EPs 7630-Extrakt aus der Kapland-Pelargonie bei Atemwegsinfekten

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Der EPs 7630-Extrakt aus der Kapland-Pelargonie zeigt in der Linderung der Symptome der akuten Bronchitis und der Sinusitis seine Wirksamkeit.

Die in Südafrika heimische Kapland-Pelargonie – Pelargonium sidoides – wird in der südafrikanischen ethnischen Volksmedizin seit Jahrhunderten gegen infektiöse Atemwegserkrankungen eingesetzt. In Europa konnte sich die Heilpflanze aber in der modernen Therapie mit Arzneipflanzen erst Ende des vorigen Jahrhunderts etablieren. Seit einigen Jahren ist in Deutschland und Österreich ein ethanolischer Spezialextrakt der Kapland-Pelargonie mit der Bezeichnung EPs 7630 als Arzneimittel für die Indikation akute Bronchitis zugelassen.

 

EPs 7630 – Spezialextrakt der Kapland-Pelargonie

Beachtlich war weiland die weit fortgeschrittene phytochemische Charakterisierung des EPs 7630-Extraktes der Kapland-Pelargonie. Etwa 40 Prozent bestehen aus oligomeren PCA, darunter auch solche vom Typ A, etwa 35% aus Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Aminosäuren und Peptiden, und jeweils zwei 2% machen Cumarine mit einem hohen Oxygenierungsgrad sowie Purine aus.

Wirksamkeit der Kapland-Pelargonie. Die Wirksamkeit der Kapland-Pelargonie bei der Behandlung der akuten Bronchitis ohne Indikation für eine Antibiotikatherapie wird durch eine Vielzahl von neueren Studien belegt. Als Messparameter wird in diesen Studien meistens der »Bronchitis Severity Score« (BSS) verwendet, der die Einzelsymptome Husten, Auswurf, Rasselgeräusche, Schmerzen im Brustkorb und erschwerte Atmung umfasst. Zusammenfassend kann die Heilpflanze effektiv in der Linderung der Symptome der akuten Bronchitis bei Erwachsenen und Kindern und der Sinusitis bei Erwachsenen sein.

Antibakterielle und immunmodulierende Eigenschaften sowie eine schleimlösende Komponente werden für die Wirksamkeit der Kapland-Pelargonie verantwortlich gemacht.

Neben einer moderaten Aktivität gegenüber grampositiven und gramnegativen Keimen, verhindert EPs 7630 aus der Kapland-Pelargonie die Bakterienanheftung an den Schleimhäuten und erhöht die Zilienschlagfrequenz. Für den antiviralen Effekt wird eine Induktion der Interferonproduktion von IFN-a und IFN-b verantwortlich gemacht, die die kör­pereigene Immunabwehr auslöst.

Weiters wird dem Pflanzenextrakt aus der Kapland-Pelargonie eine Aktivierung von Makrophagen mit einer gesteigerten Expression des Zytokins Tumornekrosefaktor-a (TNF-a) und eine Induktion von INOS zugeschrieben. Durch dieses sehr vielfältige Wirkungsspektrum wird der Einsatz von der Krankheitsprophylaxe bis hin zur Ausheilung eines bereits bestehenden Infektes erklärbar.

Im Vergleich zu den Kontrollgruppen konnten bei den Patientengruppen, die in der Regel mit 30 Tropfen EPs 7630 einmal täglich behandelt wurden, eine signifikante Verbesserung der Bronchitissymptome festgestellt werden. Nennenswerte Nebenwirkungen traten nicht auf. Zu einem ähnlichen Ergebnis, wenn auch nicht so überzeugend, kam die Cochrane Collaboration in einer neuen Übersichts-Studie über 8 randomisierte klinische Studien mit akzeptierter Methodik. Das Fazit der Autoren dieser Cochrane-Studie lautet: Es existiert begrenzte Evidenz für die Wirksamkeit von P. sidoides in der Behandlung von Infektionen der oberen Atemwege.

Zudem resümieren die Autoren, dass die pflanzliche Zubereitung effektiv sein kann in der Linderung der Symptome der akuten Bronchitis bei Erwachsenen und Kindern und der Sinusitis bei Erwachsenen.

Quelle: Phytopharmaka bei Infektionskrankheiten. Medmix 3 / 2009.

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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