich, je intensiver die Programme, desto effektiver war auch der Gewichtsverlust bzw. die Reduktion der Diabetesinzidenz.

 

Viele Betroffene wissen nicht, dass sie an Diabetes leiden

Diabetes mellitus ist der Sammelbegriff für eine heterogene Störungen des Stoffwechsels, deren Leitbefund die chronische Hyperglykämie ist. Ursache ist entweder eine gestörte Insulinsekretion, eine gestörte Insulinwirkung oder auch beides.

Bleibt Diabetes unbehandelt, kommt es zur Ansammlung von Glukose im Blut, wodurch es zu kurz- und langfristigen gesundheitlichen Problemen kommt. Langfristig können sich zu hohe Blutglukosekonzentrationen negativ auf Augen, Nieren, Nerven oder Herz auswirken. Unbehandelt führt dies zu ernstzunehmenden gesundheitlichen Problemen bzw. Komplikationen, darunter Herzerkrankungen, Schlaganfall, Nierenversagen und Amputationen der unteren Extremitäten.

Den US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zufolge, leiden 9,3% aller US-Amerikaner (29,1 Millionen) bereits an Diabetes, wobei etwa 29,1 Prozent der Betroffenen nichts von ihrer Krankheit wissen. Zudem leiden schätzungesweise 86 Millionen Menschen an Vorstufen der Typ-2-Diabetes – dessen sind sich allerdings nur 11 Prozent bewusst.

Diabetes steht auf der Liste der häufigsten Todesursachen in den USA bereits auf Platz 7 und verursacht zudem enorme Kosten für das Gesundheitssystem.

Viele Betroffene sind gezwungen ihren Blutzuckerspiegel täglich zu kontrollieren bzw. Insulin zu spritzen. Dies ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch riskant – so kann eine falsche Dosierung zu schweren gesundheitlichen Komplikationen bis hin zum Koma bzw. Tod führen.

Quellen:

Combined diet and physical activity promotion programs to prevent type 2 diabetes among persons at increased risk: a systematic review for the Community Preventive Services Task Force, Ethan M. Balk et al., Annals of Internal Medicine, doi: 10.7326/M15-0452, published online 14 July 2015.

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About Author

Dipl.-Ing. Alexandra Springler

Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

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