Entstehung von Alzheimer auf der Spur

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Entstehung von Alzheimer: Die Erkrankung entwickelt sich von Patient zu Patient sehr unterschiedlich – ein Umstand, der eine frühzeitige Diagnose zusätzlich erschwert.

Die überwiegende Mehrheit der Alzheimer-Experten schließt sich nach wie vor der sogenannten Amyloid-Kaskaden-Hypothese an, die seit mehr als 20 Jahren im Zentrum der Erforschung der Entstehung von Alzheimer steht. Demzufolge gilt das Eiweiß-Bruchstück Beta-Amyloid, das in den Gehirnen Alzheimer-Kranker aus bis dato unbekannten Ursachen in hohen Konzentrationen vorkommt und dort zu sogenannten Amyloid-Plaques verklumpt, als Hauptursache der Erkrankung. Das Amyloid – so die Hypothese – führt zu einer gefährlichen Kettenreaktion, die schließlich zur Entstehung von Neurofibrillenbündel und zum Absterben der Nervenzellen – dem Endstadium der Demenz – führt.

Wissenschafter der University of California, San Diego School of Medicine und des Veterans Affairs San Diego Healthcare System gehen jedoch davon aus, dass der Prozess der Entstehung von Alzheimer noch komplexer ist, als bisher vermutet. Die Forscher meinen, dass frühe Indikatoren bzw. Biomarker für Alzheimer in keiner bestimmten Reihenfolge auftreten. „Unsere momentanen Möglichkeiten, Alzheimer in seinen frühen Phasen zu erkennen, sind limitiert, denn sie konzentrieren sich stark auf die Ansammlung von Amyloid-Plaque im Gehirn und gehen davon aus, dass Biomarker bei allen Betroffenen in einer bestimmten Reihenfolge auftreten,“ so Dr. Emily C. Edmonds vom Department of Psychiatry und Erstautorin der Studie. „Alzheimer ist aber äußerst komplex – es könnten verschiedene neurobiologische Wege zur Expression der Krankheit führen.“

Präklinisches Alzheimer gilt als sehr frühe Phase der Erkrankung, in der noch keine diagnostizierbaren Symptomen auftreten. Die aktuellen Kriterien der National Institute of Aging-Alzheimer’s Association (NIA-AA) für präklinisches Alzheimer beschreiben eine Erkrankungsprogression, die mit der Akkumulation von Amyloid-Plaque beginnt und weiter zu Neurodegeneration, kognitivem Verlust und schließlich zu diagnostizierbarem Alzheimer führt.

Im Zuge ihrer Studie klassifizierten die Forscher 570 kogntiv normale Teilnehmer nach den Kriterien der NIA-AA und untersuchten diese auf Anzahl abnormaler biolgischer und kognitiver Marker die mit präklinischem Alzheimer in Verbindung stehen. Dabei stellte sich heraus, dass die Neurodegeneration 2,5-fach häufiger auftrat als die Akkumulation von Amyloid-Plaque.

Danach untersuchten sie jene Teilnehmer, die eine leichte kognitive Beeinträchtigung entwickelten und somit in erhöhtes Alzheimer-Risiko aufwiesen. Dabei stellte sich heraus, dass die Neurodegeneration als erstes Alzheimer Anzeichen ebenso wahrscheinlich zu sein scheint, wie die Akkumulation amyloiden Plaques oder leichter kognitiver Abfall.

Die aktuellen Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die aktuellen Strategien zur Identifizierung von Risikopatienten zu verbessern. Dabei gilt es verschiedenste Screening-Tools anzuwenden, darunter Gedächtnistests, die in der Lage sind, kognitive Veränderungen in frühen Stadien zu erkennen.

„Momentan verlässt man sich häufig auf unspezifische Screening Methoden sowie Berichte von Patienten und deren Angehörigen,“ so Edmonds. „Diese Screening-Tools sind jedoch eher unverlässlich und führen dazu, dass kognitiver Abfall häufig erst mit späteren Krankheitsstadien in Verbindung gebracht wird. Es bedarf sensitiver neuropsychologischer Methoden, sowie die Nutzung bestimmter Alzheimer-Biomarker, um die Identifizierung von Alzheimer Risikopatienten zu verbessern.“

Quelle: Edmonds EC, Delano-Wood L, Galasko DR, Salmon DP, Bondi MW, Brandt J (2015) Subtle Cognitive Decline and Biomarker Staging in Preclinical Alzheimer’s Disease. J Alzheimers Dis, doi: 10.3233/JAD-150128.

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About Author

Dipl.-Ing. Alexandra Springler

Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

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